Pflanzenschutz mit Jauchen, Brühen und Tees
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Pflanzenschutz mit Jauchen, Brühen und Tees

In unserem Bio-Garten verzichten wir aus Liebe zu allem was lebt (das schließt den Gärtner und die Gärtnerin mit ein) auf synthetisch hergestellte Pflanzenschutzmittel. Das freut den Regenwurm, die Biene, den Schmetterling und den Marienkäfer, aber leider auch die Blattlaus, die Schnecke und den Pilz. Ja ja, ich weiß, auch das sind Gottes Geschöpfe, aber an meinem Gemüse haben sie nichts zu suchen. Wie halte ich also Obst und Gemüse im Bio-Garten frei von Schädlingen und Krankheiten? Ganz einfach. Mit Omas Hausmittelchen. Mit selbst hergestellten Pflanzenschutzmitteln aus natürlichen Zutaten, die meist sogar im eigenen Garten wachsen.  Wir betreiben Pflanzenschutz mit Jauchen, Brühen und Tees aus Pflanzen und Kräutern. Und meistens gelingt es uns so, auch ohne den Einsatz von Chemie, reichlich gesundes Obst und Gemüse zu ernten.

Pflanzenschutz mit Jauchen, Brühen und Tees

Wie wirken Jauchen, Brühen und Tees?

Im Gegensatz zu chemischen Mitteln gibt es bei Jauchen, Brühen und Tees keine hundertprozentige Wirkungsgarantie. Im Bio-Garten (und auch im echten Leben) hängt vieles von einem ausgewogenen Gleichgewicht zwischen Gut und Böse ab. Mit selbst hergestellten Pflanzenschutzmitteln kann das Böse ganz gut im Schach gehalten werden. Ganz los wird man es damit nicht, aber das ist auch nicht unbedingt nötig.

Natürliche Pflanzenschutzmittel wirken stärkend auf die Pflanzen. Sie sind eine Form der Hilfe zur Selbsthilfe. Ackerschachtelhalm enthält zum Beispiel viel Kieselsäure. Die festigt und härtet das Zellgewebe von Pflanzen (kennt man ja aus der Kosmetikindustrie, da wird sie gerne für feste Nägel und glänzendes Haar eingesetzt). Pilzsporen können nicht so leicht in gesunde feste Blätter eindringen. Blattläuse beißen sich an den festen Blättern die Zähne aus. Ähnlich wirkt auch Beinwell. Sein hoher Kaliumgehalt kräftigt die Pflanzen. Sie bilden starke Triebe und Früchte mit dicker Schale. Schlechte Chancen für fiese Pilze und hungrige Läuse.

Andere Jauchen oder Brühen, wie scharfe Brennnesseljauche und Rhabarberblätterbrühe, wirken weniger sanft. Nach einer kräftigen Dusche ist es aus mit der Laus. Ich gebe zu meine Liebe zu Blattläusen ist begrenzt. Dennoch wende ich diese Mittel höchst selten an. Meist leisten Marienkäfer oder Florfliegen weitaus bessere Dienste und ich kann meine Hände in Unschuld waschen.

Zwiebeln, Knoblauch und Kapuzinerkresse enthalten krankheitshemmende oder abtötende Wirkstoffe. Kennt jemand hier Zwiebelpäckchen gegen Mittelohrentzündung? Hat bei meinem Nachwuchs oft erstaunlich gut geholfen und die Antibiotika erspart. Mit stark riechenden Jauchen aus Holunderblättern oder Tomatentrieben lassen sich einige Schädlinge an der Nase herum und am Objekt ihrer Begierde vorbei führen.

Pflanzenschutz mit Jauchen, Brühen und Tees

Jauchen, Brühen und Tees selbst herstellen

Pflanzenschutzmittel aus Jauchen, Brühen und Tees lasses sich leicht selbst herstellen. Viele wirkungsvolle Pflanzen wachsen im eigenen Garten oder auf Wiesen und an Wegesrändern.

