sojaernte im garten
Gemüse Sojabohnen

Die Sojabohnenernte

Vor ein paar Wochen habe ich die Sojabohnen auf meinem 1000 Gärten Versuchsfeld geerntet. Ein bisschen spät vielleicht. Die Blätter waren schon eine Weile braun und in den Hülsen hat es ordentlich geklappert – ein Zeichen, dass die Bohnen reif sind. Die Ernte war gar nicht so einfach. Zum einen waren da meine immer noch fleissig fliegenden Bienen. Das Sojafeld liegt genau in der Einflugschneise von zwei Völkern. Schon im Sommer beim Unkraut jäten hatte ich damit Probleme. Mein Gartenhelfer wurde gestochen und hatte daraufhin wenig Lust zum Weiterarbeiten. Tatsächlich waren Arbeiten am Beet nur am späten Abend, wenn die Bienen tief und fest schliefen, möglich. Für die Ernte habe ich daher einen kühlen windigen Tag mit wenig Bienenflugverkehr abgewartet. Zum anderen ließen sich die Schoten nicht so einfach von den vertrockneten Stängeln lösen. Beim Bauern auf dem Feld werden dafür Mähdrescher eingesetzt. Bei mir ist das natürlich in Handarbeit passiert und am Anfang hatte ich gleich die ganze Pflanze in der Hand beim Rupfen. Dabei sollten die Wurzeln doch in der Erde bleiben. Daran befinden sich die wertvollen stickstoffsammelnden Knöllchenbakterien, die sollen die Folgekultur im nächsten Frühjahr mit Nährstoffen versorgen. Den Rest habe ich also sorgfältig mit zwei Händen gepflückt.

sojaernte
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Die einzelnen Reihen haben sehr unterschiedlich getragen. Ich hatte zwölf Reihen á 1 Meter ausgesät. In jeder Reihe ist eine andere Sojasorte gewachsen. Ziel des Soja-Experiments von Taifun und der Uni Hohenheim ist ja, eine Sojabohne zu finden, die unter den regionalen Bedingungen gut performt. Für Reihe drei und vier trifft das bei mir schon mal nicht zu. Die Pflanzen sind niedrig geblieben und haben kaum Bohnenschoten angesetzt. In Reihe zwölf sah es auch nicht besser aus. Das mengenmäßig beste Ergebnis hatte ich in Reihe acht und zehn. Ob auch die Qualität der Sojabohnen stimmt, wird später im Labor untersucht. Erste Ergebnisse werden schon bald vorliegen.

sojaernte

Neben dem Versuchsfeld habe ich mit dem überzähligen Saatgut noch ein paar private Reihen angelegt. Obwohl ich dachte, der Beetbereich, in dem ich sie ausgesät habe, sei zu schattig, sind sie prima gewachsen. Ich schau mir demnächst bei Taifun an wie Tofu hergestellt wird und dann verarbeite ich meine Ernte. Bin gespannt wie selbstgemachter frischer Tofu schmeckt.

Was ich leider total verpasst habe ist die Ernte von grünen Sojabohnen. Hatte eigentlich fest vor Edamame aus eigenen Sojabohnen zuzubereiten. Muss ich wohl aufs nächste Jahr verschieben. Schwierig war der Anbau der Sojabohnen nicht. Bis auf das regelmäßige Unkrautjähen am Anfang habe ich die Kultur komplett sich selbst überlassen. Auch die relativ trockenen Wochen im Sommer haben sie ohne zusätzliches Wasser gut überstanden. Beim nächsten Mal würde ich wohl vorbeugend den Boden mulchen. Das hilft gegen Unkraut und gegen Trockenheit. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Versuch und werde den Sojabohnen auch 2017 einen Platz in meinem Garten einräumen.

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  1. Super cool! Vor kurzem kam dazu ein Beitrag bei „Querbeet“, der mir richtig gut gefallen hat. Schön,dass du da auch mitgemacht hast

  2. Hey Gärtnerin, ich wollte auch Soja anbauen, ich hatte die Sorte Merlin, sogar zwei verschieden Saattüten, aber die Bohnen sind nicht gewachsen, nicht keikeimt. Ich hab noch mal nachgesäht und wieder nichts,
    wie hast du das gemacht? Was hab ich falsch gemacht? lg

    • Die Gaertnerin

      Also so per Ferndiagnose lässt sich dazu nicht allzuviel sagen. Wann hast du denn gesät? Soja hat es gerne warm und feucht. Außerdem brauchen Sojabohnen bestimmte Bodenbakterien damit sie keimen und wachsen. Wenn dein Saatgut nicht geimpft war wird das nichts. Müsste auf dem Tütchen vermerkt sein. Wo hattest du das Saatgut her? Auch möglich, dass die Keime direkt den Schnecken zum Opfer gefallen sind. Die lieben Sojabohnenkeimlinge sehr.

      LG
      Anja

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