Kirschbaum Monilia Sauerkirschen Schädlinge bekämpfen

Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere?

Das mag in den fünfziger Jahren für Peter Alexander und Leila Negra so gewesen sein. (Was man so alles ausgräbt auf der Suche nach einer Überschrift) Im Horrorgarten gilt das seit kurzen nicht mehr. Das ist erfreulich, wenn auch der Grund dafür ein eher unerfreulicher ist.

Leider waren unsere letztjährigen Kirschbaumrettungsversuche nicht wirklich erfolgreich. Auch in diesem Jahr hat der Killerpilz Monillia wieder erbarmungslos zugeschlagen. Trotz extra angelegtem Fußbett aus Maiglöckchen und Meerrettich. Trotz radikalem Rückschnitt. Trotz regelmäßiger Baumumarmung und gutem Zureden.

Hat alles nichts geholfen. Die paar Kirschen die er dennoch getragen hat, haben wir (nicht ganz freiwillig) an die große Vogelschar im Horrorgarten abgetreten. War nicht mit „Chery, cery Lady“ dieses Jahr.

Trennen wollten wir uns trotzdem nicht. Der Baum und ich. Weil ich Sauerkirschen wirklich mag. Und auch weil er gebraucht wird. Wo sonst soll ich die Hängematte befestigen? Aber was hilft, wenn scheinbar gar nichts hilft? Die EU macht’s vor. Tiefe Einschnitte sind gefordert. Kein Problem für den Mann. Das unordentliche Astwachstum ist ihm eh ein Gräuel. Er steht auf gerade Linien und rechte Winkel. Endlich konnte er einmal so richtig aufräumen.

Der Kirschbaum hat ordentlich Holz gelassen. Nur ein paar Aststümpfe sind ihm geblieben. Sollte er jemals wieder Kirschen tragen, kann sogar ich Zwerg sie ohne Leiter pflücken. Das zumindest ist ein echter Vorteil. Und auch das Schutznetz gegen Vogelgier lässt sich bei dieser Größe schnell überwerfen.

In einem anderen Garten habe ich einen ähnlich radikal beschnittenen Baum gesehen und er trug mehr Früchte, als unser ehemaliger Riese jemals getragen hat. Das lässt mich hoffen. Und während ich sanft in der Hängematte schaukele, träume ich von einer üppigen Kirschernte im nächsten Jahr.

  1. Gartenschaffer

    Das war natürlich ein heftiger Rückschnitt und vermutlich wird der Baum dann nächstes Jahr kräftig (!) ausschlagen. Glücklicherweise ist das bei einer Sauerkirsche nicht so schlimm, da sie fast nur an jungen Trieben trägt. Informiert Euch doch mal über einen regelmäßigen Schnitt.
    Mit der Monilia ist es allerdings so, dass manche Sauerkirschsorten (z.B. Schattenmorelle) da so empfindlich sind, dass man eigentlich keine Chance hat. Da hilft dann nur eine andere Sorte.
    Herzlicher Gruß
    Martin

  2. Ohje, ehrlich gesagt, glaube ich nicht, daß das nochmal was wird. Nach meiner Erfahrung treibt ein Baum nach einem derartig heftigen Rückschnitt zwar noch ein paar Jahre lang Wasserreiser, gibt aber dann irgendwann den Geist auf.
    An eurer Stelle würde ich woanders einen neuen Kirschbaum pflanzen und diesen nur als Hängemattenhalter belassen.

    Grüße, KatjaK

  3. Oje, das ist bitter. Wenn ein Baum mal so eine Krankheit erwischt hat, dann wird man sie kaum mehr los. Meine Brombeeren leiden seit einem Jahr an Brombeerrost und ich stehe auch auf verlorenem Posten.

    lg kathrin

    • Britta Keiluhn

      Liebe Katrin,
      die Brombeeren haben doch die richtige Größe, um von Dir mit Holzasche bestäubt zu werden.
      Wir haben unseren Birnenbaum damit bestäubt und der ist den Birnengitterrost losgeworden.
      Die Asche ist basisch, der Pilz mags lieber sauer……..
      Alles Gute
      Britta

  4. Schade, hoffentlich erholt er sich wieder. Ich liebe ja auch Sauerkirschen und will mir eine in den Garten holen. Wie alt ist denn deine? Wenn man da auch noch eine Hängematte dran hängen kann – genial!

    LG, Michelle

  5. Henriette

    Toller Beitrag 🙂 Wirklich schön 🙂

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