„Willst du dieses Jahr eine echte Rekordernte bei deinen Tomaten einfahren? Dann ist die richtige Beetvorbereitung beim Tomaten pflanzen entscheidend! Je nachdem, ob du lieber guckst oder liest, schau dir dazu das Video an oder lies dir meinen ausführlichen Artikel über Tomaten durch.
Video: Tomaten pflanzen
Du willst riesige Tomaten ernten, die deinen Nachbarn blass aussehen lassen? Dann schau dir in diesem Video an, wie ich mein Tomatenbeet vorbereite und mit welchen Zutaten ich dafür sorge, dass die Tomaten riesig werden. Spoiler. Eine davon schmeißt du in deiner Küche wahrscheinlich weg und die andere wächst in der schrubbeligen Ecke deines Gartens, die du sonst niemanden zeigen möchtest.

Tomatenbeet vorbereiten
„Wie man sich beetet so wächst man.“ Du kennst das vielleicht aus schlaflosen Hotelnächten, Kissen zu groß, zu dick, zu klein, Matratze zu hart oder zu weich. Decke zu schwer, Temperatur zu hoch und morgens wachst du völlig zerschlagen auf und hast keinen Bock auf den Tag. Was hat das nun mit deinem Tomatenbeet zu tun? Na deine Tomaten wollen sich darin wohl fühlen, sie wollen in ein perfekt für sie vorbereitetes Beet gepflanzt werden.
Erde vorher anfeuchten
Mein Tomatenbeet hat ein Dach. Das ist gut, weil die Tomatenblätter dadurch im Sommer trocken bleiben weniger anfällig für Braunfäule sind. Es ist aber auch schlecht, weil die Erde dadurch über Winter tiefgründig austrocknet.

Ich beginne deshalb bereits eine Woche bevor ich die Tomaten pflanzen möchte damit das Beet gründlich zu wässern. Mein Tomatenbeet ist drei Meter lang, es bekommt alle ein bis zwei Tage drei 10 Liter Kannen mit Regenwasser. Am Pflanztag ist die Erde dann tiefgründig durchfeuchtet, das weckt auch nützliche Bodenlebewesen auf und die Tomaten haben direkt von Anfang an einen richtig guten Start.
Falls du dich für das Tomatendach interessierst, wir haben dieses Modell schon seit vielen Jahren und sind sehr zufrieden mit der Stabilität und Langlebigkeit:
- EFFEKTIVER SCHUTZ VOR KRAUT- & BRAUNFÄULE: Dieses offene Schutzdach ist die Alternative zum geschlossenen Gewächshaus. Es hält Ihre Tomaten, Gurken und Paprika zuverlässig trocken, während die ständige Belüftung die Gefahr von Pilzbefall minimiert
Düngen mit natürlichen Nährstoffen
Tomaten gehören zu den Starkzehrern, das heißt sie brauchen für ein gesundes kräftiges Wachstum ausreichend Nährstoffe. Du kannst es dir einfach machen und auf einen gebrauchsfertigen organischen Bio-Volldünger zurückgreifen, der deine Tomaten mit allem was sie brauchen versorgt, wie zum Beispiel diesem hier:
- Reichhaltige Ernten: Granulierter Bio-Dünger mit viel natürlichem Kalium fördert mehr Geschmack und eine reiche Ernte. Ideal für Tomaten, Gurken, Paprika, Zucchini und Kürbis im Freiland oder in Pflanzgefäßen
Du kannst dich aber auch mal in deinem Garten und in deiner Küche umsehen. Dort findest du ein paar kostenlose Zutaten, die dafür sorgen, dass deine Tomaten große und aromatische Früchte bekommen.
Pulverisierte Eierschalen für Kalzium
Zutat Nummer 1 hat so ziemlich jeder (außer er oder sie lebt vegan) höchstwahrscheinlich in der Küche – Eierschalen. Sie enthalten sehr viel Kalzium, das festigt die Zellwände und verbessert so die Fruchtqualität deiner Tomaten, die Früchte sind länger haltbar. Zudem fördert Kalzium das Wurzelwachstum, wodurch die Tomatenpflanze Wasser und Nährstoffe besser aufnehmen kann und es beugt der gefürchteten Blütenendfäule vor. Man könnte es fast als Wundermittel bezeichnen, also bitte nicht in den Abfall schmeissen, deine Tomaten werden es dir danken.

