Anzucht Heirloom Tomatoes Tomaten

Ausgerechnet Tomaten!

Irgendwie ist die Sache mit den Tomaten bei mir ausser Kotrolle geraten. Zuerst habe ich viel zu viele Sorten bestellt und dann durch Tauschen noch viel mehr dazu bekommen. Damit ich den Überblick ansatzweise behalte werden jetzt alle Sorten beschrieben, nach und nach geknipst und bewertet.

Den Anfang macht die DeBerao, auch bekannt als brasilianische Baumtomate. Ich habe eine bunte Mischung (braun, gelb, rosa) von der lila.tomate ausgesät und bin gespannt was draus wird. Bisher weiß ich nur, dass die Pflanzen sehr hoch werden (mehr als 3 Meter), recht widerstandsfähig gegen Braunfäule und damit für den Freilandanbau geeignet sind. Da pflanze ich sie dann auch hin. Wegen der Größe hab ich den Rosenbogen angedacht, die Rosen haben hoffentlich nichts gegen die vorübergehende Gesellschaft. Vielleicht baue ich auch eine Art Iglu aus Bambus oder Holzstäben an dem sie sich festhalten können.

Meine Marmande Samen habe ich gegen eine Spende vom Biohof Thurner bekommen. Die rote Fleischtomate soll sehr lecker schmecken, aber laut Wachsen und Werden auch anfällig gegen Braunfäule sein. Mit 1,30 Meter größenmäßig überschaubar reserviere ich ihr einen Topf im Gewächshaus.

Green Sausage stammt ebenfalls vom Biohof Thurner. Dank Margit von Wachsen und Werden weiß ich, dass sie längliche, gelb-grün-gestreifte Früchte trägt, die fest und lagerfähig sind. Der hängende Wuchs soll in einer unserer Gettotonnen oder vielleicht auch vom Laubendach herunter zur Geltung kommen. Dort wird nur die Wasserversorgung etwas schwierig, was bei Neigung zur Blütenendfäule zum Problem werden könnte. Also nachdenken über ein Bewässerungssystem auf dem Laubendach.

Ein weiterer Kandidat fürs Laubendach wäre nämlich die rote Himbeerrose, im Tausch von Wachsen und Werden erhalten. Gesund, reich tragend und frühreif! Schon im Juni sollen die ersten Früchte reif werden. Ich freu mich drauf.

Die kleinen Mohren stammen ebenfalls aus Margits Samenkiste. Eine frühe und robuste Stabtomate, farblich irgendwo zwischen dunkelrot und braun angesiedelt, kommt sie ins Freiland, da sie einen eventuellen Braunfäulebefall laut ihr wie nix wegsteckt.

Auch ins Freiland kommt die Rote Zora. die habe ich von der Kölner Pflanzstelle im Tausch gegen meine schwarzen Sorten bekommen. Die Salattomate ist besonders freilandgeeignet weil robust und wüchsig. Schon die Keimlinge überragen alle anderen Sorten. Die länglichen himbeerroten Früchte schmecken mild und süß. Was will man mehr.

Die kleine rote Elfin habe ich, wie die meisten meiner Tomatensorten, bei Gary Ibsen’s TomatoFest in Amerika bestellt. Eine super Tomate zum naschen, saftig und süß. Sie wird mehrtriebig gezogen und darf wegen ihrer Braunfäuletoleranz ins Freiland.

Leuchtendes gelborange bringt Ilse’s Yellow Latvian ins Spiel. Sie soll sich für kühlere Regionen eignen, bis zu 2,50 Meter hoch werden und reich tragen. Laut Gary eine perfekte Tomate für Salsa’s und Soßen. Ich denke sie landet im offenen Tomatenhaus und ich kappe sie wenn die Decke erreicht ist.

Warum ich mich für Homer Fike’s Yellow Oxheart entschieden habe weiß ich nicht mehr so recht. Vielleicht wegen der orangenen herzförmigen Früchte? Sie sollen auf jeden Fall lecker schmecken und weil ich sonst wenig über die Sorte weiß kommt sie erstmal zu ihrer gelborangen Schwester ins offene Tomatenhaus.

Am besten eröffne ich doch dort die gelborange Ecke. Orange Plum aus Russland und Gary Ibsens Gold passen gerade noch rein. Letztes Jahr hatte ich dort viel zu dicht gepflanzt und entsprechend wenig geerntet. Den Fehler mache ich nicht noch einmal. Das Tomatenhaus ist mit den vier Sorten gut gefüllt und wird hiermit geschlossen.

Vielleicht ist das überhaupt eine gute Idee, die Tomaten nach Farben sortiert im Garten zu verteilen. Die Black from Tula würde jedenfalls gut neben die kleinen Mohren passen. Da sie robust sein soll, spricht nichts gegen den Anbau im Freien. Ich bin sehr gespannt auf den Geschmack dieser hochgelobten Sorte.

Black Pum kommt auch aus Russland. Ich dachte was dort wächst muss recht robust sein, und das scheint auch zu stimmen. Henry von tomatl.net und Claudia vom Wilden Garten stimmen jedenfalls zu. Margit vermutet gar, die schwarze Pflaume sei identisch mit den kleinen Mohren. Noch ein Grund die beiden zwecks direktem Vergleich nebeneinander zu setzen. Nur ob es jetzt eine Kirsch- oder eine Stabtomate ist und ob sich das überhaupt gegenseitig ausschließt, konnte ich nicht rausfinden. Ist wahrscheinlich auch nicht so wichtig.

