Luffa Gurken anbauen? Was sind Luffas überhaupt und wie verwendet man sie? Ich hatte zum ersten Mal auf einer Reise durch Albanien eine Luffa in der Hand. Mit Händen und Füßen habe ich unsere Gastgeber gefragt, um was für eine Frucht es sich da handelt und wie man sie zubereitet.

Statt einem Rezept haben sie mir einen Luffa-Schwamm in die Hand gedrückt. Die jungen Früchte könne man zwar essen, sie bauen Luffas aber wegen der darin wachsenden Schwämme an, haben sie mir erzählt. Man könne sie zum Spülen, aber auch zur Körperpflege als Duschschwamm verwenden.

Ich suche schon lange nach einem Ersatz für Plastikschwämme, die bereits nach kurzer Einsatzzeit zerbröseln, deren Brösel dann im Abwasser landen und die immer wieder neu gekauft werden müssen.

Luffa-Frucht und Schwamm in Herzform

Luffa anbauen – so klappt die Aussaat

Den Schwamm durfte ich mitnehmen, mitsamt der darin enthaltenen Samen. Der erste Anbauversuch ging schief. Nicht ein Samen wollte keimen. beim zweiten mal hat es dann, dank einiger Tipps und Tricks von Luffa-Experten, sehr gut geklappt.

Optimale Keimbedingungen für Luffa Samen

Luffa-Samen in einer Plastikdose vorkeimen erhöht die Keimrate
Luffa-Samen anknipsen, dann keimen sie schneller
Luffa-Samen im Detail, welche Seite wird angeknipst.
Die Samenhaben eine runde und eine spitze Seite. Angeknipst werden sie auf der spitzen Seite, siehe oberer Pfeil.

Wann mit der Luffa-Aussaat beginnen?

Ich beginne mit der Aussaat bereits im Februar. Raus dürfen die Luffa-Pflanzen aber erst nach den Eisheiligen im Mai. Sie sind wirklich sehr kältesensibel. Das heißt, du brauchst einen hellen warmen Platz in der Wohnung, an dem die jungen Pflanzen möglichst lange stehen können.

Wenn du sie von Beginn an in 9er oder 12er Staudentöpfe pflanzt, sparst du dir das mehrfache Umpflanzen. Luffas reagieren auf das Umpflanzen gerne mit einem mehrwöchigen Wachstumsstopp. Fülle die Töpfe mit guter torffreier Gemüseerde und stelle sie an einen warmen und hellen Platz. Bei mir stehen sie im Fenster mit einer Pflanzenlampe direkt über den Töpfen. Je mehr Licht sie bekommen, desto kräftiger entwickeln sich die Pflanzen.

junge Luffa-Pflanzen
Die Pflanzen entwickeln sich unterschiedlich schnell. Diese beiden wurden zur gleichen Zeit gesät und sind unter gleichen Bedingungen gewachsen.

Lass die Erde in den Töpfen nicht austrocknen, Staunässe mögen sie allerdings auch nicht. Gegen schwarze Fliegen decke ich die Erde mit Vermiculite oder Perlite ab, einfacher Sand geht auch. Damit vermeidest du, dass die Fliegen Eier in die Erde legen. Bei Pflanzen, die lange drinnen stehen bevor sie ins Beet umziehen, können schwarze Fliegen recht nervig werden, mal abgesehen davon, dass ihre Larven die Wurzeln deiner Pflanzen anknabbern.

Am Anfang wachsen Luffas relativ schnell, aber zumindest bei mir, machen sie nach dem Erscheinen des ersten Keimblatts meist eine längere Pause. Das ist normal. Es ist auch normal, dass sich nicht alle Pflanzen gut entwickeln. Deshalb säe ich immer mehr Pflanzen aus, als ich später benötige. Wenn sich doch alle gut entwickeln verschenke ich sie 🙂

Nährstoffbedarf von Luffas

Luffas sind Starkzehrer. Da sie recht lange in den Anzuchttöpfen stehen musst du sie bereits bevor sie ins Beet umziehen mit neuen Nährstoffen versorgen. Die Nährstoffe in der Erde reichen für ca. 4-6 Wochen. Danach bekommen sie von mir alle 14 Tage etwas organischen Bio-Flüssigdünger übers Gießwasser. Ich dosiere ihn maximal halb so stark wie auf der Packung angegeben.

