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Der kleine Horrorgarten

Blumen, Kohl & Rock'n'Roll

Kirschen Ohrring

Die Kirsche im Dorf lassen

Als Kind liebte ich Kirschohringe. Am begehrtesten waren die seltenen Kirschtriangeln. In unserem Mietshausgarten stand ein alter Sauerkirschbaum auf dem wir gerne herum geklettert sind. Er hing, zumindest in meiner nostalgisch verklärten Erinnerung, immer übervoll und die saueren Früchtchen wurden fast alle zu leckerem Kirschsaft verarbeitet.

Unser Kirschbaum wird dieses Jahr wohl eine eher magere Ernte einbringen. Die Spitzendürre hat ihn voll erwischt. Seine Zweige sind in den letzten Jahren nicht mehr ordentlich geschnitten und gepflegt worden. Sie hängen fast bis auf den Boden und die Krone ist dicht und dunkel. Optimale Voraussetzungen für einen Angriff der Killerpilze der Gattung Monilia.

Wir haben erst mal alle befallenen Zweige großzügig entfernt und im Hausmüll entsorgt. Mein Bioratgeber empfielt Meerrettich auf die Baumscheibe zu pflanzen, aber bislang habe ich im Gartenmarkt keine Meerrettichpflanzen gefunden. Sobald die Kirschen geerntet sind wird ein gründlicher Rückschnitt hoffentlich Abhilfe schaffen. Ist ein bisschen wie am Ende einer Liebe – der alte Zopf muss ab,  neuer Haarschnitt, neues Glück…

Und im nächsten Jahr feiern wir unser ganz privates Kirschblütenfest unterm eigenen Baum. Getreu nach dem Haiku des japanischen Dichters Issa: “Unter den Zweigen des Kirschbaums ist keiner allein.”

Das Lied zur Überschrift:

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