Bei mir dürfen direkt neben dem Kompost auf rund zwei Quadratmetern Brennnesseln kontrolliert wachsen. Die jungen Triebe ernte ich immer wieder und benutze sie als Mulch oder verarbeite sie zu Jauche. Brennnesseln enthalten reichlich Stickstoff – Gemüsepflanzen brauchen Stickstoff für ein zügiges Wachstum, eine perfekte Verbindung also. In der Jauche liegt er in schnell verfügbarer Form vor. Verwendet man die Blätter zum Mulchen steht er den Pflanzen über einen längeren Zeitraum zur Verfügung.

In einem schmalen Seitenstreifen zum Nachbarsgarten hin stehen ein paar Beinwellpflanzen, auch bekannt unter dem Namen Comfrey. Sie blühen lila und ziehen jede Menge Insekten an. Das ist aber nicht der Grund warum sie soviel Platz einnehmen dürfen. Sie enthalten jede Menge Kalium – wichtig für Aroma und Blattfarbe – und ergänzen damit meine selbstgemachte Düngermischung perfekt.

Vor ein paar Jahren wollte ich auch Ackerschachtelhalm anpflanzen (er kräftigt die Blattstruktur), aber eine erfahrene Gärtnerin hat mich glücklicherweise davon abgehalten. Das Zeug wird man nie mehr wieder los, ähnlich wie bei Giersch lässt sich die Verbreitung von Ackerschachtelhalm nur schlecht eindämmen.

Aus dem ebenfalls recht hartnäckigen Löwenzahn mache ich eine Jauche zur Verbesserung der Fruchtqualität und vorher dürfen sich die Bienen an den Blüten laben. Da ist es nicht so schlimm, dass er immer wieder kommt.

Pflanzenschutz mit Jauchen, Brühen und Tees

Jauche selbst herstellen

Jauche ansetzen ist wirklich nicht schwierig. Es dauert nur ein bisschen. Einfach eine alte Regentonne zur Hälfte mit grob zerkleinerten Blättern füllen, Wasser zugeben, einmal am Tag mit einem langen Stock umrühren und wenn es zu stark riecht mit Urgesteinsmehl bestäuben. Nach rund zwei Wochen, wenn es aufhört zu schäumen, ist die Jauche fertig. Mir reicht ein Fass für den ganzen Sommer. Meist mische ich Brennnessel- und Beinwellblätter  und verwende die Jauche 1:10 verdünnt alle sieben Tage zum Gießen.

Der Geruch während der Gärzeit ist allerdings wirklich unangenehm. Also lieber nicht zu nah zum Nachbarn hin aufstellen und für die eigene Nase besser einen Deckel (lose) auflegen. Dann fallen auch keine Mäuse rein, die den Gestank nochmal erhöhen (alles schon passiert).

Vergorene Jauche wird als natürlicher Dünger eingesetzt. Zur Schädlingsabwehr verwendet man ätzende Jauche aus Brennnesselblättern. Der Ansatz erfolgt wie bei der vergorenen Jauche, sie wird aber bereits nach 3 Tagen stark verdünnt (1 : 50) zum Spritzen verwendet.

Brühe selbst herstellen

Brühen kann man zur Stärkung und Kräftigung von Gemüsepflanzen einsetzen. Sie wirken vorbeugend gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Brühe ist nur begrenzt haltbar und wird daher in kleineren Mengen angesetzt. Für die Herstellung könnt Ihr getrocknete oder frische Blätter verwenden. Sie werden zunächst 24 Stunden in Regenwasser eingeweicht und dann 15 bis 30 Minuten gekocht. Nach dem Abkühlen werden die Blätter abgesiebt. Sie können als Mulchmaterial verwendet werden. Wenn einmal Brühe übrig bleibt und gärt, kann sie wie Jauche verwendet werden.

Tee selbst herstellen

Tee wird meistens zur Schädlingsabwehr verwendet. Er wird wie Brühe aus zerkleinerten frischen oder getrockneten Kräutern hergestellt. Die Blätter werden mit kochendem Wasser übergossen und müssen abgedeckt 15 bis 20 Minuten ziehen. Empfindliche Inhaltsstoffe bleiben bei dieser Zubereitungsart besser erhalten als bei Brühe.

Grundrezepte für Jauchen, Brühen und Tees

Rezepturen für Jauchen, Brühen und Tees

Anwendungsmöglichkeiten

Anwendung Jauchen, Brühen und Tees

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