Du hast keinen Garten, aber trotzdem Lust auf selbst angebaute Tomaten?Dann habe ich eine gute Nachricht für dich: du kannst auch auf der Terrasse oder auf dem Balkon erfolgreich Tomaten im Topf pflanzen und ernten.

Video Tomaten im Topf pflanzen

In diesem Video erfährst du:

Tomate pflanzen im Topf – was ist wichtig?

Damit der Anbau von Tomaten im Topf gelingt und du auch eine ordentliche Tomatenernte einfährst, musst du ein paar Dinge beachten. Für mich einer der wichtigsten Punkte – die Topfgröße. Die folgenden Angaben gelten immer im Hinblick auf eine große Tomaten-Ernte im Topf. Wenn du aus Platzmangel deine Tomaten in kleinere Töpfe pflanzen willst, musst du dich für kleinwüchsige Tomaten, sogenannte Balkontomaten, entscheiden und die bringen natürlich auch eine kleinere Ernte.

Wie groß muss der Topf sein?

Vereinfacht gesagt gilt, je größer, desto besser. Ein Erdvolumen von 20 Liter sollte ein Topf für den Anbau von Tomaten aber mindestens haben.

Woher weiß ich wie viel Erde in einen Topf reingeht? Beim Neukauf von Töpfen steht das in der Regel auf dem Preisschild mit drauf. Bei alten Töpfen kannst du es über den Topfdurchmesser und die Höhe mit der Formel für Kegelstümpfe ausrechnen.

V = 1 3 ⋅ π ⋅ ( R 2 + R ⋅ r + r 2 ) ⋅ h

Bevor du jetzt dein Schulwissen zusammen kratzt, mach es dir lieber einfach und suche im Netz nach einem fertigen Rechner für Kegelstümpfe. Da gibst du den oberen Durchmesser, den unteren Durchmesser und die Höhe von dem Kegelstumpf, also deinem Tomatentopf, ein und dann bekommst du die Kubikzentimeter genannt, Komma verschieben und schon hast du die Liter.

Tomaten im Topf pflanzen, Topfgröße mindestens 20 Liter

Und es geht sogar noch einfacher, ich habe es nämlich für dich schon mal ausgerechnet. Der Topf in den du deine Tomate pflanzt braucht mindestens einen Innendurchmesser oben von 30 bis 35 Zentimeter und unten sollte er 20 bis 22 Zentimeter haben und mindestens 30 bis 40 Zentimeter hoch sein. Dann liegt das Erdvolumen in jedem Fall bei 20 Litern und darüber.

Für gute Drainage sorgen

Tomaten brauchen zwar gerade im Topf viel Wasser, aber sie wollen keine feuchten Füße haben. Deshalb muss dein Topf eine gute Drainage haben, damit das Wasser nicht im Topf steht sonder gut ablaufen kann. Der Topf braucht also ein Loch oder bei Töpfen aus Kunststoff mehrere Löcher. Zusätzlich solltest du unten eine ca. fünf Zentimeter hohe Drainageschicht einfüllen. Dafür kannst du zerbrochene Tonscherben verwenden oder falls du keine hast, Drainagekügelchen aus Ton kaufen.

Tonscherben als Drainageschicht für Tomaten Pflanzen im Topf

Immer mit Untersetzer!

Besorge dir auf jeden Fall einen passenden Untersetzer für deinen Topf. Eer sollte ein paar Zentimeter größer sein als der untere Topfdurchmesser. Warum ist das wichtig? Beim Gießen passiert es schnell, dass Wasser aus dem Topf rausläuft. Mit dem Wasser verlassen auch gleich einige Nährstoffe den Topf. Mit einem Untersetzer merkst du hoffentlich schnell, wenn du genug gegossen hast und die Pflanze kann sich das Wasser und die darin enthaltenen Nährstoffe aus dem Untersetzer zurückholen.

Welche Erde für Tomaten Pflanzen im Topf?

Tomaten gehören zu den Starkzehrern, das heißt die brauchen eine nährstoffreiche Erde für ein gutes Wachstum. Ich arbeite ausschließlich mit torffreier Erde und da gibt eine spezielle Erde für Tomaten. Die ist passend für die Bedürfnisse, die eine Tomate hat, aufgedüngt. Wenn du die verwendest ist deine Tomate im Topf für die ersten drei Wochen bestens versorgt.

torffreie Tomaten-Erde

Gibt es einen Unterschied zwischen der teureren torffreien Tomaten- und der günstigeren torffreien Pflanzerde? Ja, die beiden Erdsorten sind unterschiedlich aufgedüngt. Stauden oder Sträucher brauchen nicht so viele Nährstoffe, da ist also weniger Dünger drin und die N-P-K Werte sind auch unterschiedlich verteilt. Das heißt nicht, dass du diese Erde nicht verwenden kannst, aber sie bietet deinen Tomaten eben nicht die optimalen Startbedingungen. Mit etwas Erfahrung kannst du das aber leicht durch die Zugabe von Bio-Flüssigdünger ausgleichen und auch die beiden Zutaten, die ich dir jetzt vorstelle helfen dabei, dass sich deine Tomaten Pflanzen im Topf wohler fühlen.

