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Der kleine Horrorgarten

Blumen, Kohl & Rock'n'Roll

Kiste voll frisch geernteter Äpfel

Erntedankfest im Garten

Die Gartensaison für dieses Jahr ist fast vorbei. Die meisten Obst- und Gemüsesorten sind bereits geerntet. Ein guter Zeitpunkt für einen kleinen Ernterückblick. Was ist gut gelaufen? Was weniger? Und warum?

Ich fange an mit den sonnen- und nährstoffhungrigen Tomaten, Paprika und Chili. Ein paar Tomaten hängen noch an den Sträuchern. Die werden draußen wohl nicht mehr rot. Das gleiche gilt für die Chilis. Während die mehrjährige Chilipflanze ins Gewächshaus und später in die Wohnung umzieht, verwelken die Tomatenpflanzen und nur die grünen Früchte kommen zum Nachreifen ins Warme. Die leckeren braunen Paprika “Sweet Chocolate” sind schon längst geerntet und aufgegessen.

Mittelmäßige Tomatenernte

Obwohl es ein recht trockenes und sonniges Jahr war, habe ich deutlich weniger Tomaten geerntet als in den letzten Jahren. Ich bin nicht sicher ob es an der Sortenwahl lag oder daran, dass unser Nachbar die Sicht auf unser, zugegeben recht unansehnliches, Tomatenhaus an der Gartengrenze mit einer riesigen Topinamburpflanze verdeckt hat. Die hintere Reihe hat so einfach nicht genügend Sonne bekommen und kaum Früchte getragen. Zudem habe ich auch noch in die erste Reihe eine stark wuchernde Sorte mit kleinen Früchten gepflanzt, die wohl gerne das ganze Tomatenhaus ausgefüllt hätte. Die leckeren großen, aber etwas langsamen Fleischtomaten hatten dieser Wuchsfreude einfach nichts entgegen zu setzen. Da konnte auch die Düngemethode aus Oma’s Nähkästchen nichts mehr retten. Damit das im nächsten Jahr nicht noch einmal passiert habe ich mich  mit dem Nachbarn darauf geeinigt, dass das alte wackelige Haus durch ein neues schönes selbstgebautes aus alten Fenstern ersetzt wird und er pflanzt es dafür nicht mehr zu. Außerdem kommen im nächsten Jahr nur Fleischtomaten ins Tomatenhaus. Die wild wuchernden Cocktail-Tomaten dürfen sich in einem großen Topf mit Regenschutz austoben.

Üppige Paprikaernte

Ob ich den Trick mit den Fischabfällen als natürlichem Dünger noch einmal probiere weiß ich noch nicht. Ich habe bei meinem Topf-Gemüse mit Pellets aus Pferdedung recht gute Erfahrungen gemacht. Die sind zwar auch nicht geruchsfrei, aber doch viel einfacher anzuwenden als die ollen Fischköppe. Und meine Paprikaernte war ehrlich gesagt noch nie so üppig wie in diesem Jahr. Geliefert wurden die Pellets im 20 Kilogramm Sack. Gebraucht habe ich nur wenige Handvoll. Ich denke im nächsten Jahr werde ich sie großflächig im ganzen Garten einsetzen. Sie lassen sich gut bei der Vorbereitung der Beete mit dem Rechen in die Erde einarbeiten. Während der Saison ab und an ein bisschen nachstreuen und unterhaken und mein Gemüse ist bestens versorgt. Ich hatte auch mein Dahlienbeet damit gedüngt und die Dahlien blühen trotz heftiger Wühlmausattacken immer noch sehr üppig.

Paprika Sweet Chocolate
Naturen Pferdedung Pellets

Zu wenig Sonne im Zucchinibeet

Die Zucchini- und Patissonernte war leider nicht zufriedenstellend. Ich hatte sie zusammen mit einer kleinen Kürbissorte in das große Beet vor die Bienenbeuten gepflanzt. Die Stangenbohnen sind im letzten Jahr dort gut gewachsen, aber unten auf dem Boden war es wohl doch zu feucht und schattig. Ich hatte nicht bedacht, dass die Himbeeren im unteren Bereich viel Sonne weg nehmen. Den Stangenbohnen war das egal – den Kürbis- und Zucchinipflanzen ganz und gar nicht. Zwei Stück sind direkt den Schnecken zum Opfer gefallen, die Ernte an den restlichen Pflanzen war kaum der Rede wert. Im nächsten Jahr werde ich dort nichts mehr pflanzen und statt dessen die Bienenbeuten in der anderen Richtung aufstellen. Durch den Schwarm in diesem Jahr haben wir ja bereits drei Völker. Im nächsten Jahr werden noch ein bis zwei dazu kommen. Da kommt mir der Platz in dem Beet gerade recht.

