Kompost löst viele Probleme im Gemüsegarten. Er verbessert die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben und sorgt dafür, dass Nährstoffe nicht ausgewaschen werden und damit länger den Pflanzen zur Verfügung stehen. Ein Komposthaufengehört in jeden Biogarten. Wird Kompost richtig angelegt, dauert es nur wenige Monate bis er reif ist und ihr ihn im Garten verteilen könnt

reifer Kompost

Kompost richtig anlegen – so geht’s

Kompost schichtet man aus verschiedenen Ausgangsmaterialien auf. Der beste Kompost besteht aus der richtigen Mischung von grünem Material (das sich schnell zersetzt) und braunem Material (das länger braucht zum Zersetzen). Ich sammle grünes und braunes Material getrennt in zwei Kompostboxen und wenn genügend Material vorhanden ist mische ich es und schichte es auf. Zwischen die einzelnen ca. 30 Zentimeter hohen Schichten streue ich immer ein paar Handvoll reifen Kompost. Das sorgt für eine schnellere Zersetzung. Zweige zerkleinere ich gut, damit sie sich rasch zersetzen. Am einfachsten geht das mit einem anständigen Häcksler. Wenn man keinen Häcksler hat, zerkleinert man das Material per Hand mit der Gartenschere oder der Axt. Das gesamte Kompostmaterial mische ich gut und decke es mit einer Schicht Rasenschnitt oder Laub ab und voilà: fertig ist der optimale Komposthaufen mit Luft darin.

Das darf alles auf den Kompost:

Das darf nicht auf den Kompost:

  • Reste von ungekochten Küchenabfällen,
  • Rasenschnitt,
  • Abfall von Gemüse, Obst und Kräutern,
  • Kaffeefilter und Teebeutel,
  • Stall-, Hühner- und Meerschweinchenmist
  • zerkleinerte Zweige, Heckenschnitt, Holzschnitzel,
  • Laub, Rinde, Pappe,
  • Sägemehl, Stroh und Streu
  • Eierschalen
  • nicht-pflanzliche Küchenabfälle
  • Staubsaugerbeutel
  • mit Herbiziden behandelter Rasenschnitt
  • Pflanzenreste von kranken Pflanzen
  • behandeltes Holz und Spanplatten
  • Windeln
  • Bauschutt und Mörtel
  • Kohlenasche
  • Schlamm aus Dachrinnen
  • Kunststoffe
Kompost anlegen

Kompost impfen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Kompostgare zu beschleunigen. Ich verwende am liebsten Humofix, hergestellt in der Benediktinerinnenabtei in Fulda. Das Pulver aus Kräutern, Milchzucker, Eichenrinde und Honig verrühre ich mit Wasser und über gieße die Flüssigkeit den Komposthaufen. Aus einem Würfel Hefe, 500 g Zucker und 10 Liter Wasser kann man sich einen Kompostbeschleuniger aber auch selbst herstellen, dazu Hefe und Zucker in Regenwasser auflösen und über dem Komposthaufen verteilen.

Kompost umsetzen

Für eine schnelle Kompostgare sollte Kompost von Zeit zu Zeit umgesetzt werden. Das was oben liegt muss nach unten und umgekehrt. Nach ein paar Wochen ist frisch aufgesetzter Kompost so weit zusammengesackt, dass er mit der Mistgabel umgesetzt werden kann. In meinem Garten stehen mehrere Kompostbehälter nebeneinander und ich schichte jeweils von einem in den anderen um.

Kompost anlegen

Fertigen Kompost verwenden

Nach etwa einem Dreivierteljahr ist der Kompost reif und man kann ihn verwenden. Reifer Kompost hat eine krümelige Struktur und riecht würzig nach Walderde. Ich werfe meinen Kompost einfach durch ein Wurfgitter. Grobe Reste kommen zurück auf den Komposthaufen. Für selbst gemachte Anzuchterde brauche ich Kompost mit einer feineren Struktur, dafür siebe ich eine kleine Menge immer von Hand. Eine sehr meditative Tätigkeit 😉

Ihr habt keine Möglichkeit, selbst Kompost zu machen? In Köln kann man sich bei der Stadt Kompost in Säcken abholen, das geht auch in vielen anderen Gemeinden, meistens an derselben Stelle, wo man vorher den Grünabfall hingebracht hat.

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