Wasser im Garten hat auf mich eine beruhigende Funktion. Ich mag es einfach gerne, wenn Wasser leise plätschert. Für einen großen Teich fehlt dir der Platz? Mir auch, deshalb zeige ich dir hier, wie du dir einen Miniteich anlegen kannst.
Video: Mini-Teich selber bauen aus einer alten Zinkwanne
In diesem Video zeige ich dir, wie du aus einer alten Zinkwanne in unter einer Stunde einen zauberhaften Miniteich bauen kannst:
Welches Gefäß für einen Miniteich?
Ich verwende für meinen kleinen Teich eine alte Zinkwanne. Das ist nicht ganz unproblematisch. Zinkwannen geben Zinkionen ab, wenn sie mit Wasser gefüllt werden und diese Ionen sind für Wasserorganismen tödlich.
Das kann man verhindern indem man die Wanne mit Teichfolie auskleidet. Ich finde es ziemlich schwierig, so ein Gefäß mit Teichfolie auszukleiden, aber es gibt eine praktische Alternative: Teichfolie die man aufstreichen kann.
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Sie verhindert zuverlässig, dass die Zinkschicht der Wanne Kontakt mit dem Wasser bekommt und so gelangen dann auch keine Zinkionen ins Wasser. Ich habe meine Wanne zunächst gefüllt ohne sie auszukleiden, da mir der Aspekt mit der Giftigkeit nicht so bewusst war, werde das aber vor dem Winter noch nachholen.
Alternativ kannst du auch ein Gefäß aus einem anderen Material verwenden. Im Handel findet man zum Beispiel alte halbierte Holzfässer, sie sollten aber nicht zu klein sein und natürlich geht auch ein vorgeformtes Teichbecken aus Kunststoff, das dann in der Erde versenkt wird.
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Wie tief muss ein Gefäß für einen Miniteich sein?
20 Zentimeter sollte das Gefäß mindestens tief sein, besser wären 40 Zentimeter, denn schließlich sollen Wasserpflanzen rein, die brauchen eine gewisse Wassertiefe damit sie sich wohl fühlen. Wenn das Gefäß zu niedrig ist, wird es auch schwer, das Wasser sauber zu halten.
Unterschiedliche Teich-Zonen schaffen
In der Natur hat ein Teich verschieden tiefe Zonen und ich möchte meinen Miniteich auch mit Pflanzen für verschiedene tiefe Teich-Zonen bepflanzen. Falls du ein vorgeformtes Teichbecken für deinen Teich verwendest, sind darin bereits verschiedene Tiefen abgebildet.
- Teich Ubbink Calmus S II
In meinem Gefäß muss ich sie mir zuerst erzeugen. Das erreiche ich mit verschiedenen Steinen, mit denen ich verschieden hohe Zonen in meinem kleinen Teich schaffen kann. Für die Wasserpumpe brauche ich einen höheren Stein, der bis knapp unter die Wasseroberfläche reicht. Alte Klinkersteine sind gut geeignet, da sie eine gerade Fläche haben und hochkant, gestapelt oder flach gelegt verschiedene Höhen erreichen.
Zusätzlich verwende ich kleine und große Kieselsteine um den Teichboden zu bedecken. Ein paar davon brauche ich auch um später die Töpfe zu beschweren oder abzudecken.

