Meerrettich Monilia Sauerkirschen Spitzendürre

Die Kirsche im Dorf lassen

Als Kind liebte ich Kirschohringe. Am begehrtesten waren die seltenen Kirschtriangeln. In unserem Mietshausgarten stand ein alter Sauerkirschbaum auf dem wir gerne herum geklettert sind. Er hing, zumindest in meiner nostalgisch verklärten Erinnerung, immer übervoll und die saueren Früchtchen wurden fast alle zu leckerem Kirschsaft verarbeitet.

Unser Kirschbaum wird dieses Jahr wohl eine eher magere Ernte einbringen. Die Spitzendürre hat ihn voll erwischt. Seine Zweige sind in den letzten Jahren nicht mehr ordentlich geschnitten und gepflegt worden. Sie hängen fast bis auf den Boden und die Krone ist dicht und dunkel. Optimale Voraussetzungen für einen Angriff der Killerpilze der Gattung Monilia.

Wir haben erst mal alle befallenen Zweige großzügig entfernt und im Hausmüll entsorgt. Mein Bioratgeber empfielt Meerrettich auf die Baumscheibe zu pflanzen, aber bislang habe ich im Gartenmarkt keine Meerrettichpflanzen gefunden. Sobald die Kirschen geerntet sind wird ein gründlicher Rückschnitt hoffentlich Abhilfe schaffen. Ist ein bisschen wie am Ende einer Liebe – der alte Zopf muss ab,  neuer Haarschnitt, neues Glück…

Und im nächsten Jahr feiern wir unser ganz privates Kirschblütenfest unterm eigenen Baum. Getreu nach dem Haiku des japanischen Dichters Issa: „Unter den Zweigen des Kirschbaums ist keiner allein.“

Das Lied zur Überschrift:

  1. Liebe Anja, ich freue mich gerade, Deinen Blog gefunden zu haben! Was Euren Kirschbaum angeht, so habt Geduld und redet ihm gut zu! Wir haben unsere Parzelle im späten August letztes Jahr bekommen – er war der traurigste Insasse und ich wollte ihn eigentlich gleich loswerden, wenn auch mehr aus Mitleid. Wir haben ihm dann eine Chance gegeben und die Monilia sehr großzügig rausgeschnitten – heute sieht er einfach prächtig aus uns darf natürlich seinen Lebensabend bei uns verbringen.
    Liebe Grüße aus Berlin, Dagmar

  2. Hallo Dagmar,
    danke für den netten Zuspruch. Ich werde direkt mit dem Baumbesprechen beginnen.
    Grüße aus Köln von Anja

  3. Anonymous

    Hallo Anja,
    ich wage stark zu bezweifeln, dass Du überhaupt Meerrettich im Gartencenter finden wirst. Ich habe diesen Winter eine M.-Wurzel vom Wochenmarkt im Keller in einen Eimer mit feuchtem Sand gelegt. Als sich die ersten Keime zeigten (nach ein paar Wochen), ist die Wurzel dann in den Garten gewandert.
    Mittlerweile ziemlich groß geworden!
    Allerdings weiß ich nicht, ob ich sie unter einen Obstbaum pflanzen würde, das Gebuddel zum späteren Ernten der Wurzel kann dem flachwurzelnden Baum doch unmöglich gefallen, oder?!
    Aber ich hab ja keine Ahnung, bin ja nur Anfänger!

    Viele Grüße und Viel Spaß

    Kirsten

  4. Hallo Kirsten,
    das mit dem Ernten stimmt wohl. Ich weiß auch nicht wie der Meerrettich den Monilla Pilz vertreiben soll. Muss ich noch besser recherchieren. Aber der Tipp mit dem Wochenmarkt ist auf jeden Fall gut.
    Liebe Grüße
    Anja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.