sojabohnen anbauen
Bohnen Gemüse Kooperation Sojabohnen

Sojabohnen aus dem eigenen Garten

Sojabohnen im eigenen Garten anbauen, geht das? Die Frage habe ich mir bereits vor einiger Zeit gestellt und nach einer kurzen Netzrecherche mit „ach nö, lieber nicht“ beantwortet. Die Sojabohne schien mir doch sehr speziell zu sein in ihren Anforderungen an Temperatur, Feuchtigkeit und Boden. Fast schon ein bisschen Divenhaft, dachte ich. Doch dann hat mich das 1000Gärten-Team doch noch vom Sojabohnenanbau überzeugt. Mit kompetenter Unterstützung von Fachleuten traue ich mir den Anbau zu.

Das Soja-Experiment

Die Sojabohne (Glycine max (L.) Merr.) mag es gerne warm. Am besten wächst sie bei Temperaturen zwischen 24 und 34 Grad Celsius. Wird sie in Gegenden angebaut, wo die Tage länger sind (wie in Nordeuropa), verlängert sich die Wachstumszeit. Sie blüht später und die Abreife der Samen verzögert sich. Wenn sich die Sojabohne auf deutschen Äckern etablieren soll müssen neue, besser an die jeweilige Umgebung angepasste Sorten der wärmeliebenden Pflanze gezüchtet werden. Die Initiative „1000 Gärten – Das Soja-Experiment“, ein Gemeinschaftsprojekt von dem Tofu-Produzenten Taifun und der Universität Hohenheim, hat sich mit der Hilfe von 1000 Gärtnerinnen, Gärtnern und Landwirten auf die Suche nach einer regional angepassten Sojabohnen-Sorte gemacht. Unterschiedliche Soja-Stämme und -Sorten sollen an möglichst vielen verschiedenen Standorten angebaut und die Ergebnisse anschließend wissenschaftlich ausgewertet werden. Eine ganz neue Züchtungsmethode also, die  ohne den Einsatz von Gentechnik auskommt und deren Ergebnisse später für alle verfügbar sind. Mir gefällt der Ansatz und deshalb bin ich gerne dabei.

Beet vorbereiten für Sojabohnen

Vor ein paar Wochen war es dann soweit. Ich habe zwölf Päckchen mit unterschiedlichen Sojasorten, ein Päckchen mit Knöllchenbakterien und eine ausführliche Pflanzenleitung erhalten. Bei bestem Frühlingswetter musste ich zuerst einmal das Beet für die Aussaat vorbereiten. Genau wie bei den anderen Gemüsebeeten mussten Pflanzenreste und Beikräuter entfernt und der Boden mit einer Grabegabel gelockert und mit einem Rechen feinkrumig aufbereitet werden. Eine schweißtreibende Angelegenheit. Ich sollte meine Beete echt besser in Schuss halten. Das Beet misst zwei mal zehn Meter – das reicht für zwanzig Saatreihen mit einem Meter Länge. Für die Teilnahme an dem Soja-Experiment brauche ich nur zwölf Reihen. Die restlichen Reihen laufen ohne Wertung mit.

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Pflanzenleitung für Sojabohnen

Der Abstand zwischen den Reihen soll 50 Zentimeter betragen. Die Sojabohnen werden drei bis vier Zentimeter tief gelegt, in einem Abstand von zwei Zentimetern von Sojabohne zu Sojabohne. So weit, so gewöhnlich. Der wesentliche Unterschied in der Aussaat liegt in der Impfung der Bohnen mit speziellen Knöllchenbakterien. In den Heimatböden der Sojabohne sind diese Bakterien natürlicherweise in den Böden enthalten. Bei uns müssen sie vor der Aussaat zugefügt werden. Sorgfältig habe ich also den Inhalt eines kleinen Tütchen mit Knöllchenbakterien in den zwölf Tütchen mit Sojabohnen verteilt und vorsichtig gemischt. Die Bohnen wollen sanft behandelt werden. Starkes Schütteln nehmen sie übel und keimen dann schlechter. Bei Vögeln sind Sojabohnen im Übrigen genauso beliebt wie alle anderen Bohnensorten. Deshalb muss das frisch gesäte Beet auch unbedingt vor Vogelfrass geschützt werden. Ich habe das mit Netzen und einem Rest Hasendraht gemacht. Sieht nicht so toll aus – hilft aber.

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Jetzt warte ich gespannt wie der Versuch verläuft. Im besten Fall kann ich im Herbst Edamame aus dem eigenen Garten essen. Meinem Gartenboden wird die Leguminosen-Kur auf jeden Fall gut tun. Eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit ist noch ein Grund warum ich bei dem Projekt mitmache. Neben meiner Neugier auf ungewöhnliche Gemüsesorten und Anbauarten.

Berichte von anderen Gärtnern, die an dem Projekt teilnehmen findet ihr unter: https://www.1000gaerten.de/nc/aktivitaeten/gaertnerblog/.

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  1. Das ist ein sehr interessantes Projekt, liebe Anja! Der Ansatz gefällt mir auch und ich bin gespannt, wie es bei dir und den anderen Testern ausgeht.

    Viel Erfolg und schönes warmes Soja-Wetter wünscht
    Xenia

  2. Hallo,
    ein tolles Projekt. Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht und würde gerne mehr darüber lesen. Ich spiele nämlich schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken mir auch Soja-Bohnen zu ziehen und bin über jede Art von Tipps dankbar!

    Grüße
    Sven

  3. Klasse, dass du bei dem Projekt mit machst! Ich bin ganz gespannt auf die nächsten Beiträge!!!

  4. Hallo,

    Klasse Projekt. Vor allem dann, wenn man es eigentlich schon aufgegeben hatte und sich dann doch dran wagt. Hut ab. Ich selber hatte leider nie Erfolg mit Sojabohnen. Vielleicht kann ich mir ja das ein oder andere abschauen 😀
    VG

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