Im Garten

Der kleine Horrorgarten blickt zurück

Im Dezember ist ja Hightime für Jahresrückblicke. Da will der kleine Horrorgarten nicht hinten an stehen und präsentiert hinter dem heutigen Gartentürchen die Tops und Flops im Gartenjahr 2013.

Dabei stellt sich die Frage mit was fang ich an?
Das ist nämlich nicht egal!

Dazu ein kurzer Ausflug ins Forscherwunderland:
Angela Legg und Kate Sweeny haben gezeigt, dass die Reihenfolge in der gute und schlechte Nachrichten vorgetragen werden für das zukünftige Verhalten entscheidend ist.

Soll sich der Empfänger gut fühlen, dann die schlechte Nachricht zuerst. Soll er aus der schlechten Nachricht lernen, dann die gute zuerst.

Also mal abgesehen davon, dass es hier ja nicht unbedingt um beeinflussbare Fehler geht (wie in den Studien) und ihr (die Empfänger) zudem nicht aktiv an meinen Flops beteiligt wart, habe ich mich für die gute Nachricht zuerst Variante entschieden.

Das hat zumindest den Vorteil, dass Menschen mit schlechter Nachrichten Allergie einfach nach dem netten Teil mit dem Lesen aufhören können.

TOP 1: AUBERGINEN

Trotz miesem Jahresbeginn und winterlichen Temperaturen bis in den Juni hinein waren meine Auberginen in diesem Jahr der Bringer! Nachdem im letzten Jahr die selbst gezogenen Pflanzen keine Früchte trugen, habe ich dieses Jahr zur Sicherheit zwei Pflanzen aus dem Gartenmarkt dazu gekauft.

Überraschung: Die selbst gezogene hinkte den beiden gepimpten zwar etwas hinterher, aber der heiße Hochsommer hat’s gerichtet und auch von dieser Pflanze konnte ich reichlich ernten.

TOP 2: Tomaten

Für die (Freiland-)Tomaten habe ich mir in diesem Jahr etwas besonderes ausgedacht. Ein durchsichtiger Plastikregenschirm hat für trockene Blätter gesorgt. In den ersten Wochen war das bitter nötig inklusive eines wärmenden Folienmäntelchens. Während der heißen Sommerwochen hat der Schirm dann für einen wahren Vegetationsschub gesorgt, wie man an den Früchten der im Tomatenfass wachsenden Himbeerrose sieht.

Im Tomatenhaus hat die installierte Tropfbewässerung für eine reiche Ernte gesorgt. Neben dem Haus steht ein Fass, das das Wasser vom Dach sammelt. An das Fass habe ich für jede Pflanze zwei Bewässerungskegel aus Ton angeschlossen. Das hat super funktioniert. Nur während der langen Trockenperiode musste ich das Fass ab und an von Hand auffüllen.

Fazit: Bis in den Oktober hinein gesunde Tomaten dank konsequentem Regenschutz. Und reichlich Ernte dank automatischer Bewässerung.

 

TOP 3: Marokkanisches leinkraut

Dieses kleine zarte Blümchen ist der absolute Oberknaller! Im März habe ich ein Tütchen mit winzigen Samen im „Horror-Vorgarten“ verstreut. Von Juni an hat es dann bis in den September hinein eine wahres Blütenmeer erzeugt. Einfach großartig. Ein Dauerplatz im Horrorgarten ist ihm ohne Zweifel von nun an sicher.

Und nun meine Lieben, kommen wir zum weniger angenehmen Teil. Dem, was im kleinen Horrorgarten im Jahr 2013 so richtig schief gelaufen ist. Den Top 3 Flops sozusagen, um dem ganzen zumindest etwas positives abzugewinnen.

Hier zeigt sich übrigens auch, dass nicht nur die Reihenfolge der Nachrichten eine Rolle spielt sondern auch die eigenen Erwartungen.

gipsfuß1

FLOP 1: DIE ANANASKIRSCHE (PHYSALIS PRUINOSA)

Im letzten Jahr gehörte sie noch zu den unerwarteten Tops und ich habe mich deshalb dieses Frühjahr schon bei der Aussaat über die zu erwartende reiche Ernte gefreut. Schüsselweise Ananaskirschen. Aber dazu ist es nicht gekommen. Keine Ahnung warum. Die Samen haben schlecht gekeimt, sind zu langsam gewachsen und ihre Wurzeln wurden einmal ausgepflanzt auch noch von den Mäusen angenagt. Selbst der Umzug in einen großen Topf mit Sonnengarantie hat nichts daran geändert. Aber weil die gelben Früchte im letzten Jahr so lecker waren und gegenüber der bekannten Physalis auch noch den Vorteil einer frühen Reifezeit (lange vor dem ersten Frost) aufweisen, sind sie im nächsten Jahr trotzdem wieder dabei. So schnell gebe ich nicht auf!

FLOP 2: ERDBEEREN

Ausgerechnet mit der Familienlieblingsfrucht hat es in diesem Jahr überhaupt nicht geklappt. Wenig zu beeinflussende Umstände (zu kalt, zu trocken, zu nass, zu heiß und dann wieder zu trocken – genau in der Reihenfolge) haben für eine echt miese Ernte gesorgt.  Ich glaube mehr als zwei, drei der abgebildeten Körbchen waren nicht zu holen. Den Geburtstagskuchen für die Mai- und Junikinder musste ich tatsächlich mit gekauften Erdbeeren backen. So etwas will ich nicht noch einmal erleben!

Deshalb habe ich im September einen Erdbeerturm angelegt (inklusive Bewässerung und Kompostschacht in der Mitte). In der Klostergärtnerei Maria Laach gab es eine neue Züchtung der guten alten Mieze Schindler zu kaufen. Die Mieze Nuova sitzt nun in bester Erde an einem sonnigen Plätzchen. Und ich hoffe auf reichlich Erdbeeren im nächsten Jahr.

FLOP 3: DER HERBST

Was höre ich euch sagen? Der Herbst? Der war doch wunderschön. Sonne satt im Okober. Hat für das verregnete Frühjahr entschädigt. Was will die bloß?

Raus wollte ich! Raus in den Garten! Statt dessen lag ich grummelnd mit Gips im Bett. Persönliches Pech. Inzwischen ist der Gips ab und der Fuß wieder heil. Mit tatkräftiger Unterstützung von Mann und Kind konnte ich Ende November zumindest noch die wichtigsten Gartenarbeiten erledigen. Und von den Unmengen an Gartenbüchern die ich während meiner Zwangspause gelesen habe wird der Horrorgarten im nächsten Jahr ganz bestimmt profitieren.

  1. Na da bin ich mal gespannt. was für Ideen setzt Du den so , die Du während Deiner Zwangspause gelesen hast? Na also ich habe auf jeden Fall bis zum Ende gelesen. Und mit Erdbeeren habe ich überhaupt kein Händchen. Wir haben einfach zu viele Schnecken, die sind schneller als ich…
    Lieben Gruß Cordula

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