Himbeeren satt

Dafür war die Himbeerernte wie in jedem Jahr richtig gut. Einige Wochen habe ich im Sommer jeden Tag ein Kilogramm Himbeeren geerntet. Nicht schlecht für eine vier Meter lange Himbeerhecke. Auch jetzt reifen noch genügend Beeren zum Naschen. Das liegt an der Mischung aus Sommer- und Herbsthimbeeren die dort durcheinander gepflanzt sind. Ich hoffe die Sträucher bleiben auch in den nächsten Jahren so gesund und reichtragend. Dafür verteile ich jeden Herbst eine dicke Laubschicht auf dem Beet und dünge im Frühjahr mit einem organischem Dünger wie Oscorna Animalin oder den bereits erwähnten Pferdedungpellets.

himbeerernte sauerkirschernte

Schussfreudiger Salat

Durch die hohen Temperaturen in diesem Sommer hat mein Rund-ums-Jahr-Salat Anbauplan diesmal nicht funktioniert. Nach einem guten Start sind viele Salatköpfe schneller geschossen als wir sie essen konnten und in der Hitze habe ich es verpasst regelmäßig neue Pflanzen zu säen. Als recht widerstandsfähig gegen die Hitze hat sich der asiatische Salat erwiesen, den ich sonst eher in der kalten Jahreszeit gepflanzt habe. Man kann ihn mehrfach eine Handbreit über der Erde abschneiden und er kommt zuverlässig wieder.

Kopfsalat

Unbekanntes Gemüse

Jedes Jahr pflanze ich ein paar mir bis dahin unbekannte Gemüsesorten an. Diesmal waren das: Tomatillos, Tamarillos und – das allerdings eher aus Versehen – die äthiopische Eierfrucht. Alle drei haben wirklich gut getragen. Die Tomatillos wurden derart groß, dass dabei die im gleichen Hochbeet gepflanzten Auberginen auf der Strecke blieben. Nur die äthiopische Eierfrucht konnte es mit ihnen aufnehmen. Auch die Mini-Tamarillo hat sich eher als Riese erwiesen. Trotz der reichen Ernte werde ich sie im nächsten Jahr aber nicht mehr anpflanzen. Die Tamarillofrüchte schmecken leider überhaupt nicht und die Pflanze selbst strömt einen sehr unangenehmen Geruch nach Altöl aus sobald man sie berührt. Tomatillo und Eierfrucht sind aber wieder dabei, wenn auch im Topf und mit nur einer Pflanze vertreten. Mehr kann ich nicht verarbeiten.

Tomatillos

Richtig viele Äpfel

Während sich Mirabellen, Pflaumen und Birnen in diesem Jahr eine Auszeit genommen haben – wir konnten nicht eine Frucht ernten – war die Sauerkirsch- und Apfelernte umso üppiger. Unsere Radikalkur gegen Monilla beim Sauerkirschbaum vor drei Jahren hat sich wirklich gelohnt. Beim Apfelbaum bin ich bei der Schädlingsbekämpfung weniger erfolgreich. Auch in diesem Jahr habe ich es wieder versäumt rechtzeitig Papp- und Leimringe anzulegen. Viele früh fallende Äpfel mit Wurmlöchern und Gespinste im Frühjahr sind die Folge. Trotzdem sind noch genügend Äpfel für uns übrig geblieben, die ich zu leckerem Apfelmus und unzähligen Immer-wieder-Sonntags Apfelkuchen verarbeite.

In den nächsten Wochen beschränkt sich die Arbeit im Garten auf aufräumen und die letzten Sonnenstrahlen genießen. Die Beete verschwinden bis zum Frühjahr unter einer dicken Laubschicht. Die Stauden dürfen bis zur nächsten Saison stehen bleiben. Ihre Samenstände sind bei Vögeln sehr beliebt. Wenn es nicht gar zu kalt wird fangen wir noch mit dem Bau eines neuen Tomatenhauses an. Ein neues Hochbeet ist schon fertig. Ein Beet für bereits gekaufte Heidelbeerpflanzen soll am nächsten Wochenende entstehen.

Apfelernte
Apfelernte
Apfelernte
Apfelernte

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