Du willst dir ein Hochbeet selber bauen? Es soll einfach sein, günstig und am besten auch noch schnell fertig sein? Dann schau dir unsere Bauanleitung an. Wir zeigen dir Schritt für Schritt wie du vorgehen musst. Plane für den Aufbau ca. zwei Stunden Bauzeit ein. Unser Hochbeet ist aus dicken Fichtenholz-Baudielen gebaut. Die haben eine schöne natürliche Optik, sie sind günstig und sie halten richtig lange.

Welche Größe für ein selbstgebautes Hochbeet?

Bevor du das Material für dein Hochbeet besorgst, musst du dir überlegen wie lang, breit und hoch dein Hochbeet werden soll. Das hängt zum einen davon ab wie viel Platz du hast und auch davon was du alles anbauen willst. Wir haben Beete in verschiedenen Abmessungen. Sie sind zwischen ein und drei Meter lang und zwischen 25 und 70 Zentimetern hoch und einen Meter breit. Die niedrigen bezeichnet man eher als Rahmenbeete. Wir nutzen sie um hohe Gemüsesorten anzubauen.

Breiter als 1,20 Zentimeter würde ich ein Hochbeet nicht bauen. Als Faustregel gilt die doppelte Armlänge, damit du es von beiden Seiten gut bearbeiten kannst. Für mich ist bei einer Körpergröße von 1,63 m eine Beet-Höhe von 60 Zentimetern angenehm. Höher als 80 Zentimeter würde ich das Beet nicht machen, es wirkt dann sehr massiv und du musst es ja auch füllen. Je höher das Beet ist, desto mehr Füllmaterial benötigst du.

Unsere Bauanleitung bezieht sich auf ein zwei Meter langes, ein Meter breites und 60 Zentimeter hohes Hochbeet. Das passt genug Gemüse rein, um zwei Personen zu versorgen und du kannst dir das Material im Baumarkt ohne Verschnitt zuschneiden lassen.

Materialliste Hochbeet

Das brauchst du um ein 2 mal 1 Meter großes und 60 Zentimeter hohes Hochbeet aus Baudielen selbst zu bauen:

Kosten für ein Hochbeet aus Baudielen

Die Kosten für das Beet sind abhängig vom Holz-Preis. Der schwankt seit einiger Zeit ziemlich. Wir haben für eine Diele 15 € gezahlt, dazu kommen ca. 10 € für die Pfosten, das Holz ist mit 100 € der größte Kostenfaktor. Der Wühlmausschutz kostet für ein 2×1 Meter großes Hochbeet ca. 19 €. Eine Packung mit 50 Schrauben 4×70 kosten ca. 10 €. Fehlen noch die Krampen zum befestigen des Wühlmaus-Gitters. Da kostet eine Packung ca. 10 €.

Kostenaufstellung Hochbeet:

MaterialPreis
6 Baudielen, 3 m lang, 5 cm dick, 20 cm hoch90,00 €
4 Vierkanthölzer, 60 cm lang, Durchmesser 4x4cm10,00 €
Wühlmausgitter, 2,10×1,10 m19,00 €
50 Spax-Schrauben, 4×70 mm10,00 €
1 Packung Krampen, 25 mm10,00 €
Summe139,00

Bauanleitung Hochbeet

  1. Unser Hochbeet besteht aus drei Rahmen. Nimm dir für den ersten Rahmen zwei 2 m Bretter und zwei 1 m Bretter und schraube sie an den Ecken mit je zwei Spax-Schrauben zusammen. Die weiteren Rahmen schraubst du ebenso zusammen.
  2. An einem der Rahmen bringst du das Mäusegitter an. Zieh dir dafür am besten Handschuhe an, das Gitter pickst ziemlich. Lass das Gitter an den Rändern etwas überstehen. Alle 10 cm schlägst du jetzt einen Krumpen ein, um das Gitter zu befestigen. Achte darauf, dass das Gitter fest aufliegt, biege die überstehenden Ränder nach oben um, so haben die Mäuse auch wirklich keine Chance von unten in dein Beet zu kommen.
  3. Lege den Rahmen mit dem Mäusegitter nach unten auf die vorbereitete Beetfläche. Sie sollte eben sein. Prüfe die Ausrichtung des Rahmens mit der Wasserwaage. Wenn das Beet schief steht, fließt später das Gießwasser in eine Richtung und deine Pflanzen bekommen unterschiedlich viel Wasser, das willst du vermeiden. 
  4. Lege jetzt die anderen beiden Rahmen auf den ersten Rahmen. In jede Ecke kommt jetzt ein Eckpfosten. Verbinde ihn mit jeweils einer Schraube pro Rahmen und Seite. Also sechs Schrauben pro Pfosten, so wird das Hochbeet schön stabil.

