mein bunter Garten, Dahlien und Rittersporn
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Blogger gegen Fremdenhass: Meine Welt ist bunt

mein bunter Garten, Dahlien und Rittersporn

Das erste was man von meinem Garten sieht, wenn man den Weg entlang kommt, ist ein wildes buntes Blütenmeer. Es zaubert den meisten Spaziergängern ein Lächeln ins Gesicht. Die wilde Mischung macht froh. Die Pflanzen, die dieses Lächeln verursachen, kommen aus aller Welt.

Salbei aus Mexico
Indianernesseln aus Nordamerika
Minze aus Eurasien
Thymian und andere Kräuter aus dem Mittelmeerraum

Auch die Menschen, die an meinem Garten vorbei kommen, sind in verschiedenen Teilen der Welt geboren. Irgendwann sind sie alle in Köln gelandet. Genau wie ich. Manche mussten dafür ein Meer überqueren, den Kontinent wechseln, eine neue Sprache lernen – bei mir war es nur das Bundesland. Mir war es in meinem Heimatdorf zu eng. Andere müssen ihre Heimat verlassen weil dort Krieg herrscht, sie von Verfolgung und Folter bedroht werden oder weil sie Hunger leiden. Nachvollziehbare Gründe. Jeder einzelne.

Ich mag die wilde Mischung vor und hinter meinem Gartenzaun. Meine Welt ist bunt. Darin ist kein Platz für Hass auf andere Menschen nur weil sie in einem anderen Land geboren wurden.

Aber es gibt diesen Hass. Und er scheint sich immer stärker zu verbreiten. Er wuchert in allen Ecken unserer eigentlich so friedlichen und aufgeklärten Gesellschaft. Er wuchert wie Giersch und Springkraut in vernachlässigten Gärten. Im Garten stehen mir probate Mittel zur Eindämmung zur Verfügung. Regelmäßiges durchhacken bevor sich Samen bilden hilft. Die hartnäckigen reiße ich mit samt den Wurzeln aus. Den Rest erledigen meine bunten Blumen, Gräser, Stauden und Kräuter aus aller Welt selbst. Sie schließen die Reihen. Sie wachsen zusammen und lassen keinen Platz für das Unkraut zwischen ihnen. Sie versperren den invasiven Wucherkräutern den Weg zum Licht. Und wenn sich doch einmal eines durchkämpft ist das nicht weiter schlimm. Es fügt sich ins Gesamtbild und macht meinen Garten noch ein bisschen bunter.

Die Gärtnerin in mir ist überzeugt davon, dass der Gartenansatz auch im echten Leben zu gebrauchen ist. Hacken und ausreißen fällt flach.
Aber

Reihen schließen. Farbe bekennen. Vielfalt leben.

sind wunderbare Werkzeuge um dem braunen Sumpf auszutrocknen. Damit unsere Welt bunt und lebenswert bleibt.

Zu diesem Beitrag wurde ich angeregt durch den Post „Deutschland was ist los mit dir?“ von texterella.de. Wie Sie freue ich mich über jeden Blog, der das Thema aufgreift und damit dem friedlichen und offenen Land, das wir mehrheitlich sind, ein Gesicht geben.

Indianernessel, Agastache
Anja im Garten
Sonnenhut, Echinacea, Katzenminze
  1. Liebe Anja,
    das ist ein sehr schöner Vergleich. Und wir sind eh schon der völlige „Völkermix“ und wie es scheint stehen wir am Anfang einer neuen „Völkerwanderung“ wie es sie in der Geschichte immer wieder gegeben hat. Es wird sicher nicht leicht, damit umzugehen – aber es ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Heike Pohl hat dazu auch einen tollen Beitrag geschrieben: http://heikepohl.com/2015/08/24/von-der-aussicht-auf-eine-heitere-zukunft-massenmigration-bloggerfuerfluechtlinge/
    Liebe Grüße aus dem Allgäu
    Barbara

  2. Hallo,
    sehr schöner Vergleich. Gefällt mir richtig gut, wie Du die Situation vergleichst.
    Gruss
    Anja

  3. Pingback: Blogger gegen Fremdenhass: Refugees welcome - Asyl im Gemüsegarten - Vom Wachsen und Werden

  4. Ein wunderbarer Vergleich und eine sehr mutige und poetische Art Stellung zu beziehen. Wenn ich Artikel wie deinen hier aus der Ferne lese, bin ich immer ganz ploetzlich sehr stolz auf die Heimat. Vielen lieben dank fuer den schoenen Artikel!

  5. Dietrich Karsten

    Meiner Meinung nach hast du die richtige Einstellung 🙂 Danke für den Gedankengang und den interessanten Beitrag

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