Auberginen Aussat Pflanzen Pflegen
Anzucht Auberginen Gemüseportraits

Auberginen (Solanum melongena) Aussaat, Pflanzen, Pflege

Die Aubergine, auch bekannt als Eierfrucht, gehört zur Gattung der Nachschattengewächse. In ihrer ursprünglichen Heimat Ostindien ist es rund ums Jahr angenehm warm. Dort wachsen Auberginen zu mehrjährigen krautigen Sträuchern heran. Bei uns gelingt der Anbau in einigen Regionen nur im Gewächshaus. Im milden Rheinland und in Weinanbaugebieten kann man Auberginen im Garten anbauen. An einem geschützten Standort klappt das ganz gut. Ich baue Auberginen oft im Topf an und stelle sie vor das Tomatenhaus. Dort bekommen sie jede Menge Sonne ab und stehen windgeschützt. In diesem Jahr werde ich es mit dem Anbau im Hochbeet versuchen. Es steht direkt neben dem Tomatenhaus und bieten ähnlich gute klimatische Bedingungen. Wenn es gut läuft kann ich dann (aufgrund der besseren Nährstoffversorgung im Gartenboden) mehr Früchte ernten als im letzten Jahr. Ich freue mich schon auf die Ernte. Aber erstmal müssen die Samen in die Erde.

Auberginensorten für den Garten

In diesem Jahr habe ich mich für zwei Auberginensorten entschieden. Ein halbwegs geglückter Versuch der Beschränkung 😉 Da wäre zum einen die Blaukönigin. Eine alte bewährte Sorte mit mittelgroßen, hellblau bis violetten Früchten. Und dazu kommt eine alte französische Sorte deren Namen ich nicht wirklich aussprechen kann: „Blanche ronde à oeuf“. Sie bildet kleine runde weiße Früchte von der Größe eines Hühnereis und kann gut im Topf gezogen werden. Bestellt habe ich die übrigens nicht. Eine andere Sorte mit weißen länglichen Früchten und dem deutlich einfacheren Namen Dourga stand auf meinem Bestellzettel. Aufgefallen ist mir das erst beim Säen. Jetzt ist es halt so. Ein Wink des Universums an meinen Französischkenntnissen zu arbeiten, wer weiß.

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Aussaat auf der Fensterbank

Wer Auberginen ernten will muss richtig früh (Anfang Februar bis Mitte März) mit der Aussaat beginnen. Bei mir ist es heute soweit. Im letzten Jahr habe ich mir ein kleines Anzuchtgewächshaus mit Heizmatte und Beleuchtung angeschafft. Das ist optimal für die Aussaat von Auberginen. Wer kein Gewächshaus hat – die Heizung tut es auch. Während der Keimzeit solltet ihr die Töpfe dann mit Folie bedecken. Später braucht ihr einen sehr hellen Standort, damit die Pflanzen sich kräftig entwickeln. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 22 bis 25 Grad Celsius. Es kann schon zwei bis drei Wochen dauern bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Also nicht zu schnell aufgeben. Es kann aber auch mal schneller gehen, wie meine ersten Anbauversuche zeigten. Ich gebe meistens zwei Samen in einen Topf. Der schnellste Keimling darf bleiben, der Nachzügler wird ausgerupft.

Tipp: Die Samen keimen schneller, wenn ihr sie vor der Aussaat einen halben Tag in Wasser oder Kamillentee einweicht.

Wenn ihr direkt in etwas größere Töpfe sät, erspart ihr euch das spätere Pikieren und Umtopfen. Ich verwende eine 28er Topfpalette (Topfdurchmesser 7,5 cm) dort können sie in der Regel bis zum Umzug in den Garten (also 2- 3 Monate lang) vor sich hin wachsen. Die Töpfe fülle ich mit schwach gedüngter Anzuchterde. Nachdem die Keimlinge die ersten richtigen Blätter gebildet haben (4-5 Wochen nach der Aussaat) sind die darin enthaltenen Nährstoffe aufgebraucht.  Ab dann bekommen sie einmal in der Woche eine viertel Dosis organischen Bio-Flüssigdünger ins Gießwasser.

Auch nach der Keimung haben es Auberginen gerne warm. Tagsüber sollten es um die 20 Grad Celsius sein. Nachts darf die Temperatur nicht unter 15 Grad Celsius fallen. Die sind direkt am Fenster schnell erreicht. Deshalb stehen meine Töpfe auf einer Heizmatte.

Auberginen Aussat Pflanzen Pflegen
Auberginen Aussat Pflanzen Pflegen
Auberginen Aussat Pflanzen Pflegen
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Umzug in den Garten

Nach den Eisheiligen dürfen die Auberginen in den Garten umziehen. Ich pflanze sie in diesem Jahr in ein sonnig gelegenes Hochbeet. Wenn ihr eure Auberginen in den Garten pflanzen wollt, such einen möglichst geschützten warmen Platz aus. Eine Südmauer im Rücken strahlt Wärme ab. Vor einem sonnigen Fester stehen sie auch gut. Oder eben im warmen Hochbeet. Auberginen lieben einen humosen lockeren Boden, der mit Kompost angereichert wurde. Beim Einpflanzen stecke ich direkt einen Stützstab ins Pflanzloch. Während sie wachsen müssen sie daran festgebunden werden. Auberginen wachsen zu ca. 60 bis 100 Zentimeter hohen krautigen Blattpflanzen heran. Der Pflanzabstand sollte 50 Zentimeter betragen. In meinem 1,50 Meter langen Hochbeet ist Platz für vier Auberginen. Im März bepflanze ich das Beet zunächst mit Kohlrabi und Salat. Bis die Auberginen nach den Eisheiligen dort einziehen dürfen, kann ich die schon ernten. Danach bedecke ich den Boden mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt und wenn ich habe auch Brennnessel- und Beinwellblättern. Dazwischen darf niedriges Busch-Basilikum wachsen.

