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Der kleine Horrorgarten

Blumen, Kohl & Rock'n'Roll

Kuckuckspflanzen in meinem Garten

Der Kuckuck hat eine ganz eigene Methode entwickelt, um das Überleben seines Nachwuchses zu sichern.
Nest bauen, brüten, füttern – darauf hat er wenig Lust. Lieber legt er seine Eier ins gemachte Nest.

Brutparasitismus nennt sich dieses Verhalten und damit ist er nicht alleine im Tierreich. Es gibt Kuckuckswespen, Kuckuckshummeln und sogar einen Kuckucksfisch – den Fiederbartwels.
Näheres dazu weiß Wikipedia. Von Kuckuckspflanzen weiß Wiki aber nichts.

Ich aber!
Aus eigener, teils beglückender, teils leidvoller, aber immer überraschender Erfahrung.

Meine erste Kuckuckspflanze war noch relativ harmlos. Zwölf kleine Kohlrabipflanzen hatte ich im Gartenmarkt erstanden und im Gemüsegarten verteilt. Unterm Plastikflaschen-Schneckenschutz bildeten sie  schnell kräftige Blätter, aber die kugelige Verdickung, die angehende Kohlrabi, blieb aus. Statt dessen wuchsen sie mit der Zeit zu stattlichen Spitzkohlköpfen heran. Die mag ich zwar nicht so gerne wie die zarten Kohlrabi, aber gegessen haben wir sie trotzdem. Und weil recht schnell absehbar war was da heranwächst, blieb genug Zeit neue Kohlrabi zu pflanzen.

Etwas beeindruckender war da schon eine andere Kuckuckspflanze. Gekauft als zierlicher roter Fenchel. Gedacht als fluffiger dunkellaubiger Hintergrund für meine noch recht kleinen Duftrosen. In Windeseile herangewachsen zu einem gut zwei Meter hohen leuchtend grünem Riesenfenchel mit tellergroßen Blütenständen. Die Fernwirkung war großartig. Ständig blieben Spaziergänger stehen und wollten den Namen der beeindruckenden Pflanze wissen. Meine Rosen waren über den raumgreifenden Begleiter nicht ganz so glücklich. Letzten Herbst hat er daher einen neuen Platz bekommen und die sensiblen Rosen atmen auf.

Der Riesenfenchel – ein echter Hingucker.

Kürbis ohne Ende – ich brauche Kürbisrezepte.

Den Vogel abgeschossen hat aber ein Kuckuckspflanzenpärchen, gekauft in diesem Frühling. Gelbe Zucchini sollten es sein. Ich hatte den Termin zur eigenen Zucchini-Anzucht irgendwie verpasst. Die kräftigen vorgezogenen Pflanzen sollten es richten. Ein ganzes Beet hatte ich für sie reserviert. Trotz bester Pflege hat es lange gedauert bis sie in die Puschen kamen. Die Nachbarn standen schon kurz vor der Ernte der ersten kleinen Zucchinis als sich bei meinen beiden die ersten Blüten zeigten. Mit einer kleinen gelben Verdickung am Ende. Die wuchs aber nicht erwartungsgemäß in die Länge, sondern nahm lediglich an Umfang zu. Anfangs hoffte ich noch auf runde Zucchinis. Aber bald bildeten sich meterlange Ranken, die nicht nur das für sie vorgesehene Beet, sondern auch noch die Nachbarbeete eroberten. Kein Zweifel. Meine Zucchinis waren Kürbisse. Riesenkürbisse. Gelber Zentner. Inzwischen zieren fünf riesige gelbe Kugeln unseren Gemüsegarten. Und mich quält die Frage: was mach ich nur damit? Der Mann hasst Kürbissuppe. Und mich erinnert der gelbe Riese an die von mir als Kind verabscheuten süß-sauer eingelegten Kürbiswürfel meiner ostpreussischen Oma, die den ganzen Winter hindurch fast täglich als Beilage aufgetischt wurden.

Eine erste Kürbis-Rezept-Recherche verlief jedoch vielversprechend. Aromatische Kürbisgnocchi, süße Kürbiswaffeln, Gourmetkürbis vom Grill und herzhaftes Kürbishummus. Da dürfte für jeden was dabei sein. Die Rezepte habe ich auf meiner Pinterestseite gesammelt. Weitere Rezeptvorschläge sind gern gesehen. Nur her damit. Ich probiere sie aus.

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