Eine Sache musst du aber wissen, bevor du die Eierschalen verwendest. Sie zersetzen sich nur sehr langsam. Einfach nur zerbröseln reicht nicht, um das darin enthaltenen Kalzium für deine Pflanzen verfügbar zu machen. Ich pulverisiere sie in einem kleinen Blender, den ich sonst zum Zerkleinern von Nüssen verwende. Von dem Pulver gebe ich ca. einen Esslöffel bevor ich die Tomaten pflanze ins Pflanzloch. Dort ist es für die Wurzeln sehr schnell zugänglich und sie können es sehr schnell aufnehmen.
Brennnesseln für Stickstoff – Beinwell für Kalium
Eine dieser beiden Zutaten wächst mit etwas Glück in einer Ecke deines Gartens, der sogenannten Schrubbel-Ecke, die einfach immer zu kurz kommt. Mach dir deswegen zukünftig bitte keinen Kopf mehr, jeder Garten sollte eine wilde Ecke haben in der kostenloser Dünger in Form von Brennnesseln oder auch Klee wächst. Beides sind wunderbare Stickstofflieferanten für deine frisch gepflanzten Tomaten. Ohne Stickstoff kein gesundes Wachstum, mit einer wilden Gartenecke bist du fein raus. Schneide die Pflanzen bitte vor der Blüte, gerne auf Vorrat. Du kannst sie frisch oder getrocknet verwenden.

Beinwell (vielleicht kennst du ihn auch unter dem Namen Comfrey) taucht meistens nicht von alleine auf. Den musst du irgendwann mal pflanzen, aber dann vermehrt er sich freudig selbst. Die Blätter enthalten sehr viel Kalium, und das sorgt bei deinen Tomaten für aromatische Früchte. Beinwell kannst du mehrmals im Jahr schneiden, immer vor der Blüte etwa eine handbreit über dem Boden, dann wächst er schnell nach.

Ich gebe die Kräuter frisch oder getrocknet zusammen mit den pulverisierten Eierschalen ins Pflanzloch und arbeite alles etwas unter. Die Tomaten bitte nicht direkt darauf pflanzen. Deshalb musst du das Pflanzloch auch ordentlich tief machen.
Kalzium, Kalium, Stickstoff, da haben wir schon drei wichtige Zutaten für gesunde Pflanzen, eine riesige Tomatenernte und für aromatische Früchte. Und die waren bis jetzt alle umsonst. Du konntest sie einfach in deiner Küche oder im Garten finden.
Urgesteinsmehl als Bodenverbesserer
Eine weitere Zutat, die ich gerne ins Pflanzloch gebe bevor ich die Tomaten pflanze, ist Urgesteinsmehl. Das musst du allerdings kaufen, die umsonst Phase ist vorbei 😉 aber ich verspreche dir, es ist gut investiertes Geld.
- Urgesteinsmehl 10kg
Urgesteinsmehl sorgt dafür, dass sich die Wasserhaltefähigkeit deiner Erde verbessert, sie trocknet nicht so schnell aus. Es enthält zudem wichtige Mineralstoffe, wie Silizium, Kalzium und Magnesium, die für ein gesundes Pflanzenwachstum essenziell sind. Das Gewebe deiner Pflanzen wird gestärkt, Schädlinge beissen sich daran dann die Zähne (oder eher die Saugrüssel) aus. Auch Pilze haben es schwerer in die Pflanzenzellen einzudringen. Top Sache also, ich gebe davon eine kleine Handvoll in jedes Pflanzloch.
Wann werden Tomaten gepflanzt?
Diese Frage begegnet mir jedes Jahr wieder: wann darf ich meine Tomaten pflanzen? Als Faustregel gilt: Tomaten nicht vor den Eisheiligen ins Freiland pflanzen. Es kann noch Frost geben und ich sehe immer wieder in den Gärten um mich herum, dass die Leute dort Tomaten teilweise schon am 1. April pflanzen. Die pflanzen dann im Zweifel noch mal neu. Spare dir das lieber.

