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Anzucht Saatgut Tomaten

Tomaten selbst ziehen – die diesjährigen Favoriten

Letztes Jahr war trotz des feuchten und kalten Frühjahrs ein super Tomatenjahr in unserem Garten. Wir haben jetzt noch jede Menge selbst gemachtes Tomatensugo im Vorratsregal stehen. Nachdem ich in meiner ersten Tomatensaison im Horrorgarten einen Platz für 25 verschiedenen Sorten finden musste bestand der Mann im Haus im letzten Jahr auf einer extrem eingeschränkten Bestenauslese. Nicht mehr als fünf Sorten lautete die strenge Vorgabe, acht sind es dann letztendlich geworden. Und obwohl mir die Auswahl damals recht schwer gefallen ist, muss ich sagen es hat sich bewährt mehrere Pflanzen von ausgewählten und bewährten Sorten anzubauen.

Jetzt steht die neue Tomatensaison vor der Tür und wieder muss eine Auswahl getroffen werden. Nicht alle Sorten aus dem letzten Jahr haben es auf die neue Liste geschafft. Dafür gibt es nun Platz für neue Kandidaten.

Hier kommt sie also, die neue ultimative TOP-FIVE-ELEVEN-TOMATENLISTE:

Zunächst eine Kurzvorstellung der Kandidaten, die bereits im letzten Jahr vertreten waren und es aus guten Grund erneut auf die Anbauliste geschafft haben (hier gibt es die ausführliche Sortenbeschreibung):

Lahman Pink – zartschmelzend, riesig, rot

Gary Ibsen Gold – zartschmelzend, riesig, gelb

Orange Plum – kleiner und feiner Mozzarellabegleiter

Green Zebra – grün gestreift und saftig

Cream Sausage – blassgelb, länglich, lecker

Uups, das waren ja schon fünf Sorten. Sieht so aus als müsste ich den Titel der Liste noch mal ändern. Sechs Sorten kommen noch dazu. Alle habe ich vor zwei Jahren schon einmal angebaut, aber aus Gründen, die nicht unbedingt Sortenbedingt waren, haben sie damals nicht überzeugt. Sie standen zu dunkel (im schattigen Teil des Gewächshauses) oder zu feucht (im Freiland bi viel Regen im Juli und August). Deshalb haben sie eine zweite Chance verdient.

Den Anfang macht Anna Russian. Wie bei allen in unserem Garten angebauten Sorten handelt es sich auch bei ihr um eine samenfeste alte Tomatensorte.

Die Ochsenherztomate stammt aus Oregon, wo sie einst von einem russischen Einwanderer erstmals angebaut wurde. Der Züchter sagt: Eine hervorragende, wunderschöne Tomate. Für eine herzförmige Tomaten sehr früh reifend, die großen rosa-roten Früchte wiegen in der Regel etwa ein Pfund. Superb reiches, altmodisches Aroma (?) mit viel Saft. Das kommt unserere Vorliebe für große saftige Tomaten doch sehr entgegen.

Es folgt noch eine Ochsenherztomate, diesmal in Gelb. Homer Fike’s Yellow Oxheart soll zahlreiche bis zu drei Pfund schwere herzförmige Früchte hervorbringen. Der Züchter sagt dazu: Garantiert ein „WOW!“ Viel Fleisch, wenige Samen und köstlich süße Fruchtaromen. Beim ersten Anbauversuch ist der Samen nicht aufgegangen, das klappt diesmal hoffentlich besser.

Aunt Ruby’s German Green stammt vom gleichen Züchter aus Amerika, der sich auf Heirloom Tomaten spezialisiert hat. Ein Pfund soll sie wiegen (gemeint ist immer das amerikanische Pfund, also rund 450 g), außen blassgrün gefärbt und innen leicht rötlich,  fruchtig süß und  leicht würzig im Geschmack. Wenn sie gut trägt würde ich gerne ein paar Flaschen grünes Ketchup machen. Mal sehen ob es dazu kommt.

Die Nächste in der illustren Tomatenrunde hört auf den Namen Black von Tula. Das russische Erbstück aus Tula wird 3-4 Pfund schwer, ist dunkelviolett, leicht abgeflacht und hat tiefgrüne Schultern. Der Züchter sagt zum Fruchtgeschmack:  reich, leicht salzig und rauchig. Das hört sich doch spannend an. Beim ersten Anbauversuch ist die Pflanze im Freiland der Braunfäule zum Opfer gefallen. Diesmal bekommt sie ein Dach über den Kopf.

Die letzten beiden Sorten baue ich in erster Linie für kleine Horrorgartenbesucher an. Es sind sogenannte Naschsorten. Vom Strauch direkt in den Mund schmecken sie am besten. Das Baselbieter Röteli bildet lange Rispen mit kleinen, 10-40 Gramm schweren Früchten die herrlich süß schmecken sollen. Die Früchte von Sweet Pea hängen auch an Rispen und erreichen die Größe ihrer Namenspatin, der Erbse.

  1. Danke für die vielen tollen Infos. Ich muss mir noch überlegen, was ich alles vorziehen will aber deine Tomaten hören sich schon mal richtig lecker an! Wenn doch schon Erntezeit wäre 🙂

  2. Hängesessel-Fan

    Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen – tolle Tomaten, tolle Sorten und klasse Tipps ! Danke dafür ! Einige werde ich mir mal für meine diesjährige Pflanzung vormerken. LG

  3. Da ärger ich mich doch das ich nur einen kleinen Balkon hab und nicht viel Platz für eine große auswahl an Tomaten. Aber ich denke das ich „Baselbieter Röteli“ mal antesten sollte und mal schauen wie sie sich in einen Topf bei mir auf den Balkon entwickeln

  4. Wow, euer Beitrag ist echt toll! Hab ich mir gerne angesehen und durchgelesen!

  5. Pingback: tomatenpflanzen kaufen köln

  6. Die Braunfäule war in diesem Jahr zu Gast auf meinem Balkon und der Terrasse. Hätte die „Seuche“ nicht noch ein paar Wochen abwarten können? Dann wären die letzten Trillionen Tomaten nicht in der Tonne, sondern im Topf gelandet. Aber: Das ist kein Grund zur Aufgabe. Im kommenden Jahr werden wieder Samen gekauft, Erde angekarrt und die Anzuchtstation mit Leben gefüllt. Allerdings lege ich mein Augenmerk dann auf resistente Sorten – auch Wildtomaten reizen mich sehr und stehen auf meiner Wunschliste ganz weit oben. Ob es im kommenden Jahr ebenfalls wieder fünf Sorten werden? Mal schauen.

  7. Pingback: Tomaten – meine Sorten, meine Anbautipps

  8. Vielen dank für die Informationen, will auch unbedingt Tomaten pflanzen. Ich liebe Tomaten.

    Gruß Anna

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