Später im Beet bekommen sie von mir beim Einpflanzen eine Handvoll organischen Bio-Dünger mit ins Pflanzloch. Den musst du gut unterarbeiten, damit die Wurzeln nicht direkt auf den Dünger-Pellets sitzen.

Video: Luffa anbauen

Luffa auspflanzen – der richtige Zeitpunkt

Ich habe es bereits erwähnt, Luffas mögen es warm. Sie dürfen auf keinen Fall vor den Eisheiligen Mitte Mai ins Beet umziehen. Ich warte sogar lieber noch zwei Wochen länger und stelle sie während dieser Übergangszeit in unser Gewächshaus.

Vor dem Auspflanzen unbedingt abhärten

Eine mindestens einwöchige Abhärtungsphase für den Umzug von der Fensterbank ins Beet solltest du auf jeden Fall einplanen. Tagsüber können die Pflanzen dann raus, zunächst an einen halbschattigen Platz. Nachts kommen sie wieder rein. Nach ein, zwei Tagen vertragen sie mehr Sonne, aber sei vorsichtig, auch wenn sie an einem sonnigen Fenster standen, die Sonne im Freien ist viel stärker und die Blätter verbrennen leicht, wenn du sie nicht langsam daran gewöhnst.

Nach dem Umzug ins Beet dauert es trotzdem oft ein paar Wochen bis die Pflanzen sich etabliert haben und mit dem Wachstum beginnen. Bevor sie Ranken bilden sie zunächst ein kräftiges Wurzelsystem. Also keine Sorge, wenn sich eine Weile im Beet nichts tut.

Mischkultur-Empfehlung für den Anbau von Luffas

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht Luffas in Mischkultur mit Zuckererbsen anzubauen. Bei uns wachsen die Zuckererbsen in einem kleinen quadratischen Beet. Sie ranken an dreieckigen Rankgittern nach oben, zusammen gibt das so eine Pyramidenform. Die Erbsen lege ich im März an der Außenseite des Rankgitters. Die Luffas pflanze ich dann später auf der Innenseite der Rankgitter. Ist ein bisschen fummelig sie dort zu platzieren, aber es geht.

Mischkultur Luffas und Zuckererbsen

Durch die Erbsenranken entsteht ein schönes geschütztes Klima, indem die Luffas zunächst kräftige Wurzeln bilden und sich an ihren neuen Standort gewöhnen können. Die Zuckererbsen werden irgendwann Ende Juni abgeerntet. Ich schneide sie direkt über der Erde ab. Die Ranken können am Gitter verbleiben. Wenn du es ordentlicher magst, kannst du sie natürlich auch entfernen. Lass aber auf jeden Fall die Wurzeln drin. Dort haben die Zuckererbsen mit ihren Knöllchenbakterien Stickstoff gesammelt, der jetzt den Luffas zugute kommt.

Luffa anbauen – Freiland oder Gewächshaus?

Wenn du in einer eher kühleren Region lebst, solltest du deine Luffa lieber in einem Gewächshaus anbauen. Luffas brauchen einfach sehr lange (ca. 120-200 Tage von der Blüte bis zur reifen Frucht) bis die Früchte ausreifen – und nur in ausgereiften Früchten bildet sich ein stabiler Schwamm. Frühe Fröste raffen sie sofort dahin und sehr nasse Oktober bekommen ihnen ebenfalls nicht.

Wenn du kein Gewächshaus hast, wäre ein nach einer Seite offenes Tomatenhaus eine gute Alternative. Dort bleiben sie zumindest von Dauerregen verschont und etwas wärmer ist es im Tomatenhaus ja auch.

