Gartenarbeit Sauerkirschen

Der Mann mit den Scherenhänden

Unser Kirschbaum leidet. Der Killerpilz Monillia hat ihn fest im Griff. Die diesjährige Kirschenernte hat deshalb gerade mal 3 Kilo eingebracht. Jetzt wo alles abgeerntet ist geht’s ihm an den Kragen. Dem Pilz. Und dem Baum. Von seiner prachtvollen Hippiefrisur, unter deren langen Zweigen man, vor fremden Blicken geschützt, wunderbar sitzen und vor sich hin träumen konnte, ist bald nicht mehr viel übrig.Das Bubiekopf-Zwischenstadium ist ja noch ganz ansehnlich. Aber dann schneidet sich der Mann in einen Rausch und ist nicht mehr zu stoppen.

Überall findet er noch von Monillia befallene Zweige. Übrig bleibt ein ziemlich kahles Gerippe. Und ein Kater. Mit kleinem Blackout. (Oh mein Gott, war das wirklich ich?) Wie üblich nach einem anständigen Rausch.

Und bei mir der Wunsch den armen Baumschopf unter einer Mütze zu verstecken. Wie früher. Sonntags oder Montags. Nach einer „verdammt Friseur hat zu – schneid ich mir den Pony halt selbst“ Aktion.

hier noch im original Hippie-Zustand
die Bubikopf-Variante
ein ganz schöner Haufen
die ziemlich magere Endfrisur
hoffentlich wächst das wieder
  1. Wenn der Baum das schon länger hat, ist er eventuell schon völlig durchseucht. Wir haben im Winter unsere zwei ältesten Sauerkirschen gerodet, weil sogar die Stämme immer wieder wegen der Monila aufrissen.

  2. Das sind schlechte Neuigkeiten. Auch bei uns ist an den Ästen die Rinde aufgeplatzt. Ich würde trotzdem gerne ein Jahr abwarten. Vielleicht fängt er sich wieder. Es ist so ein schöner großer Baum und die Kirschen (vor allem die daraus gemachte Marmelade) waren echt lecker.

  3. SchneiderHein

    Ich kenne zwei Sauerkirschen in zwei verschiedenen Gärten mit Monilia: Den im Garten meiner Mutter habe ich vor einigen Jahren mehrmals beim kleinsten Befall so ähnlich gerupft wie ihr. Der lebt zwar noch, kränkelt aber immer noch. Und dann die größere und wohl etwas ältere Sauerkirsche, die wir nur 1x in der Anfangsphase unseres Gartens so um 1996 im unteren Bereich – wo wir problemlos drankamen – geschnitten haben. Im Vergleich geht es unserem Baum besser. Und auch seine Früchte sind praller. Tote Äste bleiben einfach dran, bis die Sauerkirsche uns zu groß wird. In beiden Gärten stehen auch Zierquitten, die ebenfalls von Monilia befallen sind. Auch da zeigt sich, dass der Strauch bei meiner Mutter mehr leidet, da er wesentlich stärker beschnitten wird. Auch Mandelbüsche und Zierkirschen können befallen. Die haben wir mit der Alles-sofort-rausschneiden-Methode totgeschnippelt …
    Bei meiner Mutter darf die Sauerkirsche jetzt auch so bleiben wie sie ist und hat im unteren Bereich sogar einen neuen Ast gebildet, während die obere Krone irgendwann abgestorben ist.
    Ähnliche Erfahrungen konnte ich in unserem Garten auch mit dem Birnengitterrost sammeln. Manchmal hift sich die Natur vielleicht besser als wir oder die Profis es wahrhaben wollen 😉
    LG Silke

  4. Liebe Silke
    nu isses zu spät und wir müssen einfach abwarten wie die Kirsche ins nächste Jahr startet. Aber den Birnengitterrost haben wir auch – und bislang aus Mangel an Zeit ignoriert. Momentan fallen einige verschimmelte Birnen vom Baum, aber es hängen noch mehr als wir verbrauchen können drauf. Daher warten wir einfach weiter ab.
    Grüße vom kleinen horrorgarten

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