Deine Hochbeet-Erde trocknet aus und du kommst mit dem Gießen nicht mehr hinterher? Ich habe vier Tipps für dich, die die Wasserversorgung in deinem Hochbeet nachhaltig verbessern und dir eine Menge Gießarbeit abnehmen.

Trockene Erde im Hochbeet

Die Erde in deinem Hochbeet hat eine höhere Temperatur, als der eigentliche Gartenboden. Das liegt am besonderen Aufbau eines Hochbeets. Zum einen ist da das Füllmaterial, das langsam kompostiert und dabei Wärme freigibt, zum anderen scheint die Sonne auf die Hochbeet-Wände und erwärmt so die Erde darin von außen. Das ist ein gewollter Effekt, der maßgeblich dazu beiträgt, dass du dein Hochbeet im Frühling früher bepflanzen kannst und auch im Herbst wächst dein Gemüse durch die höhere Erd-Temperatur deutlich länger.

Der weniger erwünschte Nebeneffekt ist: durch die höhere Temperatur der Erde verdunstet mehr Wasser und die Hochbeet-Erde trocknet schneller aus. Mit ein paar simplen Maßnahmen kannst du aber sowohl die Gießintervalle als auch den Wasserverbrauch insgesamt im Rahmen halten.

So senkst du den Wasserverbrauch im Hochbeet

Ich habe vier Vorschläge für dich, wie du den Wasserverbrauch in deinem Hochbeet mit einfachen Mitteln senken kannst:

  1. verwende Ollas
  2. installiere eine automatische Bewässerung
  3. mische Bodenhilfsstoffe unter die Hochbeet-Erde
  4. mulche die Beetoberfläche

Hochbeet mit Ollas bewässern

Ollas sind Gefäße aus unrasiertem Ton. Du kannst sie fertig kaufen oder für ein paar Euros selber bauen. Hier findest du eine detaillierte Bauanleitung: DIY Bewässerung für Hochbeete

Sie werden in der Hochbeet-Erde versenkt und mit Wasser gefüllt. Ein Deckel verhindert, dass etwas in die Gefäße fallen kann. Das Wasser diffundiert nun langsam durch die Tonwand und kann von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden. Es steht den Pflanzen also genau dort zur Verfügung, wo sie es brauchen. An der Erdoberfläche verdunstet kein Wasser mehr und du verbrauchst insgesamt weniger Wasser als beim Gießen mit der Gießkanne.

Für ein zwei Quadratmeter großes Hochbeet benötigst du zwei Ollas mit einem Fassungsvermögen von ca. 7 Litern Wasser. Je nach Temperatur musst du sie dann ein bis zweimal die Woche, im Hochsommer auch öfter, auffüllen.

Wenn du dein Beet neu bepflanzt oder eingesät hast, musst du zusätzlich zur Gießkanne greifen. Die Erde an der Oberfläche ist bei dieser Bewässerungsmethode nicht feucht genug für die zarten Wurzeln von Jungpflanzen oder für keimende Samen. Sobald alles ordentliche Wurzeln ausgebildet hat, kannst du damit wieder aufhören und die Ollas werden dafür sorgen, dass die Hochbeet-Erde in der Tiefe nicht austrocknet.

Hochbeete automatisch bewässern

Etwas aufwendiger und kostenintensiver ist es, die Hochbeete mit einem automatischen Bewässerungssystem zu bewässern. Da wir sehr viele Hoch- und Rahmenbeete haben, macht das für uns aber schon Sinn. Es gibt verschiedene Bewässerungssysteme im Handel zu kaufen. Wir haben uns für eine Tröpfchen-Bewässerung entschieden. Die Tropfschläuche sind einfach zu verlegen. Alle dreißig Zentimeter gibt es ein Loch, das ist für viele Gemüsesorten ein guter Abstand.

Der Vorteil liegt auch hier darin, dass wenig Wasser an der Oberfläche verdunstet und dafür mehr den Pflanzenwurzeln zur Verfügung steht. Das Bewässerungssystem wird bei uns automatisch über einen Computer gesteuert. Es läuft, je nach Wetterbedingungen, einmal am Tag oder mehrmals pro Woche für eine halbe bis eine Stunde. Da muss man am Anfang etwas experimentieren und nach dem Bewässerung-Intervall eine Bodenfeuchte-Probe machen. Dafür stichst du einfach mit dem Spaten ca. 20 Zentimeter tief in die Erde, drückst ihn etwas zur Seite und prüfst wie tief die Erde durchfeuchtet ist. Für eine gute Versorgung sollte sie bis in 20 Zentimeter Tiefe, dort wo die Wurzeln sind, feucht sein.