Eine braune Sorte hätte ich noch – die Brown Berry. Die Angaben zu Geschmack und Robustheit gehen im Netz weit auseinander. Ich werde es wohl selbst rausfinden müssen. Eine Pflanze kommt also zu den anderen schwarzen Sorten ins Freiland und eine darf im Gewächshaus wachsen.

Gerade fällt mir auf, dass ich bei den gelben Sorten das Blondköpfchen vergessen habe. Eine sehr leckere gelbe Tomate mit kleinen süßen Früchten. Ob es wohl auch noch ins offene Tomatenhaus passt? Ich werde es versuchen. 1,60 x 1,30 misst das Häuschen soweit ich weiß (muss mal nachmessen). Sollte auch für fünf Pflanzen reichen. Außerdem ist der Neubau eines offenen Tomatenhauses mit den restlichen Fenstern vom Gewächshaus bereits angedacht.

Zehn Sorten sind jetzt noch im Garten zu verteilen. Zwei Grüne, zwei Weiße und sechs Rote. Sieht so aus, als hätte ich wirklich ein wenig übertrieben.

Cream Sausage eine weißgelbe Flaschentomate kommt ebenso wie die spät reifende Green Zebra ins Gewächshaus. Für die rosafarbene Amore ist dort sicher auch noch Platz. Da sich dort aber auch schon die Auberginen, Paprikas und Chilis tummeln wird’s langsam eng. Maximal vier Plätze sind noch zu vergeben. Die bekommen Anna Russian, eine früh reifende, rote, saftige, herzförmige Fleischtomate, Aunt Ruby’s German Green, eine grüne, würzige Fleischtomate, das Baselbieter Röteli und die als zuckersüß angekündigte Olirose aus Santo Domingo.

Bleiben Bianca, eine weiße Wildtomate und Sweet Pea Currant, die kleinste Tomate die Gary Ibsen jemals gesehen hat :-). Margit zieht die Johannisbeertomaten hängend in Ampeln, das werde ich auch versuchen. Die weiße Wilde bekommt ein sonniges Plätzchen im Vorgarten.

Jetzt bin ich fast durch. Nur die rosafarbene Lahman Pink fehlt noch. Die soll total gut schmecken und Kälte vertragen. Deshalb, und auch weil sonst nirgends mehr Platz ist, kommt sie ins Freiland, zu Elfin und der Roten Zora, ins rote Beet.

Geschafft!
Zumindest theoretisch 🙂

  1. Hallo Anja,

    oh das sind ja wirklich viele Sorten, aber alle hören sich sehr interessant an…und irgendwie kann man sie schon schmecken….hmmmm….

    Da ich auch jedes Jahr verschiedene Tomatensorten anbaue, weiß ich wie es jetzt bei dir aussieht und was es auch für Arbeit macht, man darf den Überblick nicht verlieren…
    Ich wünsche dir das du viele gesunde Pflänzchen anbauen kannst und die Ernte später richtig gut und reich sein wird – ich drücke die Daumen!

    Liebe Grüße

    Hedwig

  2. Wow, da hast Du ja einiges an Tomaten ausgesät. Ich hatte letztes Jahr das Problem, dass ich nicht mehr wusste wohin mit den vielen Tomaten. Beginnt man einmal Samen einzukaufen oder zu tauschen, nimmt das schnell ungeahnte Ausmaße an 🙂

    Wünsch Dir viel Glück mit den Tomaten. Die Black Plum habe ich letztes Jahr auch angebaut und konnte mich nicht beklagen.

    lg kathrin

  3. Hallo Anja,

    da waren wir wohl auf derselben Samentauschbörse (Naturfreundehaus Kalk, richtig ?). Allerdings hab ich mich tomatenmäßig seeehr zurückgehalten, ich hab nur die „Green Sausage“; DeBerao“, „Golden Currant“ und „Ribisel“ mitgenommen. Mangels Gewächshaus müssen Tomaten bei mir im Gemüsebeet oder allenfalls in Kübeln unterm Vordach überleben … mal schaun. Im letzten Jahr hatte ich dank des bescheidenen Sommers viele Ausfälle.

    Grüße, KatjaK

  4. Dank Gewächshaus und Tomatenhaus kann ich schon einige Sorten im Horrorgarten unterbringen und die hoffentlich reiche Ernte soll zu Sugo und Ketchup (da freuen sich die Kinderlein) verarbeitet werden. Mit De Bareo (nicht von der Tauschbörse in Kalk – aber dort war ich trotzdem:-)), Marmande und Orange Plum habe ich aber scheinbar wenig Glück. Die Pflänzchen scheinen an Phosphormangel zu leiden, die Unterseite der Blätter ist ganz purpur. Weiß jemand Abhilfe?

  5. yogablümchen

    Ich bin beeindruckt! Seit ich mich entschlossen habe auch meine Tomatenleidenschaft öffentlich auszuleben, stelle ich fest, ich bin nicht alleine so verrückt. Schön, auf Gleichgesinnte zu stoßen.
    Leider kann ich Dir keinen Tip zum Phosphormangel geben. Ich pflege meine Tomaten mehr nach Gefühl und hatte damit bisher eigentlich Glück.
    Jedenfalls reizen mich einige Deiner Sorten gewaltig. Aber erst nächstes Jahr.
    Ich wünsche schöne Osterfeiertage
    yogablümchen

  6. reginascottage

    hallo
    wow hast du eine vielfalt an tomaten.habe auch einige ausgesät,aber bei weitem nicht soviele wie du.
    wünsche dir viel glück mit deinen tomaten.
    frohe ostern wünscht dir regina

  7. Pingback: Tomatenpflanzen selbst vorziehen

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