Urban Gardening

Wichtelbesuch im kleinen Horrorgarten

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Im echten Leben ist der kleine Horrorgarten Mitglied in einem wunderbaren Netzwerk, dem Texttreff. Dort treiben jedes Jahr von Dezember bis Januar die Blogwichtel ihr Unwesen.

Ihr Unwesen?
Das ist natürlich Quatsch!

Die Blogwichtel sind ganz entzückende Wesen, die fremde Blogs mit großartigen Beiträgen beschenken. Jedes Textreffmitglied kann mitmachen, in die Rolle eines Wichtels schlüpfen und bekommt dann einen Blog zugelost. Im kleinen Horrorgarten war Constanze Wolff am Werk. Sie nimmt uns mit auf einen Guerilla-Gardening-Spaziergang durch Münster. Und ich verspreche: nachdem ihr den Beitrag gelesen habt, steht Münster ganz weit oben auf eurer Besuchsliste!

Ich bekenne: Ich liebe duftende Blüten, junges Grün und den Geruch von frisch gemähtem Gras. Aber: Ich wohne mitten in der Stadt und nenne nur einen kleinen Balkon mein eigen. Als Initiatorin der Münsteraner Givebox bin ich zudem überzeugte Anhängerin von Gemeinschaftsprojekten im öffentlichen Raum – kein Wunder, dass das Kapitel „Guerilla Gardening“ in Anjas Buch Urban Gardening – Gärtnerglück für Großstadtpflanzen mich instantan dazu angestiftet hat, ähnliche Projekte in meiner Umgebung ausfindig zu machen.
In der kalten Jahreszeit gedeiht die Sehnsucht nach frischem Grün besonders gut – und so musste ich nicht lange überlegen, um mich an die zahlreichen wunderschön bepflanzten Baumscheiben in der Münsteraner Innenstadt zu erinnern. Die Initiatoren bleiben meist anonym, einige Ergebnisse können auf einer eigens dafür eingerichtetenFacebook-Seite besichtigt werden. Wer lange Buddelaktionen scheut und eine Brachfläche quasi „im Vorbeigehen“ verschönern möchte, wirft die Welt mit einer Samenbombe in Schale – diese lassen sich leicht selbermachen oder sogar schon fix und fertig kaufen (http://www.blumenbomber.de).

Bei der weiteren Recherche spüre ich nach und nach so etwas wie Stolz auf meine Stadt in mir aufblühen. Jedes Jahr aufs Neue schmücken die Stadtgärtner einen Teil der Promenade mit einem fünf Meter hohen und über 70 Meter breiten Schriftzug. „Münster bekennt Farbe“ ist dort zu lesen. Dahinter verbirgt sich eine Kampagne des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz, das die Münsteraner nicht nur mit zahlreichen farbenprächtigen Maßnahmen und Veranstaltungen erfreut, sondern auch ganz gezielt zum eigenverantwortlichen „Urban Gardening“ auffordert. Die Auswüchse werden auf einer eigenen Seite vorgestellt – vom blumenreichen Parkplatz über die nachbarschaftliche Entsiegelungsaktion bis zur Patenschaft für einen Kreisverkehr. Das Highlight des Jahres 2013: ein vom Künstler Wilm Weppelmann angelegterschwimmender Gemüsegarten auf dem Aasee.

Auch das Transition-Netzwerk setzt auf ungewöhnliche Konzepte für eine nachhaltige Stadtentwicklung und engagiert sich unter anderem für urbane Gartenprojekte in Münster. Und auf dem Hof Spielbrink gibt es sogar einen Gemüsegarten zum Mieten.

Wieder einmal zeigt sich: Münster darf sich nicht zufällig bereits seit 2004 als„lebenswerteste Stadt der Welt“ bezeichnen – das gilt auch und besonders für Kleinbalkonbewohner/innen.

  1. Anonymous

    Ich habe immer erzählt bekommen Münster sei total schwarz. Nun erkenne ich, dass es eher grün sein muss.

  2. Steinigergarten

    Liebe Anja,
    so ein fahrender Gemüsegarten ist wirklich praktisch, vor allem das Gießen….

    Zufällig war ich heute auch am Werke zum Thema und habe nun dein Buch vorgestellt:
    http://steinigergarten.blogspot.de/2014/01/buchempfehlung-urban-gardening-von-anja.html
    Ein schönes Wochenende
    Viele Grüße Sigrun

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