Bodenhilfsstoffe gegen trockene Hochbeet-Erde

Mit den Vorschlägen zur Bewässerung habe ich zwar das Problem ‚Hochbeet-Erde trocknet aus‘ etwas gemildert, quasi die Symptome bekämpft, aber die Ursache nicht beseitigt. Dafür müssen wir die Hochbeet-Erde selbst bzw. ihre Wasserhaltefähigkeit verbessern. Hochbeet-Erde hat einen hohen Anteil humoser Stoffe. Diese versorgen deine Pflanzen zwar perfekt mit Nährstoffen, sind aber nicht besonders gut darin das Wasser im Boden zu halten. Das können andere Stoffe, sogenannte Bodenhilfsstoffe, viel besser. Sie bestehen aus fossilen Ablagerungen und aus Steinen. Einige von ihnen können aufgrund ihrer großen Oberfläche verhältnismäßig viel Wasser speichern und langsam an die Umgebung abgeben. Das Ergebnis: deine Hochbeet-Erde trocknet nicht mehr so schnell aus.

Tabelle Übersicht Bodenhilfsstoffe

BodenhilfsstoffWirkung
Algenkalkerhöht den pH-Wert, enthält vor allem Kalziumkarbonat, die Kalzium-Ionen kleben feine Tonteilchen zu größeren Partikeln zusammen
Tonmehlbesteht meist aus dem sehr quellfähigen Betonit, die feinen Tonteilchen halten Wasser und Nährstoffe im Boden
Urgesteinsmehlhilft gegen übersäuerte Böden, hält Wasser im Boden, im Hochbeet Gesteinsmehl aus Granit oder Basalt verwenden
Pflanzenkohlehat durch die sehr große Oberfläche eine sehr gute Wasserhaltefähigkeit
Vermiculitegut für die Anzucht geeignet, da keimfrei, im Hochbeet nicht verwenden, erwärmt die Erde
Perlitehaben ein großes Porenvolumen und können Wasser sehr gut speichern
Zeolithkann extrem viel Wasser speichern, hat aber einen sehr hohen pH-Wert, im Hochbeet nicht geeignet

Ich verwende für meine Hochbeete seit einiger Zeit Urgesteinsmehl. Man kann es in 10 Kilo-Säcken kaufen. Achtung – die sind nicht besonders groß, aber richtig schwer. Fünf Kilo reichen aus um die Erde in einem Hochbeet, das zwei Kubikmeter Erde fasst, nachhaltig zu verbessern. Ich mische es direkt beim Befüllen des Hochbeets unter die letzen beiden Schichten.

In unserem Kompost-Hochbeet habe ich ein fertiges Terra Preta Substrat getestet und war damit auch sehr zufrieden. Terra Preta enthält einen hohen Anteil an Pflanzenkohle, die unter anderem mit effektiven Mikroorganismen aktiviert wurde. Ich habe es beim Befüllen immer wieder auf die einzelnen Schichten gestreut und war erstaunt wie gut die Hochbeet-Erde Feuchtigkeit halten konnte. Das Beet hat eine Metallwand und erhitzt sich daher besonders stark. Wir bauen darin wärmeliebende Kulturen an.

Mulchen im Hochbeet

Mulchen, also das Bedecken von Erde mit organischem Material hat verschiedene Vorteile: Unkraut wird unterdrückt, die Erde wird bei Regen nicht so stark verdichtet, das Mulchmaterial wirkt beim Zersetzen wie ein leichter Dünger und nicht zuletzt verhindert die Mulchschicht, dass deine Hochbeet-Erde zu schnell austrocknet.

Ich verwende im Hochbeet Rasenschnitt, Brennnesseln und Beinwellblätter zum Mulchen. Von den drei Materialien habe ich im Sommer reichlich zur Verfügung. Rasenschnitt und Brennnesseln versorgen meine Erde beim Zersetzen mit Stickstoff, Beinwell steuert das wichtige Kalium bei.

Ihr könnt auch Stroh verwenden, dann solltet ihr aber beim Aufbringen etwas organischen Bio-Dünger untermischen. Stroh verbraucht beim Zersetzen Stickstoff, der dann den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung steht. Wenn ihr tiefer in das Thema Mulchen einsteigen wollt, schaut euch diesen Artikel dazu an: Richtig Mulchen im Garten.

Hilfe meine Hochbeet-Erde trocknet aus

Diesen Satz kannst du, wenn du alle vier Tipps befolgst bald aus deinem Wortschatz streichen 😉 Erzählt mir gerne etwas über eure Erfahrungen mit trockener Hochbeet-Erde. Vielleicht habt ihr ja noch zusätzliche Tipps? Ich freue mich jedenfalls auf eure Kommentare.

5/5 – (3 votes)