hochbeet bauen
Gartenarbeit

Gärtnern im Hochbeet – Hochbeet aus Holz selbst bauen

Vor vier Jahren haben wir das erste Hochbeet in unserem Garten angelegt. Ein 2,00×1,20×1,00 Meter großer Kasten. Wir hatten wirklich jede Menge „Spaß“ beim füllen. Unmengen von Ästen, Kompost, Rasensoden und guter Muttererde sind darin verschwunden. Jedes Jahr im Frühling müssen wir wieder neue Erde nachfüllen. Aber dafür konnten wir in den vergangenen Jahren auch respektable Ernten einfahren. Das Gemüse fühlt sich in dem großen Hochbeet sichtlich wohl. Nächstes Jahr müssten wir es eigentlich ausräumen und neu aufsetzen, aber da bin ich noch nicht so sicher ob wir uns das antun.

Dafür sind inzwischen noch mehr Hochbeete dazu gekommen. Nicht ganz so groß und vor allem nicht ganz so hoch. Vor drei Jahren haben wir ein 1,20×1,20×0,40 Meter großes Hochbeet gebaut. Ein 1,80×1,20×0,30 Meter großes ist im vergangenen Herbst dazu gekommen. Für die Hochbeete haben wir uns bislang immer Siebdruckplatten, das sind speziell beschichtete Platten, vom Schreiner zuschneiden lassen. Sie sind stabil und verrotten durch die Beschichtung nicht so schnell. Das vier Jahre alte Hochbeet sieht immer noch gut aus, obwohl wir uns damals aus Kostengründen für eine etwas zu dünne Platte entschieden haben. Nach einem Jahr mussten wir es in der Mitte mit einer selbst gebauten Eisenspange stützen, weil sich die Platten bogen. Aber das Holz selbst ist in einem guten Zustand.

Selbst gebaute Hochbeete aus Holz – die günstigste Variante

Wir haben für das Material des letzten Hochbeetes rund 120 Euro ausgegeben. Die 18 mm starke Siebdruckplatte hat uns mit Zuschnitt 100 Euro gekostet, der Rest ging für vier Vierkant-Pfosten aus dem Gartenmarkt, ein Stück Hasendraht und eine Handvoll Schrauben drauf. Für den Bau und die Befüllung des Hochbeetes haben wir einen ganzen Tag gebraucht. Das lag vor allem auch daran, dass wir das Hochbeet 15 Zentimeter tief versenkt haben. Aus einem einfachen Grund: die ausgehobene Erde konnten wir zu Schluss als Abschlussschicht in das Hochbeet einfüllen. Wenn Ihr genügend Muttererde zur Verfügung habt könnt Ihr das Beet auch einfach auf die Erde stellen und befüllen.

Bauanleitung Hochbeet

Wir haben zunächst die Erde 15 Zentimeter tief ausgehoben. Die Grube dann sorgfältig mit überlappendem Hasendraht ausgelegt. Das schützt zumindest ein wenig vor gefräßigen Wühlmäusen. Wenn sie es ganz doll treiben klettern sie allerdings einfach von außen ein. Und ich vermute es gibt unter ihnen Exemplare mit besonders scharfen Zähnen, die so einen Draht auch einfach mal durchknabbern. Alles leider schon erlebt.

Das Zusammenbauen der zugeschnittenen Holzteile ist kein Hexenwerk. Auf den Hasendraht setzen. Mit einer Wasserwaage einigermaßen ausrichten. Mit dem Akkuschrauber und Spax-Schrauben an den Ecken verbinden. Fertig!

