ligusterhecke schneiden
Gartenarbeit Obstbäume schneiden

Das Heckensägenmassaker

Ligusterhecken sind robust und anpassungsfähig. Im Vergleich zu anderen Hecken wachsen sie schnell und dicht verzweigt. Ein radikaler Rückschnitt im Herbst bringt sie wieder in Form.

Willkommen bei der Saw Family! Im Gegensatz zum fast gleichnamigen Film, angekündigt mit dem Slogan: „After you stopped screaming, you’ll start talking about it!“, lautet unsere Hoffnung aber eher: „After we stoped sawing, it starts growing!“. (Und noch was ist anders: unser Opfer kann nicht weg laufen… 🙂

Nachdem wir unsere Lust am Massaker hemmungslos ausgelebt haben, ist von unserer Liguster-Hecke nicht mehr viel übrig geblieben. Das vorherige Studium ernsthafter Gartenliteratur lässt uns jedoch einigermaßen gelassen in den Frühling blicken. Liguster-Hecken sind hart im Nehmen und werden durch einen radikalen Rückschnitt eher zu Höchstleistungen angetrieben. In diesem Fall zu sanft gerundetem, üppigem Grün im neuen Jahr. Das den Kräuter- und Duftpflanzenbereich schön einrahmt, ohne zuviel Sonne weg zu nehmen. Und den Blick auf unser neues schmuckes Gewächshaus freigibt.

ligusterhecke schneiden

Liguster – eine ideale Heckenpflanze

Liguster stellt keine besonderen Ansprüche an Standort und Bodenbeschaffenheit. Er wächst schnell und muss, wenn er in Form bleiben soll  zwei bis dreimal im Jahr geschnitten werden. Die weißen Blüten des Ligusters ziehen Bienen an und Vögel sind ganz verrückt nach den schwarzen Beeren. Sie sollten davon aber lieber die Finger lassen. Der Verzehr der Früchte in größeren Mengen, führt zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Ligusterhecke ist völlig anspruchslos und wächst auf jedem Gartenboden. Die Pflanze gedeiht am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Wenn die Hecke regelmäßig geschnitten wird, bleiben die gelblich-weißen Blütenrispen und die schwarzen, erbsengroßen Früchte aus.

Sichtschutz im Winter

Liguster verliert seine Blätter im Winter, hält aber aufgrund seiner dichten Verzweigung dennoch neugierige Blicke ab. Wer es lieber ganz dicht haben will, sollte die winterharte Sorte Atrovirens pflanzen. Sie behält ihr Laub solange, bis sich im Frühjahr neue Blätter bilden.

Der richtige Zeitpunkt zum Rückschnitt

Zwischen dem 1. März und dem 30. September verbietet das Bundesnaturschutzgesetz den kräftigen Rückschnitt von Hecken.  Die dicht verzweigten Hecken dienen Vögeln als Brutstätten. Ausgenommen von dieser Regelung sind allerdings schonend durchgeführte Form- oder Pflegeschnitte.

Wir haben unsere Hecke im Herbst geschnitten, da uns der etwas ramponierte Anblick im Winter weniger stört. Bis wir im Frühling wieder regelmäßig in den Garten kommen ist die Hecke schön dicht und grün. Erfolgt der Rückschnitt im Frühling schaut man halt eine Weile auf die holzigen Enden der Zweige. zumindest wenn man so kräftig zurück schneidet, wie wir das getan haben. Leichte Formschnitte führen wir lieber im zeitigen Frühjahr mit unserer Akku-Heckenschere durch.

Form follows Function

Beim Rückschnitt ist vor allem eines wichtig: die Hecke muss oben schmaler sein als unten. Nur so bleibt sie von oben bis unten grün. Ist die Hecke oben breiter, bekommen die untern Blätter nicht genügen Licht ab und die Hecke verkahlt. Ich mag sanfte runde Ecken lieber als kantige, aber das ist letztlich Geschmacksache.

Ach ja, wenn Stromgenerator und Säge nicht so laut gewesen wären, hätten wir während des Arbeitens sehr gerne gehört wie Meat Loaf von Frank N. Furter zu Meatballs verarbeitet wird 🙂

  1. Verboten gut !

    Hallo Anja,

    der Hecke hast Du es aber gezeigt … kurzer Prozess gemacht … Edward mit den Scherenhänden hätte es nicht besser gekonnt ;o)

    Lg Kerstin

  2. Hallo Anja, man hört ja die die Heckenschere förmlich jaulen! Aber wat mutt dat mutt, oder? Wir haben das mit unserer Hecke im letzten Herbst gemacht, sie tat anfangs etwas dumm, sieht nun aber wieder richtig gesund und fett aus!
    Liebe Grüße
    Dagmar

  3. Jaja, das war ein großer Spaß. Sie war einfach zu hoch und hat einen fetten Schatten auf das dahinter liegende Beet geworfen. Vor allem den Rosen hat das gar nicht gefallen.

    Richtig traurig wäre ich nicht wenn sie sich nicht erholt. Dann wird sie eben durch Lavendelbüsche ersetzt (die lassen sich auch leichter in Form schneiden).

  4. Hihi, das erinnert mich daran, wie ich voriges Jahr einen Strauch in der Nähe des Hauses fast dem Erdboden gleich gemacht habe, weil dieser nur noch aus verholzten und verkahlten Ästen bestand. Heuer hat er wie verrückt ausgetrieben und sieht wieder richtig ansehnlich aus. Manchmal tut so ein Eingriff richtig gut.

    lg kathrin

  5. Liebe Anja,
    wir haben ja an der einen Seite unseres Gartens statt einem Nachbarn den Weg zum Vereinsheim, begrenzt von DREISSIG Metern Ligusterhecke. Ich bin echt beschäftigt, die einigermaßen in Schach zu halten und der Heckenschnitt hat mich dann auch schnell motiviert einen leistungsstarken Häcksler anzuschaffen. Schon eine massakermäßige Traumkombination: erst schnippeln, dann schreddern – danach bin ich immer SOWAS von entspannt…
    Liebe Grüße!
    Caro

    • Die Gaertnerin

      Welchen Häcksler hast du denn? Ich bin noch so Unentschieden. Hätte gerne einen der weiches und hartes Material bewältigt. Und das noch ohne Strom. Any ideas?

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