Schädlinge bekämpfen Wühlmäuse

Angriff der Killer-Wühlmäuse

Ja ich weiß, im amerikanischen Original waren es Tomaten. Aber im kleinen Horrorgarten sind nicht menschenverspeisende Tomaten das Problem. Hier treibt eine ziemlich große Wühlmausfamilie mal wieder ihr Unwesen und verspeist meine wunderbaren Tulpenzwiebeln. Während mich mein Gipsfuß über Wochen ans Bett fesselte, widmeten sich die kleinen Wühler genüsslich ihrem Zerstörungswerk.

Doch damit ist jetzt Schluss!
Der Fuß ist wieder heile und ich bin wild entschlossen die letzten Tulpenzwiebeln doch noch zu retten. Meine Zwangspause habe ich zum intensiven Studium der Wühlmausbekämpfungsliteratur genutzt und fühle mich nun bestens gerüstet.

  • komfortable Lebendfalle mit Belüftungsschlitzen, leider absolut ohne Fangerfolg

Als prinzipiell friedlicher Mensch habe ich es zunächst mal mit  Lebendfallen probiert und gleich mehrere davon in den reichlich vorhandenen Wühlmausgängen vergraben. Nach einer Woche, mit täglichen Kontrollen, bei denen ich zwar keine Wühlmäuse gefangen, dafür aber jedes mal von neu angelegten Gänge überrascht wurde, habe ich die friedliche Variante allerdings schnell wieder ad acta gelegt und im nächsten Baumarkt umgehend ein paar Bayrische Wühlmausfallen gekauft.

 

 

 

 

 

 

  • extrem schwierig in der Handhabung, die bayrische Zangenfalle

Den bayrischen Wühlmausfallen werden in der Literatur allgemein gute Fangerfolge bescheinigt. Leider enthielt unsere Verpackung keinerlei Hinweise darauf wie sie denn nun gespannt und eingesetzt werden müssen.

Selbsterklärend waren sie definitiv nicht. Und selbst als ich dann wusste wie es theoretisch gehen könnte reichte meine Kraft nicht aus dieses Wissen in die Praxis umzusetzen. Selbst der liebe Mann schaffte es nur mit Mühe und unter Gefahr für Leib und Leben, naja zumindest seine Finger waren schwer gefährdet. Blöd ist auch, dass die Fallen Rücken an Rücken in die Gänge gelegt werden müssen. Dafür muss ein großes Stück Gang aufgegraben und mittels Brett wieder anständig verschlossen werden. Möglichst ohne, dass die Falle dabei auslöst. Und das jeden Tag nachdem der Fangerfolg geprüft wurde aufs Neue. Wäre mir ja noch alles egal, wenn der Erfolg sich denn eingestellt hätte. Aber die Viecher haben einen großen Bogen um die Fallen gemacht beziehungsweise gegraben und sich dabei wahrscheinlich auch noch über neu entdeckte Tulpenzwiebeln gefreut.

  • teuer, aber wirkungsvoll

Für den dritten Versuch habe ich dann weder Mühe noch Kosten gescheut und die verhältnismäßig teure, aber hoch gepriesene Falle „Supercat“ (wer denkt sich eigentlich sowas aus?) gekauft.

Die Bedienung war tatsächlich kinderleicht und vor allem kindersicher:
– kreisrundes Loch in Fallengröße in den Wühlmausgang graben
– Hebel an der Falle nach oben ziehen
– Falle in das Loch stellen
– abwarten
– wenn der Hebel unten ist, war der Fangversuch erfolgreich und es gibt eine Wühlmaus weniger im Garten

Und das war bereits wenige Stunden später der Fall. Seitdem habe ich fünf Wühlmäuse gefangen. Ganz schön viele für meinen 350 Quadratmeter kleinen Garten. Meine Hoffnung auf ein bescheidenes Tulpenmeer im Frühling wächst langsam wieder. Trotzdem habe ich die Tulpenverluste erstmal mit weißen Narzissen aufgefüllt. Die darin enthaltenen Alkaloide schützen angeblich vor Wühlmausfraß. Und so ein reinweißes Narzissenmeer hat sicher auch was. Für den Fall, dass die Fallen lange genug leer bleiben kann ich immer noch die zwei Säcke mit schwarzen Tulpen dazu stecken, die mir der Mann zum Trost geschenkt hat.

  1. Danke für die humorvolle Jagd, aber ich kann deinen Ärger verstehen, Wühlmäuse riechen auch sehr gut und man soll Handschuhe beim Fallenstellen anziehen.

    mit der ersten Falle hatte wir auch nie Glück, ein Freund fängt damit die Maulwürfe, die er dann in der Feldmark freilässt,
    da wir Maulwürfe haben , haben wir keine Wühlmäuse,
    Unserer Wiese ist mit Gängen unterwandert aber ich habe kein Problem damit , denn sie sind ein Zeichen für guten Boden und viele Regenwürmer! Die Tulpen werden immer mehr.
    Dennoch werde ich dankbar auf das letzte Modell zurückgreifen, wenn dies Wühlmäuse doch meine Tulpen finden, Klingt ja sehr einfach!
    Grüße von Frauke

    • Hallo Frauke,
      Maulwürfe haben wir auch. Die stören mich nicht. Vor allem nicht seit ich gelesen habe, dass sie junge Wühlmäuse fressen :). Und selbst den Wühlmäusen muss man zugute halten, dass sie die Erde wunderbar locker hinterlassen. Wenn sie sich nur auf eine andere Diät einlassen würden…
      Liebe Grüße
      Anja

  2. Steinigergarten

    Hallo Anja,
    ich hab mich schon gewundert, das hier gar kein Beitrag mehr kam, der Giosfuß war also Schuld. Die Wühlmäuse werden in unserem steinigen Garten wahrscheinlich keine Freude haben, allerdings haben wir richtige braune Mäuse. Hab gestern welche unter dem Kaminholzregal und unter der Garage entdeckt. Wahrscheinlich ist mein Vogelfutter Schuld.
    Vielleicht kannst du für deine Tulpen nächstes Jahr Drahtkörbe basteln, hab ich hier entdeckt
    http://steinigergarten.blogspot.de/2013/10/gartenpflanzen-richtig-uberwintern.html

    LG Sigrun

    • Liebe Sigrun,
      über Drathkörbe habe ich auch schon nachgedacht. Aber für 500 Tulpenzwiebeln braucht man eine Menge Draht und Geduld 🙂
      Liebe Grüße
      Ana

  3. Susi Büntchen

    Hallo liebe Sigrun,

    kir gings ebenso wie dir mit den Wühlmäusen. Bei uns ist das ja auch kein Wunder, wir wohnen direkt neben mehreren Äckern.
    Angefangen habe ich, wie du mit diesen Röhrenfallen, ohne Erfolg. Auch die Metallfalle blieb erfolglos.
    Ein Gärtner gab mir dann den Tipp diese Kugeln zu nehmen, die Maulwürfe vertreiben sollen: http://www.neudorff.de/produkte/maulwurf-stopp.html
    Sie wirken auch bei Wühlmäusen!

    Sobald ich eine Hügelchen entdecke, grabe ich rund um die Stelle und entlang des Grabens einige dieser Kugeln ein und bisher hats noch jedesmal funktioniert.
    Die Wühlmäuse mögen diesen Geruch wohl auch nicht, verschwinden und werden aber dabei nicht getötet.

    Vielleicht hilfts. Man braucht nicht viel davon.

    Liebe Grüße
    Susi Büntchen

  4. Pingback: Salbeimäuschen – süß oder herzhaft | ERBEN GEMEINSCHAFT

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.