Ein Hochbeet befüllen

Zum Füllen braucht man jede Menge trockene Zweige, Äste und Laub. Deshalb ist der Herbst die beste Jahreszeit für den Hochbeetbau. Wenn die Hecken geschnitten und die Staudenbeete abgeräumt werden fällt jede Menge Material an. Es ist eine gute Idee das Material immer mal wieder mit den Füßen zu verdichten. Wir haben das bei unserem ersten Hochbeet nicht gemacht und mussten nachdem sich alles gesetzt hatte entsprechend viel Erde nachfüllen. Wenn das Hochbeet zu etwa einem Drittel gefüllt ist kommt die nächste Schicht dran. Bei uns besteht sie aus Grünschnitt und grobem Kompost. Auch die wird gut verdichtet. Wenn vorhanden würden jetzt auch umgedrehte Rasensoden sehr gut passen. Die fallen an, wenn das neue Hochbeet auf dem alten Rasen stehen soll. Das letzte Drittel wird mit der ausgehobenen Muttererde gefüllt. oben drauf kommt noch eine Schicht feiner Kompost.

Wartet mit dem Bepflanzen des Hochbeetes am besten zwei Wochen. Dann hat sich die Erde gesetzt und Ihr könnt gegebenenfalls noch einmal Erde nachfüllen und auch die oben liegenden Unkrautsamen sind aufgegangen und können vor dem Einsäen gejätet werden.

  1. Klasse Hochbeet!! Ich hab auch eins. Haben wir damals aus alten Platten gezimmert, 3 x 1,20 und ca. 1,20 hoch. Drei Jahre lang hab ich Eierkartons gesammelt, die kamen als erstes rein, dann Astmaterial, Kompost und Erde. Da das Beet einen sehr guten Standort hat, fanden die Mäuse die Zuckerschoten eher als ich. Somit habe ich das ganze Beet nun mit Kräutern voll – die mögen die Mäuse gar nicht. Aber schön ist es allemal 🙂

    • Die Gaertnerin

      Ja, die lieben Mäuse. Die sind in den letzten drei Jahren echt zum Problem geworden. Wir haben unten einen Mäuseschutz eingebaut, aber 100 Prozent Mäusesicher ist das Beet damit nicht. Die können nicht nur gut wühlen, sondern auch gut klettern 🙁

  2. Hochbeete sind eine tolle Sache. Bei mir werden es auch immer mehr. Die sind so bequem zu begärtnern und das ist für eine faule Gärtnerin wie mich optimal. Ich mag am liebsten die hohen Beete weil man da so gut herankommt. Und die neuen Beete bekommen auch alle einen Mäuseschutz, mal schauen ob es hilft.
    Frohes Schaffen
    Gundula

  3. Mäuseschutz ist bei uns auch essentiell, sonst weiß man vorher schon, dass man nicht für die eigene Ernte pflanzt! 😉
    Um ehrlich zu sein, habe ich bisher nie die Motivation gefunden eins selbst zu bauen, aber werde es dieses Jahr vielleicht mal ausprobieren! Pflücken ohne Bücken wird ja immer wichtiger im Alter!
    Haben momentan zwei von diesem Modell, ist ja noch recht preisgünstig. Und das Steckkastensytem fand ich auch super praktisch.

    • Die Gaertnerin

      Stimmt, die sind sehr preiswert. Ich habe mir neben dem selbstgebauten gerade eines aus Metall geleistet. Das fällt eher unter Anschaffung fürs Leben. Sieht dafür aber auch super aus und ist nicht klein zu kriegen.

  4. Oh, super! Da kann ich ja schon mal schmulen! Wir haben am Wochenende auch mit dem Bau begonnen. Wir haben uns für eine Kiesdrainage entschieden. Das soll das Mäusegitter ja unnötig machen, weil die Mäuschen nicht durch die Kieselschicht durchkommen. War schon jede Menge Arbeit und wir haben guten Muskelkater. Tag 1: Fäche von 3,50m x 2,50 ausgehoben. Tag 2: Mit dem Transporter 1 Tonne Kies aus dem Baustoffhandel rangekarrt. Wir mussten dreimal fahren. Dann 900 l Kompost von der BSR geholt.
    Am Sonntag wollten wir dann eigentlich die Holzkästen aufbauen, aber leider hat es den ganzen Tag gegossen. 🙁 Der Weiterbau ist also auf die nächste Woche verschoben. Derweil liegt der komplette Baum- und Staudenschnitt schon mal chaotisch auf einem Riesenhaufen im Garten rum und wartet darauf, endlich für die Befüllung der Beete verwendet zu werden.