Video Hochbeet selber bauen und befüllen

Wir haben die Bauanleitung für das Hochbeet inklusive der Befüllung für euch in einem Video festgehalten.

Bauanleitung Schritt für Schritt in Bildern

Und hier das Ganze noch einmal in Bildern. Es ist wirklich ganz einfach. In ca. 2 Stunden ist dein Hochbeet fertig gebaut. Das Füllen dauert allerdings etwas länger, passt ja ganz schön was rein in so ein Hochbeet.

Bretter für Rahmen miteinander verschrauben
Wühlmausschutz mit Krampen an einem Rahmen befestigen
Rahmen am gewählten Standort aufeinander setzen
Eckpfosten anschrauben und so die Rahmen miteinander verbinden

Hochbeet ohne Folie

Wir verzichten bewusst auf eine Folie zum Schutz vor Feuchtigkeit. Da die Erde im Beet immer wieder absinkt, kommt immer wieder die Folie zum Vorschein. Das sieht unschön aus, außerdem wollen wir lieber kein Plastik in unseren Beeten haben. Unser ältestes Hochbeet, das wir so gebaut haben, ist inzwischen 9 Jahre alt und immer noch stabil.

Wenn das Holz von unseren Beeten verrottet, können wir es auf dem Kompost entsorgen oder als unterste Schicht für ein neu gebautes Hochbeet verwenden. Es bleibt also im Kreislauf. Das geht aber nur, wenn das Holz innen und außen unbehandelt ist.

Der richtige Standort für dein Hochbeet

Wenn dein Hochbeet erst einmal gefüllt ist, wirst du es so schnell nicht mehr umstellen. Überleg dir also vorher gut, wo das Beet hinkommt. Das wichtigste Kriterium sind die Sonnenstunden. Gemüse braucht Sonne zum Wachsen, je mehr desto besser, mindestens aber sechs Stunden pro Tag. Wenn du es mit der Längsseite in Nord-Süd-Richtung ausrichtest, wird dein Gemüse im Tagesverlauf optimal mit Licht versorgt. Auch nicht unwichtig: ein kurzer Weg zur Küche. Ist einfach praktisch, wenn du schnell was für’s Abendessen ernten willst und dafür nicht erst durch den ganzen Garten laufen musst.

Warum ein Hochbeet selber bauen?

Du fragst dich, warum du überhaupt ein Hochbeet bauen sollst? Warum nicht einfach in der Erde anbauen. Das geht natürlich auch, aber Gemüse wächst in Hochbeeten einfach besonders gut. Du erntest bis zu 30 Prozent mehr als in bodengebundenen Beeten. Das liegt am speziellen Aufbau der Hochbeet-Füllung. Sie wirkt wie ein kleines eingebautes Kraftwerk. Aber das ist nicht der einzige Grund, der für den Bau eines Hochbeets spricht.

10 Gründe, die für ein Hochbeet sprechen:

  1. die Erde erwärmt sich früher, du kannst also früher anbauen und ernten
  2. die Erde bleibt länger warm, du kannst also länger anbauen und ernten
  3. du fährst üppige Ernten ein, wegen der hohen Nährstoffdichte in Hochbeeten, ca. ein Drittel mehr als in klassischen Beeten
  4. du musst dich nicht bücken und kannst in bequemer Höhe gärtnern
  5. du hast wenig Probleme mit Unkraut
  6. du hast weniger Probleme mit Schädlingen
  7. Wühlmäuse kommen nicht rein
  8. gute Möglichkeit deinen Grünschnitt unterzubringen
  9. keine Bodenermüdung, da die oberste Erdschicht ständig erneuert wird
  10. ermöglicht den Gemüseanbau auch auf versiegelten Flächen oder nährstoffarmen und belasteten Böden

Gibt es auch Nachteile?