Fruchtbildung im Gewächshaus

Der Anbau von Luffas im Gewächshaus hat allerdings einen kleinen Haken. Wenn du willst, dass sich viele Früchte bilden, musst du die Pflanze bei der Befruchtung der Blüten unterstützen. Im Freien erledigen das freundliche Bienen, die verirren sich aber eher selten in ein Gewächshaus.

Luffas bilden männliche und weibliche Blüten. Sobald sie sich öffnen kannst du mit einem Pinsel den Pollen von der männlichen auf die weibliche Blüte übertragen. Die Blüten lassen sich leicht unterschieden: die männlichen sitzen in Trauben, die weiblichen Blüten sitzen alleine auf einem Stiel.

Luffablüten

Junge Luffas sind essbar

In ihrer Heimat in Asien werden Luffas überwiegend als Gemüse angebaut. Sie schmecken ähnlich wie Zucchini, haben aber eine etwas andere Konsistenz. Bis zu einer Größe von 10-20 Zentimetern kannst du die Früchte ernten und zum Beispiel in der Pfanne als Schmorgemüse (Luffa-Rezept mit Knoblauch und Chili-Öl) zubereiten. Ältere Früchte sind faserig und sobald die Schwammbildung begonnen hat ungenießbar.

Luffa ernten und zu Schwämmen verarbeiten

In unserem Klima reifen die ersten Früchte meist erst Ende September oder sogar im Oktober. Im Idealfall färbt sich die Schale an der Pflanze braun, wenn du darauf drückst ist sie trocken und knistert.

braune ausgereifte Luffas
Luffa Früchte für Schwämme ernten

Auch wenn deine Luffas noch nicht so weit sind, vor dem ersten Frost musst du sie auf jeden Fall ernten. Du kannst sie auf der Heizung nachtrocknen lassen. Sobald sie komplett trocken sind, öffnest du die Luffa an einer Seite und schüttelst die Kerne raus. Jetzt hast du jede Menge Saatgut für deine nächste Luffa-Saison. Dann entfernst du die Schale und spülst den Schwamm unter Wasser gründlich aus. Dadurch entfernst du Reste von eingetrocknetem Fruchtfleisch. So kannst du die Luffa bereits als Spülschwamm verwenden. Hier haben wir den Prozess in einem Video festgehalten:

Video: Was tun wenn Luffa nicht reif werden?

Wenn die Luffas bei dir richtig groß geworden sind, kannst du den Schwamm auch in Stücke schneiden. Und falls dir das immer noch nicht hübsch genug aussieht, schau dir in unserem Video an, wie man die Schwämme noch weiter verschönern und dann auch als Duschschwämme oder zur Gesichtsreinigung verwenden kann.

Video Luffa-Schwämme verarbeiten

Haltbarkeit von Luffa-Schwämmen

Wir nehmen die Schwämme ausschließlich zum Spülen. Sie sind erstaunlich haltbar und für mich fast noch wichtiger, sie riechen – im Gegensatz zu Plastik-Schwämmen – auch nach wochenlangem Einsatz nicht. Du kannst einen Schwamm tatsächlich mehrere Monate lang verwenden. Irgendwann löst sich das Gewebe auf, dann entsorgen wir ihn über den Kompost oder über unsere Wurmkiste. Würmer mögen das Luffa-Gewebe richtig gerne.

Reinigungswirkung von Luffa-Schwämmen

Bis auf stark verschmutzte Pfannen lässt sich damit alles ohne Probleme reinigen. Die Schwämme haben einen guten Griff und beseitigen auch fettigen Schmutz gut und zuverlässig. Pfannen und verkrustete Töpfe lassen wir entweder einweichen oder reinigen sie mit einem Kupfer- oder Stahlschwamm, sofern es das Material zulässt.

Ich bin mit meinen selbst angebauten Luffa-Schwämmen wirklich sehr zufrieden. Bisschen Plastik weniger verbraucht und richtig Spaß beim Anbau und der Ernte gehabt. Schreibe gerne in den Kommentaren, was du für Erfahrungen beim Luffa anbauen gemacht hast.

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