Anbau im Topf

In den letzten Jahren habe ich gute Erfahrungen mit dem Anbau von Auberginen im Topf gemacht. Auch hier kommt ein Stützstab mit in die Erde. Die Töpfe lassen sich gut an den sonnigsten Stellen im Garten platzieren. Wählt einen Topf mit einem Volumen von mindestens 10 Litern – gerne mehr – und vergesst das Gießen nicht. Der Ertrag im Topf ist ein wenig niedriger, als beim Anbau im Beet. Dafür könnt ihr aber flexibler auf Schlechtwetterphasen reagieren und die Töpfe auch mal umstellen. Ich habe pro Topf 4 bis 8 Früchte geerntet. Mal sehen wie viele es im Beet werden.

Auberginen Aussat Pflanzen Pflegen
Auberginen Aussat Pflanzen Pflegen

Auberginen Düngen

Ich mische beim Pflanzen eine Handvoll organischen Bio-Dünger ins Pflanzloch. Während der Wachstumsphase gebe ich alle 14 Tage organischen Flüssigdünger ins Gießwasser. Auberginen brauchen etwas weniger Nährstoffe als Tomaten, sind aber immer noch verhältnismäßig hungrig. Die Mulchschicht aus Beinwellblättern versorgt die Pflanzen sanft mit Kalium. Das ist gut für die Fruchtausbildung und die Reifung. Es gibt auch speziellen kaliumbetonten Bio-Dünger, falls in eurem Garten kein Beinwell wächst. Obwohl es sich wirklich lohnt eine Pflanze anzuschaffen. Bienen lieben ihre Blüten und die Blätter sind super zum Mulchen und zur Herstellung von Pflanzenstärkungsmitteln geeignet.

Auberginen pflegen

Auberginen verdunsten über ihre großen Blätter reichlich Wasser und müssen daher regelmäßig gegossen werden. Mit einer Mulchschicht auf dem Boden könnt ihr die Gießhäufigkeit deutlich verringern. Darauf solltet ihr also wirklich nicht verzichten. Zudem belebt das Mulchmaterial das Bodenleben (Würmer lieben Rasenschnitt), gibt Nährstoffe an den Boden ab und wirkt so sanft düngend. Während die Auberginen wachsen müssen sie ab und zu am Stützstab festgebunden werden. Seitentriebe können an beliebiger Stelle eingekürzt, besser aber an einem Stab nach oben geleitet werden.

Tipp: Die ersten 1 bis 2 Blüten ausbrechen, dann entwickelt die Pflanze mehr Blätter und wird kräftiger.

Wenn eure Auberginen im Gewächshaus stehen, müsst ihr die Blüten von Hand bestäuben. Insekten finden selten den Weg ins Gewächshaus und Wind weht dort auch nicht. Das geht ganz einfach mit einem kleinen Pinsel. Ich habe das mal vergessen und in dem Jahr nullkommanull Auberginen geerntet.

Ernten und verarbeiten

Ab Juli dürft ihr euch über frische Auberginen aus dem Garten freuen. Die Früchte sind erntereif wenn sich die Schale vollständig verfärbt hat (von grün nach lila oder weiß, je nach Sorte), schön glänzt und auf Druck leicht nachgibt. Wartet nicht zu lange. Sobald die Schale stumpf wird, ist die Aubergine überreif. Dann schmeckt sie nicht mehr so richtig gut.

Im Kühlfach halten sich Auberginen eine Woche. Gewürfelt lassen sich die Früchte auch gut einfrieren. Dazu kommt es bei mir aber nie. Meist landen sie in Scheiben geschnitten direkt vom Beet auf dem Grill oder zuhause gewürfelt in einer Pasta-Soße.

Aubergineneernte von 2013

Auberginen Aussat Pflanzen Pflegen
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Schädlinge und Krankheiten

Bislang hatte ich damit noch keine Probleme. Im Gewächshaus kommt es manchmal zu Spinnmilbenbefall. Dagegen hilft ein selbst hergestelltes Spritzmittel aus 10 Teilen Wasser, einem Teil Rapsöl und einem kleinen Spritzer Spülmittel. Gut schütteln und einmal in der Woche aufsprühen. In feucht-warmen Jahren kann sich Grauschimmel auf den Blättern bilden. Achtet darauf nicht zu stickstoffbetont zu düngen. Wenn ihr organischen Bio-Dünger verwendet kommt das soundso nicht vor. Kartoffelkäfer machen keinen Unterschied zwischen Kartoffeln und Auberginen. Sie stammen ja auch aus der gleichen Pflanzenfamilie. Einfach regelmäßig auf Befall prüfen und absammeln wenn ihr welche findet.

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