Eine Komposttoilette für den Garten
Komposttoilette

Eine Komposttoilette für den Garten

In unserer Laube gibt es ein abgetrenntes Örtchen mit einer Komposttoilette (Trockentoilette). Das gute Stück haben wir samt rosa Fliesen vom Vormieter übernommen. Die freundliche Papp-Dame mit den Blümchen, ein Überbleibsel von unserer Garten-Tee-Party, ist dort erst später eingezogen. Erstbesucher sind regelmäßig “not amused”, wenn sie ihnen bei halb geöffneter Hose entgegen lächelt. Wir haben uns dagegen sehr an sie gewöhnt und möchten sie nicht mehr missen.

Eine Komposttoilette für den Garten

Schöner Scheißen 😉

Die Komposttoilette übrigens auch nicht. Sie ist nicht besonders hübsch, aber ausgesprochen funktional. Sie riecht nicht, muss selten geleert werden und liefert uns wunderbaren Kompost. Aber auch wenn wir sie loswerden und gegen ein moderneres oder schöneres Exemplar austauschen wollten (worüber wir immer mal wieder nachdenken), hätten wir schlechte Karten. Der Vorbesitzer hat den Urin-Auffangbehälter einbetoniert. Da müssten wir schon mit dem Presslufthammer ran und das lassen wir lieber sein.

Eine Komposttoilette für den Garten

Wie funktioniert eine Komposttoilette?

Das Prinzip ist einfach. Einige kennen das vielleicht vom Wild-Campen oder wenn der Weg zur nächsten Toilette beim Waldspaziergang zu lang ist. Loch graben, drüber setzen, zielen, wenn fertig mit Laub bedecken. Ist auch auf Autobahnparkplätzen sehr verbreitet. Nur leider fehlt da in der Regel der Loch-graben-und-bedecken-Teil.

Komposttoilette ohne Urinabtrennung

Einfache Komposttoiletten funktionieren genau so. Flüssige und feste Exkremente landen in einem Behälter und werden mit einer Schicht Erde, Sägespänen, Streu oder Rindenmulch bedeckt. Das Einstreu bindet Feuchtigkeit und mildert die entstehenden Gerüche. Wenn der Behälter voll ist wird er auf den Kompost entleert und muss dort reifen bis das Material vollständig kompostiert ist. Das dauert bis zu zwei Jahre.

Komposttoilette mit Urinabtrennung

Fortgeschrittene Modelle trennen flüssige und feste Ausscheidungen. Urin fließt in einen Sammelbehälter und kann entsprechend verdünnt zum Düngen verwendet werden. Einige Modelle verfügen über ein System, bei dem Urin direkt in der gewünschten Verdünnung mit Gieß-Wasser vermischt wird. Der Rest wird wie bei der einfachen Komposttoilette mit Einstreu bedeckt und wenn der Behälter voll ist auf dem Kompost entleert.

Eine Lüftungsrohr sorgt dafür, dass entstehende Gerüche abgeleitet werden und die Einstreu schneller trocknet. Es gibt Modelle mit strombetriebener Entlüftung. Es funktioniert aber auch ohne Strom ganz gut, solange das Rohr gerade nach oben geht. Hat was mit Physik und Unterdruck zu tun.

Geruch Komposttoilette

Bei meiner Oma bin ich als Kind noch aufs Plumpsklo gegangen. Gut gerochen hat es dort nicht und vor allem im Sommer war es fest in der Hand von aufdringlichen Fliegen-Großfamilien.

Eine Komposttoilette für den Garten,

Der Geruch von Komposttoiletten ist damit überhaupt nicht zu vergleichen!

Bei der einfachen Variante, wenn Urin und Stuhlgang in einem Behälter landen, können zwar unangenehme Gerüche entstehen. Mit einer dicken Schicht Einstreu lassen sie sich aber gut unterdrücken. Nachteil: der Behälter ist recht schnell voll und muss entsprechend oft geleert werden.

Eine Komposttoilette mit Urinabtrennung verursacht keine unangenehmen Gerüche. Je nach Einstreu riecht es dort einfach nur nach frischem Waldboden. Wir verwenden am liebsten feinen Rindenmulch. Der lässt sich gut streuen und er riecht angenehm. Da Urin, der etwa 80 Prozent der täglichen Ausscheidungen ausmacht, in einem extra Behälter gesammelt wird, muss die Komposttoilette auch nicht so oft geleert werden. Bei uns ist der Behälter wie gesagt einbetoniert. Das war eher nicht im Sinne des Erfinders, ist aber jetzt so. Der Urin ist damit für uns nicht nutzbar. Der Wasseranteil darin wird über das Lüftungsrohr zuverlässig verdampft, daher ist uns das bis auf weiteres egal.