Der beste Standort für einen Miniteich
Bevor du dein Gefäß füllst, erstmal ein paar Worte zur richtigen Standortwahl für so einen kleinen Teich. Mein Gefäß hat 80 l und wenn dieser kleine Teich in der prallen Sonne steht erwärmt sich das Wasser darin sehr schnell. Das ist nicht gut für die Pflanzen im Teich. Algen vermehren sich in warmen Wasser explosionsartig. Du kennst das vielleicht, wenn das Mittelmeer mal so warm ist und es gibt so eine Algenschwämme. Sehr unangenehm, wenn man darin schwimmen will und auch die restlichen Wasserpflanzen finden das nicht so super.
Voller Schatten wäre das andere Extrem, aber Extreme sind ja selten gut. Eine Seerose zum Beispiel braucht, wenn die blühen soll, ein bisschen Sonne. Im Schatten hat sie keine Lust zu blühen. Der Miniteich braucht also einen Standort der beides bietet: Sonne und Schatten. Am besten ist ein Platz ohne pralle Mittagssonne. Morgens oder Abends darf die Sonne dann aber gerne auf den kleinen Teich scheinen.
Kleiner Teich auf dem Balkon
Falls du deinen kleinen Teich auf die Terrasse oder auf den Balkon stellen willst, musst du dir noch ein paar Gedanken zum Gewicht machen. Auf der Terrasse weniger, aber auf dem Balkon schon. Das Gefäß selbst bringt schon ein gewisses Gewicht mit. Dann noch das Wasser und die Steine. Da kommt ganz schön was zusammen. Prüfe also lieber vorher wie viel Gewicht pro Quadratmeter dein Balkon aushält.
Eine Badewanne voller Wasser, Steine und Pflanzen bringt es leicht auf über 300 Kilogramm. Und wer weiß, ob sich der Nachbar darunter freut, wenn der kleine Teich auf einen Kurzbesuch bei ihm vorbeikommt. In jedem Fall ist es ratsam, das Gefäß an Ort und Stelle zu füllen. Denn ist es erst einmal mit Erde, Pflanzen und Wasser gefüllt, lässt es sich nur schwer bewegen.

Geeignete Pflanzen für den Miniteich
Mit den Pflanzen kommt Leben in den kleinen Teich. Damit sie sich darin dauerhaft wohl fühlen, musst du, aufgrund des begrenzten Platzes, eine dafür geeignete Auswahl treffen.

Diese Pflanzen kommen mit dem begrenzten Platz in einem Miniteich gut zurecht:
Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
Nadelsimse (Eleocharis acicularis)
Pfennigkraut goldgelb (Lysimachia num. Aurea)
Gewöhnliches Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia)
Herzblättriges Hechtkraut (Pontederia cordata)
Kleiner Rohrkolben (Thypha minima)
Schmalblättriger Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica)
Schwanenblume (Butomus umbellatus)
Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus)
Wasserminze (Mentha aquatica)
Zwerg-Seerose (Nymphaea tetragona)
Feenmoos (Azolla caroliniana)
Je nach Größe deines Teiches reicht eine Auswahl von fünf bis sieben Pflanzen aus. Achte darauf, dass du Pflanzen für verschiedene Wassertiefen zusammenstellst. In meinem kleinen Teich sorgen Pfennigkraut und Nadelsimse dafür, dass Insekten sicher landen und Wasser trinken können.
Froschlöffel und Pfeilkraut bringen Höhe in das Arrangement und das Herzblättrige Hechtkraut überzeugt mit seinen schönen Blüten.

Auf eine kleine Seerose wollte ich auch nicht verzichten, obwohl Seerosen mit bewegtem Wasser nicht so glücklich sind und eine Pumpe für die Wasserqualität leider unverzichtbar ist. Bei mir klappt es trotzdem ganz gut. Die Seerose wächst etwas von der Pumpe entfernt und kommt bislang gut mit dem bewegten Wasser klar.

Du kannst dir die Pflanzen im Garten oder Aquaristik-Center selbst zusammenstellen. Im Onlinehandel gibt es auch fertige Sets, passend für kleine Teiche.
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Teichpflanzen richtig einsetzen
Jetzt geht es ans Einpflanzen deiner Auswahl in den Miniteich. Lies dir dazu auf jeden Fall das Etikett, das im Pflanztopf steckt durch.
Dort findest du die Angaben in welcher Zone, also in welcher Wassertiefe die Pflanze wachsen kann. Viele Pflanzen sind dabei recht flexibel und können zum Beispiel irgendwo zwischen Zone 2 und Zone 5 stehen. Die unterschiedlichen Höhen schaffst du dir mit den Eingangs erwähnten Steinen.

