Weihnachtsbaum aus der Region
Urban Gardening Weihnachten

Ein Weihnachtsbaum aus der Region

Im Sauerland haben viele Familien ein kleines Stück Land und darauf wachsen in der Regel Weihnachtsbäume. Das Klima in der Region bietet optimale Bedingungen für Tannen und Fichten. Wir haben einen Tannenbaumproduzenten besucht und uns zeigen lassen wo und wie ein echter Sauerländer Weihnachtsbaum wächst.

Weihnachtsbaum aus der Region

Vom Landwirt zum Weihnachtsbaum-Produzenten

Für Andre Kotthoff ist <strong>das ganze Jahr Weihnachten</strong>. Der traditionelle Familienbetrieb am Hennesee, mitten im schönen <strong>Sauerland</strong> gelegen, produziert bereits in der dritten Generation <strong>Weihnachtsbäume</strong>.

Andre Kotthoffs Großvater Josef war einer der ersten der Weihnachtsbäume in der Region anbot. Zu seiner bereits seit 1536 bestehenden Landwirtschaft gehörten auch ein paar Hektar Wald. Als die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen um 1950 herum stark anstieg bediente Josef Kotthoff sie zunächst durch die Entnahme von Bäumen aus alten Fichtenbeständen.

Weihnachtsbaum im Wandel der Zeit

Auch Weihnachtsbäume unterliegen modischen Einflüssen. Bis 1960 war die Rotfichte der Favorit unter den Weihnachtsbäumen. In den 1970er Jahren kam die Blaufichte in Mode. Die stacheligen Fichten verströmten einen wunderbaren Geruch im Wohnzimmer, verloren aber leider sehr schnell ihre Nadeln. Bereits nach wenigen Tagen in der warmen Stube begannen sie bei der kleinsten Berührung zu rieseln. Ende der Achziger wurden sie von der robusten Nordmanntanne abgelöst. Dichter gleichmäßiger Wuchs, tiefgrüne weiche Nadeln und eine lange Haltbarkeit machen die Nordmanntanne bis heute zum beliebtesten Weihnachtsbaum in Deutschland.

Weihnachtsbaum aus der Region

Sauerländer Weihnachtsbäume sind gefragt

Nach und nach konnte Andre Kotthoffs Großvater und später auch sein Vater Franz Josef das Geschäft mit den Tannenbäumen ausbauen. Neue Kulturen wurden angelegt. Der magere Sauerländer Boden und die hohen jährlichen Niederschlagsmengen bieten dafür optimale Wachstumsbedingungen. Heute wachsen die Bäume des Familienbetriebs auf rund 50 Hektar. Ein Hektar bietet Platz für 6.000 bis 8.000 Tannen. Alle zehn Jahre kommt eine neue Kultur dazu. Solange dauert es bis ein kleiner dreijähriger Setzling aus der Baumschule zu einem stattlichen Weihnachtsbaum herangewachsen ist.

Vom Setzling zum erntereifen Weihnachtsbaum

Vier Mitarbeiter kümmern sich heute zusammen mit Andre und Franz Josef Kotthoff rund ums Jahr um die Weihnachtsbäume. Gepflanzt werden die Jungbäume im Frühjahr. Dann folgen erste Schnittarbeiten. Unregelmäßigkeiten, wie doppelte Spitzen, werden korrigiert. Mit Astklammern lassen sich verirrte Zweige in die richtige Richtung leiten. Das Einkürzen der Seitentriebe im Mai sorgt für einen schmalen Wuchs – schließlich soll der fertige Baum ja nicht das ganze Wohnzimmer einnehmen. Im Sommer fallen vor allem Dünge- und Mäharbeiten an. Im Herbst setzen die Mitarbeiter zum Endspurt an. Die Bäume werden klassifiziert und mit Etiketten versehen, bevor sie schließlich im Dezember geerntet werden.

Die Zeit der Ernte beginnt bereits Mitte November. Dann werden vor allem große Bäume geschlagen, die draußen als Schmuck in Fußgängerzonen und auf Weihnachtsmärkten stehen. Unter optimalen Bedingungen bleibt so ein Baum über acht Wochen lang grün und behält seine Nadeln. Die Haupternte startet am ersten Advent. Jetzt muss es schnell gehen. Zwischen Ernte und Verkauf liegt gerade mal eine Woche. Die Bäume müssen geschlagen, verpackt und auf Paletten verladen werden. Saisonarbeiter rücken zur Unterstützung an. Trotzdem hat Andre Kotthoff in dieser Zeit alle Hände voll zu tun. Bis kurz vor den Feiertagen ist er im Dauereinsatz. Der letzte Baum, den er schlägt, ist dann der Familienbaum. Zusammen mit seinen Kindern hat er ihn bereits früh im Jahr ausgesucht. Ein Prachtexemplar natürlich. Ein echter Sauerländer eben.

Weihnachtsbaum aus der Region
Weihnachtsbaum aus der Region
Weihnachtsbaum aus der Region

Lebendiger Kreislauf

Weihnachtsbaumkulturen sind lange nicht so schlecht wie ihr Ruf. Extensiv oder besser noch ökologisch bewirtschaftete Weihnachtsbaumkulturen bieten Lebensraum für eine große Anzahl von Insekten und Vögeln. Singvögel nutzen die Kulturen als Rückzugsort, Brutplatz und Nahrungsquelle. Bienen und Insekten finden im Unterwuchs auch nach der Baumblüte ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Schädlinge werden von Marienkäfern und Vögeln in Schach gehalten. Im unbearbeiteten Boden fühlen sich Ameisen und andere Bodeninsekten sehr wohl.

So bleibt Euer Baum lange frisch:

  • nach dem Kauf einen Temperaturschock vermeiden
  • lagert den Baum zunächst an einem windgeschützten Platz, auf der Terrasse oder im kühlen Keller
  • wässert den Baum direkt nach dem Kauf
  • nach ein bis zwei Tagen kann der Baum in die Wohnung umziehen
  • achtet darauf, dass immer genügend Wasser im Baumständer ist

Gute Gründe für einen regionalen Weihnachtsbaum:

  • der Baum kommt sehr frisch bei Euch an
  • er verursacht kaum CO2 Emissionen durch kurze Transportwege
  • regionale Anbieter sichern Arbeitsplätze in der Region
  • eine 1 Hektar große Weihnachtsbaumkultur filtert dort wo sie wächst in 10 Jahren 230.000 m3 Luft und speichert 18.000 Liter Wasser

Woher kommt Euer Weihnachtsbaum?

Fragt am Weihnachtsbaum-Stand einfach mal nach wo die Bäume herkommen und wie sie produziert werden. Einige Anbieter bieten Bio-Weihnachtsbäume an, die gemäß der Richtlinien der Bioverbände kultiviert wurden. Eine aktuelle Anbieter-Liste von Bio-Weihnachtsbäumen findet ihr bei Robin Wood.

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