Gartenarbeit

Der kleine Horrorgarten tritt ins Torfnäpfchen

Der kleine Horrorgarten ist ein biologisch bewirtschafteter Garten. Eine Biozertifizierung würde er zwar nicht bekommen, weil ich z. B. meine Stauden meistens nicht in der Biogärtnerei kaufe (es gibt hier nämlich keine in Fahrradentfernung), aber selbstverständlich benutze ich keinen chemisch-synthetischen Dünger und auch Herbizide und Pestizide sind in unserem Garten tabu!

Ebenfalls tabu ist Blumenerde mit Torf (mal abgesehen von der, in der die zugekauften Pflanzen sitzen, selbst wenn diese aus der Biogärtnerei stammen ist die Erde nicht torffrei). Für die Pflanzenanzucht verwende ich Kokossubstrat. Alle selbst gezogenen Pflanzen sitzen in einer Mischung aus torftfreiem Substrat und Gartenerde. Alte Blumentopferde peppe ich mit Kompost auf. Soweit so gut.

Bis ich neulich für die Erhöhung des Hügelbeetes fast einen Kubikmeter Erde brauchte. Soviel gab weder der Garten noch der Komposthaufen her. Das Substrat, das ich normaler weise verwende, war mir in der Menge einfach zu teuer. Über Kleinanzeigen wird immer mal wieder Muttererde zum selbst schaufeln verschenkt, aber das war mir ehrlich gesagt zu anstrengend. Auf der Suche nach einer anstrengungsarmen und kostengünstigen Alternative ist mir der Kölner Kompost eingefallen. Die Abfallbetriebe der Stadt Köln produzieren ihn aus dem anfallenden Grünschnitt und dem Inhalt der Biotonnen. Der 45 Liter Sack kostet 3 Euro. Neben Kompost wird auch Rindenmulch und Blumenerde zum selben Preis angeboten.

Toll habe ich mir gedacht! Regional und preiswert! Super Sache! Zehn Säcke gekauft, in den Garten geschleppt und mich gefreut. Bis mein Blick beim Verschnaufen auf die deklarierten Inhaltsstoffe fiel. Torffrei? Fehlanzeige!

Der Großteil der Erde stammt zwar aus städtischer Produktion, aber wie bei den meisten anderen Blumenerden wird auch hier Torf zugefügt. Eigentlich logisch. Torf kann ein Vielfaches seines Eigengewichtes an Wasser speichern, macht die Erde locker und ist ein erprobtes Mittel um den gewünschten ph-Wert der Erde einzustellen.

Aber durch den Torfabbau werden Moore, und damit die Lebenswelt für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, unwiderruflich zerstört.

Torffreie Gartenerden werden auf Basis von Kompost, Rindenhumus und Holzfasern hergestellt. Außerdem beinhalteten sie, je nach Hersteller, Nebenprodukte wie Tonminerale und Lavagranulate, Xylit (für den idealen pH-Wert) oder Phytoperis (ein Naturdünger). Beim Bund für Naturschutz gibt es dazu nähere Infos und einen Einkaufsführer für torffreie Erden. Unter den Anbietern ist auch eine städtische Kompostierungsanlage. So ganz abwegig war meine Gedankenkette „regional=torffrei“ also nicht.

Trotzdem, beim nächsten Erdkauf passe ich besser auf damit das Hügelbeet das einzige Torfnäpfchen in unserem ansonsten torffreien Schrebergarten bleibt.

Bepflanzt habe ich das Hügelbeet mit zwei Kreisen Zuckerschoten. Eine Sorte wird 1,50 Meter hoch und soll an der Rankhilfe aus Eisen in der Mitte des Beetes hochranken. Die andere blüht lila, wird 1,00 Meter hoch und soll die Weidenäste erklimmen. Am äußern Rand wächst Brokkoli, durch luftige Drahthütchen gut geschützt vor den gefräßigen Tauben. Dazwischen sind noch ein paar überzählige und bereits vorgetriebene Knoblauchzehen gelandet.

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