Varroabehandlung Dezember
Bienen und Honig

Varroabehandlung im Dezember

Im Dezember wurden meine Bienen ein letztes Mal gegen Varroamilben behandelt. Während der Winterruhe sollen die Bienenvölker möglichst frei von schädigenden Varroen sein. Ich verwende für die Behandlung die für Bienen recht gut verträgliche, Oxalsäure.

Nach den hohen Verlusten im letzten Winter, freue ich mich besonders, dass meine vier Bienenvölker gut durch die Saison gekommen sind. Bedingt durch das milde Herbstwetter, haben sich große kräftige Wintervölker gebildet. Lediglich das Volk mit der Superkönigin aus dem Buckfast-Zuchtprogramm schwächelt Bei der Durchsicht im Dezember auf den ersten Blick ein wenig. Während die anderen Bienenvölker beim Öffnen der Bienenbeute lebhaft auf der Oberfläche herumkrabbeln, sitzen die Bienen aus dem betreffenden Volk tiefer unten auf den Rähmchen. Das muss ich mir genauer ansehen.

Varroabehandlung mit Oxalsäure

Bevor ich die Behandlung starte, schaue ich alle Völker gründlich durch. Die relativ bienenfreundliche Oxalsäure kann nur dann richtig wirken, wenn keine Brut mehr im Volk vorhanden ist.

Oxalsäure kommt als natürlicher Bestandteil in Rhabarber, Spinat oder Mangold vor. Bei der Varroabehandlung wird sie in Form einer 3,5-prozentigen wässrigen Zuckerlösung auf die Bienen geträufelt.

Oxalsäure gegen Varroen kann man fertig angemischt in der Apotheke oder im Bienenfachhandel kaufen. Sie wird mit einer großen Spritze direkt auf die Bienen geträufelt. Während der Behandlung sollten die Bienen in einer dichten Bienentraube sitzen. Das ist bei Temperaturen zwischen drei und maximal zehn Grad Celsius der Fall. Durch ihr Putzverhalten wird die Säure dann von Bienen zu Biene weiter gegeben und die aufsitzenden Varroen werden durch den Kontakt mit der Säure abgetötet. Der Milbenfall kann sich nach der Behandlung über vier bis fünf Wochen hinziehen. Oxalsäure hinterlässt bei richtiger Anwendung keine Rückstände im Wachs oder im Honig.

Spritze mit Oxalsäure

Varroabehandlung Dezember Oxalsäure träufeln

Bienen beträufeln

Varroabehandlung im Dezember
Varroabehandlung Dezember Oxalsäure träufeln

Bienenvölker auf Brutfreiheit prüfen

Bienenvölker im Spätherbst durchsehen ist eine echte Fleißaufgabe.  Wenn es draußen nicht mehr so viel süßen Blütennektar zu holen gibt widmen sich Honigbienen mit Hingabe der Innenausstattung ihrer Behausung. Jede kleinste Lücke wird gründlich mit Propolis verschmiert. Damit es im Winter nicht zieht. Eigentlich ganz schlau. Im Evolutionsprogramm der Bienen ist die Imker*in schließlich nicht vorgesehen. Für mich heißt das aber, dass ich ziemlich viel Kraft dafür aufwenden muss, die Rähmchen zu lösen, um sie durchzusehen. Nach kurzer Zeit sind meine Handschuhe ganz klebrig vor lauter Propolis. Dafür entschädigt mich aber der intensive und sehr angenehme Geruch. Propolis wird von den Bienen aus Harz, Wachs, Pollen und Speichelsekret hergestellt. Es wirkt hervorragend gegen Bakterien, Viren und Pilze und wird in Alkohol gelöst, als Propolistinktur, teuer gehandelt. Ich will schon lange welche für den Eigenbedarf herstellen und sammle fleißig Propolis indem ich es an den Rähmchen abkratze. Das gesammelte Propolis muss dann im gefrorenen Zustand gemahlen und in Alkohol aufgelöst werden. Mal sehen ob ich in diesem Winter dazu komme. Noch fehlt mir eine passende Mühle und ich stelle mir das alles ziemlich klebrig vor.

Da Oxalsäure nur im direkten Kontakt mit der Milbe wirkt müssen die Völker brutfrei sein. Bei den meisten Völkern ist das etwa Mitte Dezember der Fall. Im Rheinland aufgrund der milden Temperaturen auch schon mal was später. Die Brutzellen sind der Ort im Bienenstock, an dem sich die Varroamilben vermehren. Die weiblichen Varroen legen ihre Eier in die Zellen kurz bevor diese verschlossen werden und ihre Brut parasitiert dann die Bienenlarven. Schlüpft die Biene gelangt die auf ihr sitzende Milbe in den Bienenstock und kann sich weiter vermehren. Um das zu vermeiden schaue ich mir Rähmchen für Rähmchen an und prüfe ob sich auch keine Brut mehr darauf befindet. Falls doch warte ich mit der Behandlung solange bis alle Bienen geschlüpft sind.

Bestandsaufnahme im Januar

Meine Bienenvölker haben die Varroabehandlung gut überstanden. Ein paar Varroamilben leider auch. Auf den Windeln (so nennt man die Bodeneinlagen, die man unter Gitterböden der Bienenbeute schieben kann) sieht man wo die Bienen sitzen, wie groß das Volk ist und auch was es gerade macht.

Windel ziehen

Varroabehandlung Dezember

Im Gemülle lesen

Varroabehandlung Dezember

Brutlose Bienenvölker haben wenig Totenfall und kaum Wachsgemülle. Auf dem rechten Bild kann man gut erkennen, dass die Bienen drei bis vier Wabengänge besetzen. Die vielen dunklen Partikel deuten darauf hin, dass die Brutwaben bereits geputzt und vorbereitet wurden.

Varroabehandlung im Dezember

Findet man auf der Windel auch helle Wachsplättchen, haben die Bienen bereits begonnen die Brutzellen zu verschließen. Das Bienenvolk mit der Buckfast-Königin ist größer als im Dezember bei der Durchsicht erwartet. Leider sind hier auch einige Varroamilben auf der Windel zu sehen. Das ist nicht gut. Behandeln kann ich jetzt nicht mehr. Aber die Töchter dieser Königin sollen ein sehr gutes Putzverhalten haben, daher hoffe ich sie kommen mit der Varroabelastung klar.

    • Avatar for Die Gaertnerin
      Die Gaertnerin

      Ja, ging bei uns im Verein schon rum. Interessanter Ansatz. Es gibt allerdings auch kritische Stimmen dazu. Ich verfolge das aufmerksam und wäre wirklich glücklich, wenn damit eine sanfte Methode gefunden wäre.

  1. Avatar for Katrin

    Schön zu lesen, das du an den Bienen auch Handschuh benutz.

    LG, Katrin

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