Wenn du die Wasserpflanzen kaufst, stehen sie meistens in normalen Staudentöpfen. Darin können sie theoretisch eine Weile stehen bleiben, ich ziehe sie aber lieber direkt in Töpfe für Wasserpflanzen um. Die haben überall Löcher, durch die die Wurzeln wachsen können. Darin fühlen sie sich über einen längeren Zeitraum wohl. Diese Töpfe gibt es in unterschiedlichen Größen. In größere Körbe pflanze ich mehrere Wasserpflanzen für den gleichen Tiefenbereich ein. Zusätzliche Erde brauchst du dafür nicht. Die Erde in die die Pflanzen beim Kauf gepflanzt sind reicht aus, der Topf wird einfach mit kleinen Kieselsteinen aufgefüllt.
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Miniteich füllen – Wasser marsch
Bevor die Pflanzen jetzt wirklich in den kleinen Teich eingesetzt werden, fülle ich ihn erstmal zur Hälfte mit Wasser und platziere dann die Steine für die verschiedenen Höhen. Dabei fange ich mit dem höchsten Stein an, das ist der auf dem später die Pumpe stehen soll. Er kommt ziemlich in die Teichmitte. Auch die Kieselsteine, die den Boden bedecken sollen kommen direkt rein.
Als nächstes zieht die kleine Seerose ein. Sie bekommt einen Platz auf dem Teichboden und möglichst weit entfernt von der Pumpe. Den Pflanzkorb beschwere ich mit einem größeren flachen Kieselstein, damit er fest auf dem Boden stehen bleibt.

Lass dir Zeit beim arrangieren deiner Pflanzen, du kannst auch mehrfach korrigieren, wenn die die Anordnung nicht gefällt.
Solarpumpe einsetzen
Während die Wanne voll läuft, bringe ich auch schon mal die kleine Solar-Pumpe an. Ich verwende ein sehr preiswertes Teil. Für meinen kleinen Teich reicht das völlig aus. Der einzige Nachteil ist die fehlende Speicherkapazität, das heißt ohne Sonne auch keine Wasserbewegung. Mein Teich ist damit trotzdem gut durchs Jahr gekommen. Sogar über Winter hat die Pumpe an sonnigen Tagen für Wasserbewegung gesorgt.

Das Solarpanel hat ein recht langes Kabel, bei mir steckt es in einer höheren bepflanzten Tonne, so dass es so viel Sonne wie möglich einfangen kann. Die Pumpe selbst hat Saugnäpfe mit denen sie recht stabil an einem Stein befestigt werden kann.
Es gibt auch Pumpen mit einer zusätzlichen Batterie, aber da weiß ich nicht, ob man die im Winter draußen lassen kann. Am Haus oder auf dem Balkon kommt auch eine Pumpe mit Stromanschluss in Frage, bei uns im Schrebergarten geht das nicht, wir haben keinen Stromanschluss.
- Warme Erinnerung: Dieser Solarbrunnen enthält keine Wasserleitungen
Koi-Karpfen und Feenmoos
Mein Miniteich ist fast fertig. Was jetzt noch fehlt, sind die Teichbewohner. Bei der Teichgröße kommen nur sehr genügsame Bewohner in Frage. Ich habe mich für diese wunderschönen Koi-Karpfen aus Keramik entschieden. Die habe ich auf einem Pflanzenmarkt gefunden. Sie schwimmen wunderschön auf dem Wasser und ich finde sie allerliebst.

Das I-Tüpfelchen bei mir ist Feenmoos, eine Wasserpflanze die auf der Oberfläche schwimmt und als Sauerstoffpflanze dabei hilft das Wasser sauber zu halten.
Wichtige Pflegetipps & Überwinterung
Feenmoos ist die einzige Pflanze die bei mir den Winter nicht überlebt hat. Deshalb musste ich sie dieses Jahr neu kaufen. Die restlichen Pflanzen haben alle den Winter überlebt und sie haben sich gut vermehrt.
Ich habe den Teich so wie er ist überwintert. Die Pumpe war auch im Winter drin und hat an sonnigen Tagen für Wasserbewegung gesorgt. Der Teich steht relativ geschützt und die Winter in Köln sind recht mild.
Also das funktioniert wahrscheinlich nicht überall, wenn es bei dir sehr kalt wird, musst du deinen kleinen Teich im Winter ausräumen und die Pflanzen in mit Wasser gefüllten Eimern an einem frostgeschützten Ort überwintern. Wobei ich finde ein Versuch lohnt auf jeden Fall.
Im Frühling habe ich alle Pflanzen rausgenommen, den Teich gesäubert und alles wieder eingesetzt. Einige Pflanzen haben sich so stark vermehrt, dass ich sie teilen und verschenken konnte.
Ich habe das vor ein paar Jahren auch mal mit einer Lotusblume versucht, die hat auf Dauer aber nicht so gut überwintert und auch leider keine Blüten bekommen: Teich mit Lotusblumen