Die Eisheiligen dauern vom 11. bis zum 15. Mai, aber das ist nicht in Stein gemeisselt. Es kann durchaus auch in den Tagen danach noch kalte Nächte geben. Schau dir die Temperaturen, vor allem die in der Nacht, im Mai genau an. Wenn sie auf unter fünf Grad fallen bekommen deine Tomaten schlechte Laune. Warte dann lieber noch ein bisschen mit dem Pflanzen.
Pflanzabstand von Tomaten
Mein Beet ist drei Meter lang und einen Meter breit. Ich pflanze darin insgesamt 10 Tomaten mit einem Pflanzabstand von jeweils 60 Zentimetern in der Reihe und etwa 80 Zentimetern zwischen den beiden Reihen. Ich habe auch schon enger gepflanzt, dabei aber nicht unbedingt mehr geerntet. Tomaten brauchen ausreichend Platz, wenn sie eine üppige Ernte einbringen sollen. Und das war ja das Ziel – eine Rekordernte 😉 Also lieber ein paar Pflanzen weniger und am Ende mehr und größere Früchte im Erntekorb.

Tomaten tief pflanzen
Wahrscheinlich weißt du es schon, Tomaten kann und soll man richtig tief pflanzen. Sie bilden am Stiel zusätzliche Wurzeln und ein kräftiges Wurzelwerk ist das A und O für eine gute Versorgung der Pflanze mit Nährstoffen und Wasser. Dafür grabe ich ein ordentlich tiefes Pflanzloch, in das ich erstmal die oben genannten Zutaten einarbeite und etwas mit Erde bedecke. Dann entferne ich die unteren Blätter der Tomate, also die Blätter, die sonst unter der Erde verschwinden würden. Du kannst den Stiel der Tomate vorm Pflanzen mit Urgesteinsmehl bestäuben. Dann können auch keine Bakterien in die Stellen eindringen, an denen vorher die Blätter waren. Falls du Rankstäbe verwendest stecke sie direkt beim Pflanzen mit rein. Ich lasse meine Tomaten an Seilen nach oben ranken. Jetzt noch Erde auffüllen und angießen. Fertig, deine Tomate ist gepflanzt.

Tipps zur Pflege von Tomaten nach dem Pflanzen
- Die vorgestellten Kräuter (Brennnesseln, Beinwell, Klee) kannst du nicht nur ins Pflanzloch geben. Wenn du genug davon hast, kannst du sie auch zum Mulchen deiner frisch gepflanzten Tomaten verwenden. Unter der Mulchschicht bleibt die Erde länger feucht. Darüber freuen sich die Würmer, sie ziehen die Blattreste in den Boden und verbessern mit ihren Ausscheidungen und den Gängen, die sie graben, die Bodenbeschaffenheit. Weitere Infos zum Mulchen findest du hier.
- Alternativ ist auch frischer Rasenschnitt oder Schafwolle gut als Mulchmaterial geeignet. Rasenschnitt bitte vorher etwas antrocknen lassen. Er wird recht schnell zersetzt, du musst die Schicht öfter erneuern. Schafwolle dagegen zersetzt sich nur sehr langsam. Einmal ausgebracht hast du die ganze Saison etwas davon. Ich bekomme ungewaschene Wolle kostenlos von einem Biobauer. Du kannst sie übrigens auch gut beim Anbau von Erdbeeren verwenden.
- Wichtiger Tipp: vor dem Pflanzen den Wurzelballen der Tomate in einen Eimer mit Wasser tauchen, bis nichts mehr blubbert. Damit ist auch der Wurzelballen direkt gut durchfeuchtet.
- Gießmulde um die Tomate formen oder leeren Topf neben der Pflanze eingraben. So versickert das Wasser langsam und kommt genau dort an, wo es hinkommen soll, an den Wurzeln.
- Nicht über die Blätter gießen, Tomaten mögen keine nassen Blätter, das öffnet Pilzsporen, zum Beispiel der gefürchteten Braunfäule, Tür und Tor. Die Erreger sind übrigens immer und überall, aber nur wenn die Tomatenblätter längere Zeit feucht sind können die Pilzsporen in sie eindringen.
- Brennnesseln wachsen jetzt. Schneide sie dir auf Vorrat. Du kannst sie trocknen und aufbewahren. Das gilt natürlich auch für Beinwell und Klee.