Kosten Komposttoilette

Komposttoiletten sind gar nicht mal so preiswert. Einfache Reise-Komposttoiletten gibt es zwar schon für etwa 50 Euro. Die müssen allerdings fast täglich geleert werden. Für ein einigermaßen formschönes Modell aus Holz muss man ein paar hundert Euro investieren.

Komposttoilette selbst bauen – eine Bauanleitung

Ein Eigenbau kommt deutlich günstiger und lässt viel gestalterischen Freiraum. Björn von Gartenbaukunst hat einen wunderbaren Blogpost mit einer sehr anschaulichen Bauanleitung für eine einfache Komposttoilette geschrieben. Besonders clever finde ich seine Kompostierungs-Lösung. Schaut mal dort vorbei. Das lohnt sich überhaupt und soundso.

Komposttoilette leeren

Unsere Komposttoilette muss meistens nur einmal im Jahr geleert werden. Gestern war es wieder soweit. Zunächst wird das Lüftungsrohr ausgesteckt, dann lässt sich der Deckel mit Klobrille abheben. Wenn der Eimer voll ist, kann ich ihn nicht alleine rausheben. Das macht dann der Mann. Die Fotos haben wir mit frisch geleertem Eimer gemacht 😉

Eine Komposttoilette für den Garten
Eine Komposttoilette für den Garten
Eine Komposttoilette für den Garten
Eine Komposttoilette für den Garten

Der gesamte Inhalt kommt dann auf den Kompost. Bei uns erstmal auf den großen Sammelkompost. Der wird später mit anderem Material gemischt und neu aufgesetzt. Wir nutzen unsere Komposttoilette hauptsächlich zum Pinkeln. Wenn sich viel Stuhl in der Toilette befindet, muss man das Material  zwei Jahre kompostieren. Ansonsten reicht ein Jahr aus.

Eine Komposttoilette für den Garten
  1. Avatar for Margit

    Unser Bioklo wird nicht so häufig benutzt. Es gibt also nur einen Behälter und der ist mit saugfähigen Holzpellets (Katzenstreu) gefüllt. Funktioniert prima. Allerdings gebe ich den Inhalt nicht auf den Kompost, sondern verteile das Ganze in einer ungenutzten Gartenecke unter Sträuchern. Das klappt perfekt!
    Viele Grüße von Margit

    • Avatar for Die Gaertnerin
      Die Gaertnerin

      Im Ziergarten ist das kein Problem. Im Nutzgarten sollte man den Inhalt vorher kompostieren. Zumindest wenn sich nicht nur Urin darin befindet.

  2. Avatar for Björn

    Hi Anja,
    danke für diesen wunderbaren Artikel (samt Fotos!). Ich mag es einfach wenn man Informationen mit Humor verbinden kann 🙂
    Und natürlich auch vielen dank für die Erwähnung meiner kleinen Bauanleitung.
    Ich habe das Klo nun bereits einige Wochen in Gebrauch. Durch die Erde stinkt es relativ wenig (geruchlos ist es nicht ganz … aber definitiv nicht schlimm).
    Was ich allerdings etwas unterschätzt habe ist die Tatsache das man relativ viel Erde auf seine Hinterlassenschaften macht und dadurch der Behälter relativ schnell voll sein wird. Wir sind jetzt schon fast bei der Häfte und der Mai ist noch nicht mal vorbei … mal gucken … aber funktionieren tut es auf jeden Fall!
    Beste Grüße
    Björn

    • Avatar for Die Gaertnerin
      Die Gaertnerin

      Hallo Björn, vielleicht musst du deine Entleerungsidee ändern und den Inhalt auf den Kompost geben. 😊 LG Anja

  3. Avatar for Frauke

    hallo ein gutes Thema mit Humor verpackt!
    Freunde von uns wohne in einer Ökusiedlung in Kiel , im Moorteichwiesengraren, Dort habe alle Häuser und es sind nicht wenige, Komposttoiletten, Dort samelt sich der Dung in einem Schacht. Zusätzlich gibt es ein Vakuum, damit die Gerüche nicht im Haus sind . Dies ist ein Nordischen Prinzip.
    Und sie verteilen die Biomasse einmal im Jahr auf ihren Grasdächern, die Häuser haben aber auch z. T. drei Etagen!
    Ich würde niemals die Biomasse im Nutzgarten verteilen, dies war früher mit den Plupsklos üblich. Meine Mutter war immer entsetzt, da sie dann Wurmbefall vermutete.

    • Avatar for Die Gaertnerin
      Die Gaertnerin

      Hallo Frauke,

      einfach im Nutzgarten verteilen würde ich den Inhalt der Komposttoilette auch nicht (immer vorausgesetzt es ist auch Stuhl enthalten – Urin ist steril und daher in der Hinsicht unproblematisch). Aber wenn das Material zwei Jahre lang kompostiert wird, spricht nichts mehr gegen eine Verteilung. Auch Wurmeier leben nicht ewig 😉

      Liebe Grüße
      Anja

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