    Liebe Grüße
    Jessica

    • Die Gaertnerin

      Das mit der Kiesschicht wusste ich gar nicht. Macht aber Sinn. Könnte ich mal bei unserer Wasseruhr ausprobieren. Da wühlen sich immer die Mäuse von unten rein.

  5. Hallo Anja!

    Ein schöner Blog und eine tolle Baubeschreibung mit hübschen Fotos! Gerade jetzt, da der Frühling hoffentlich auch gefühlt nicht mehr lange auf sich warten lässt, ein ideales Projekt. Danke, dass Du auf SPAX gesetzt hast. Bleib mit uns doch auch gern über Facebook in Kontakt. Würden uns freuen.

    Liebe Grüße aus Ennepetal,

    Dein SPAX-Team

  6. Stelzenhaus

    Hey, danke für die tolle Bauanleitung. Nachdem wir im letzten Jahr eine Kräuterschnecke gebaut haben, ist dieses Jahr ein Hochbeet dran…

    Viele liebe Grüße

  7. Ich bin mal gespannt, wie euer Beet gedeiht und wächst. Bin seit diesem Jahr auch stolze Besitzerin eines Hochbeetes. Habe es mir aber höher gekauft als eures, da es für mich so rückenschonender ist. Hilft ggf, ein Netz gegen die Mäuse oder knabbern die sich da auch durch?

    • Die Gaertnerin

      Ein Netz wird nicht gegen Mäuse helfen. Da brauchst du schon doppelten Hasendraht oder noch besser ein stabiles Metallgitter.

  8. Vielen Dank für diese Bauanleitung! Wir wollen so ein Hochbeet bauen und fragen uns, ob wir unsere Erdbeeren dort pflanzen können. Ich habe gelesen, dass man in den ersten beiden Jahren nur Starkzehrer pflanzen sollte. Da ich keine Lust auf zuviel Nitrat in den Erdbeeren habe, bin ich unsicher. Was meinst du?
    Danke im Voraus und liebe Grüße

    • Die Gaertnerin

      Hallo Kathrin,
      für Erdbeeren wäre jetzt im August zumindest der perfekte Pflanzzeitpunkt. Ich habe mal welche in einen Erdbeerturm gepflanzt, der vom Nährstoffangebot ähnlich war, wie ein Hochbeet. Die sind gut gewachsen, haben aber nicht sehr aromatisch geschmeckt. Was allerdings verschiedene Gründe haben kann (Sorte, Wetter, Standort). Das eigentliche Problem dabei war aber, dass sich die Erde in frisch aufgesetzten Beeten extrem setzt. Beim Hochbeet können das, je nach Hochbeet-Höhe, über den Winter auch mal 30 Zentimeter sein. Und dann wird’s dunkel im nächsten Jahr für die Erdbeeren. Bei einem frisch angelegten Hochbeet musst du im Frühjahr nochmal richtig viel Erde nachfüllen. Ich würde also nichts reinsetzen, was dort ein paar Jahre stehen soll.
      Zur Nitratproblematik kann ich wenig belegbares beitragen. Denke nicht, dass davon zuviel verfügbar ist. Das Hochbeet ist ja vor allen durch die höhere Erdtemperatur (Verrottung und Erwärmung der Seitenwände) so fruchtbar. Die oberste Schicht besteht bei mir immer aus der ausgehobenen Muttererde (und einer Portion Kompost) und in die würdest du die Erdbeeren ja auch so pflanzen.
      Liebe Grüße
      Anja

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