Ich will dir auch die Nachteile beim Anbau im Hochbeet nicht verschweigen. Da ist zum einen natürlich der Kostenfaktor. Du musst ja erstmal Geld für das Baumaterial und die Füllung ausgeben. Da die Erde im Hochbeet, aufgrund der speziellen Schichten, immer wieder absinkt, musst du regelmäßig Erde auffüllen. Wenn du kein eigenes Material (Kompost, Pferdeäpfel) zum Auffüllen hast, entstehen dafür ebenfalls Kosten. Hochbeete trocknen schneller aus, als erdgebundene Beete. Du musst also mehr gießen oder am besten gleich eine automatische Bewässerung installieren. Wir bewässern einige unserer Beete mit einer selbst gebauten Bewässerung aus Tontöpfen. Hier kannst du dir das DIY dafür anschauen: Bewässerung für Hochbeete.

Selbst gebaute Ollas kosten nur ein paar Euro
DIY Bewässerung für Hochbeete

FAQ Hochbeet selber bauen

Welches Holz soll man für ein Hochbeet verwenden?

Du kannst dich zwischen Weich- und Harthölzern entscheiden. Harthölzer haben eine längere Haltbarkeit, sind aber auch deutlich teurer, als Weichhölzer. Wenn du ein Hartholz verwendest, entscheide dich für ein Holz aus heimischem Anbau, wie zum Beispiel Lärche. Fertige Bausätze sind oft aus Lärchenholz gefertigt. Wir verwenden am liebsten Baudielen aus Fichtenholz. Das ist ein Weichholz, aber aufgrund der Dicke der Dielen sind wir mit der Haltbarkeit sehr zufrieden. Unser ältestes Beet ist inzwischen neun Jahre alt und hält noch.

Wie lange hält ein selbst gebautes Hochbeet aus Holz?

Das hängt stark davon ab welches Holz du verwendet hast. Dabei ist nicht nur die Holzart, sondern auch die Brettstärke entscheidend. Wie bereits erwähnt ist unser ältestes Beet aus Weichholz mit einer Brettstärke von 4 Zentimetern 9 Jahre alt. Unsere beiden Hochbeete aus Lärchenholz haben wir noch nicht solange. Wir haben dafür fertige Bausätze verwendet mit einer Brettstärke von 1 Zentimeter. Sie stehen jetzt seit 4 Jahren und sehen noch sehr gut aus.

Kann ich das Hochbeet auch ohne Wühlmausgitter bauen?

Das würde ich dir nicht empfehlen. Im Hochbeet herrschen paradiesische Bedingungen für Wühlmäuse. Egal ob du ein Hochbeet selber baust oder einen Bausatz kaufst, mit einem gut angerachten stabilen und engmaschigen Wühlmausgitter hält du Wühlmäuse zuverlässig vom Einzug ab und kannst dein Gemüse alleine ernten.

Wann legt man ein Hochbeet am besten an?

Am besten legst du dein Hochbeet im Herbst an. Im Herbst fällt reichlich Schnittmaterial von Hecken und Bäumen an. Auch der Kompost ist um diese Jahreszeit gut gefüllt, dazu noch der ganze Grün- und Stauden-Rückschnitt von den Beeten. Wenn du das Beet im Herbst füllst, haben die verschiedenen Schichten außerdem Zeit bis zum Frühling, um sich zu setzen. Dann füllst du noch einmal Erde nach und kannst das Beet bepflanzen, ohne dass sich die Erde wieder so stark setzt.

Kann ich ein Hochbeet auch im Frühling anlegen?

Ja, das kannst du. Im besten Fall hast du ausreichend Füllmaterial über Herbst und Winter gesammelt. Du solltest die unteren Schichten dann besonders gut verdichten, damit dein Beet nach der Bepflanzung nicht so stark absinkt.

Kann das Hochbeet auch im Halbschatten oder Schatten stehen?

Die meisten Gemüsesorten brauchen Sonne. Im Vollschatten ist Gemüseanbau nicht möglich, aber an einem halbschattigen Standort kannst du es mit Bohnen, vielleicht auch Salat und Petersilie versuchen. Sie werden dort nicht so gut wachsen wie in der Sonne, aber Versuch macht klug.

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