Kochbuch Lakritz
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Buchbesprechung: Lakritz – Süße & herzhafte Rezepte mit dem schwarzen Gold

Gastbeitrag von Janne Klöpper, Kommunikation & Konzeption, www.janne-kloepper.de

Ich mag Lakritz. Schon immer und in jeder Form: Salinos und Schnecken, Piratengeld und Salzheringe, Salmiak- und Veilchenpastillen. Wenn ich in Schweden oder Dänemark Urlaub mache, schlecke ich gerne Lakritz-Eis und habe auf der Rückfahrt garantiert gute skandinavische Süßholz-Spezialitäten im Gepäck.

Seit ein paar Wochen koche und backe ich auch damit. Dazu musste ich eine gehörige Portion Skepsis überwinden, das gebe ich gerne zu. Lakritz als Kuchenzutat? Fisch in Lakritz marinieren? Lakritz im Nudelteig? Oder sogar in der Marmelade? Und die dann auf das Lakritz-Knäckebrot streichen? Also nee! Oder doch? Zum Glück siegte die Neugier. Und deshalb hat Elisabeth Johanssons Buch „Lakritz“ jetzt einen festen Platz in meiner Küche.

Mehr als 60 Rezepte mit dem schwarzen Gold hat die schwedische Köchin und Konditorin kreiert: Bonbons und Konfekt, Eis und Lutscher, Kuchen und Waffeln – so süß, so gut. Aber es wird auch gekocht, und hier wird es richtig spannend: Wie wäre es mit Fischsuppe mit gemahlener Lakritzwurzel? Lakritz-Aioli zu Garnelen? Etwas Lakritzsalz zu gegrilltem Lachs? Zum Abschluss die Käseplatte mit in Lakritz gerösteten Mandeln? Und hinterher ein schwarzer Lakritzlikör?

Um es klar zu sagen: Der Aufwand lohnt sich. Das Lakritz in den Speisen sorgt für eine besondere Note, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Wer nichts von der Zutat weiß, schmeckt zwar das ungewöhnliche Aroma, denkt aber nicht sofort an die Süßigkeit. Lüfte ich dann das Geheimnis, ist das Erstaunen groß.

Die Rezepte führen die Zutaten in der Reihenfolge auf, in der sie benötigt werden. Alle Mengen sind, wie in Deutschland üblich, in Gramm, Teelöffeln oder Esslöffeln angegeben. Warum ich das erwähne? In Schweden kocht und backt man fast ausschließlich nach Angaben in Hohlmaßen wie Deziliter oder Liter. Das führt dazu, dass die Rezepte für uns ungewohnte Mengen wie 105 Gramm Zucker oder 270 Gramm Mehl angeben. So lassen sich die Gerichte aber gut zubereiten, ohne dass man vorher einen Satz schwedischer Dezilitermaße besorgen muss.

Neben den Rezepten enthält das Buch eine ausführliche Warenkunde über leckerste Wurzel der Welt, einen Bericht über den Besuch einer Lakritzfabrik in Kalabrien und Tipps für den Anbau der Lakritzpflanze im eigenen Garten. Die Lakritzwurzel ist auch als Heilpflanze bekannt. Elisabeth Johannsson verrät, warum ein Tee aus Süßholz, Salbei und Pfefferminz gut für den Hals ist und wie ein Lakritzbad die Hände pflegen kann.

Die Bilder der Fotografin Helen Pé sind der reine Augenschmaus. Passend zur Hauptzutat dieses Koch- und Backbuchs dominieren auf den Fotos der Gerichte dunkle Töne von schwarz über anthrazit bis hin zu violett mit effektvollen leuchtenden Akzenten in nektarinengelb, himbeerrot und garnelenrosa.

Die aufgeführten Bezugsquellen für Lakritzgranulat, Lakritzpulver und gemahlene Lakritzwurzel – zwei Läden in Hamburg, zwei in Berlin – versenden das schwarze Gold. Es ist aber auch in jeder Apotheke zu bekommen. Auf diese Weise hat übrigens meine Apothekerin von dem Buch erfahren und freut sich jetzt schon auf ein Stück Orangen-Lakritz-Gugelhupf beim nächsten Stadtteilfest.

Lakritz gehört für mich schon lange zum Leben. Aber das Kochen und Backen mit Lakritz ist eine echte Entdeckung – übrigens sehr zur Freude von Familie und Freundeskreis. In Zukunft werden wir uns nämlich häufiger zum Süßholzraspeln treffen.

Kochbuch Lakritz

Fakten zum Buch

Elisabeth Johansson, Helen Pé
Lakritz. Süße & herzhafte Rezepte mit dem Schwarzen Gold
LV-Buch im Landwirtschaftsverlag GmbH, Münster, 2014
Übersetzung: Christine Heinzius
(Originaltitel: Lakrits. Herausgegeben 2013 von Bonnier Fakta)
ISBN: 978-3-7843-5297-8
Preis: 19,95 Euro (D) / 20,50 Euro (A) / 28,50 sFr
144 Seiten, Hardcover

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