Gießrand lassen

Vorher noch eine kleine Anmerkung dazu, wie viel Erde du in den Topf füllen solltest. Mach ihn nicht bis zum Rand voll. Lass immer einen Gießrand von ein bis zwei Zentimetern frei. Dann kannst du mit der Gießkanne sanft gießen und das Wasser kann langsam in die Erde einsickern.

Tomaten im Topf gießen, der Gießrand ist wichtig

Zwei Geheimzutaten für Tomaten Pflanzen im Topf

Beim Anbau von Tomaten Pflanzen im Topf gibt es zwei entscheidende Kriterien für den Erfolg: eine gute Versorgung mit Nährstoffen und eine gute Versorgung mit Wasser. Beides ist im Topf nur begrenzt vorhanden. Die Nährstoffe sind schnell verbraucht, oft fließen sie mit überschüssigem Wasser einfach weg und zudem trocknet die Erde im Topf schnell aus.

Wie schaffe ich es also, dass die Erde im Topf länger feucht bleibt, dass sich ihr Wasserhaltevermögen verbessert und wie erreiche ich eine gute Versorgung mit Nährstoffen? Beides hängt ein bisschen zusammen. Wenn ich dafür sorge, dass die Erde das Wasser besser halten kann, verbessere ich damit zugleich die Aufnahmefähigkeit der Tomaten Pflanze im Topf mit Nährstoffen.

Schafwolle oder Schafwollpellets

Schafwolle kann kann bis zum 3,5-fachen ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit speichern. Wir bekommen ungewaschene Schafwolle von einem befreundeten Bio-Bauern geschenkt, da er sie nicht vermarkten kann. Für alle die keinen Bio-Bauern mit Schafherde kennen, gibt es im Gartencenter gepresste Schafwollpellets zu kaufen.

Schale mit Schafwollpellets

Die werden einfach unter die Erde gemischt und sorgen dort dafür, dass sie länger feucht bleibt indem sie das gespeicherte Wasser langsam nach und nach abgeben. Sie haben außerdem auch noch eine leichte Düngewirkung.

Mit der ungewaschenen Schafwolle gehe ich genauso vor. Ich zupfe sie klein und mische sie unter die Erde.

Urgesteinsmehl

Für mich ist Urgesteinsmehl im Garten unverzichtbar und auch beim Pflanzen von Tomaten im Topf ist es ausgesprochen hilfreich. Warum ist das so und wie wende ich es an?

Zunächst zum „Warum“:

Das „Wie“ ist ganz einfach, ich mische eine ordentliche Portion davon unter meine Erde bevor ich die Tomaten in den Topf pflanze.

Schale mit Urgesteinsmehl

Welche Tomatensorten für den Anbau im Topf?

Kann man jede Tomatensorte in einen Topf pflanzen? Im Prinzip natürlich schon, aber wenn du eine vernünftige Ernte haben willst, dann solltest du Tomatensorten aussuchen, die im Topf gut performen. Ich bin z.B. ein großer Fan von diesen richtig großen Fleischtomaten, aber bis so eine Tomate ihre Größe hat, ihre Farbe hat, also fertig ist, das dauert ganz schön lange. Für den Topf sind Fleischtomaten daher eher nicht geeignet.

Cocktailtomaten versprechen im Topf einfach eine größere, regelmäßigere Ernte. Die kleinen Früchte werden schneller reif, es hängen immer mehrere an einem Hängel und mehrere Hängel an einer Pflanze.

Meine Lieblingssorte: Zuckertraube

Meine Lieblingssorte bei den Cocktailtomaten heißt Zuckertraube. Der Name ist Programm. Die Früchte sind zuckersüß und sie bilden Trauben mit vielen Früchten dran. Da kann man ständig ernten und muss nicht ewig warten, bis eine Frucht reif wird. Also, das ist wirklich eine Sorte, die ich sehr für den Anbau von Tomaten im Topf empfehlen kann.

Tomaten Pflanze Zuckertraube im Topf

Die Zuckertraube ist eine interdeterminierend wachsende Tomate. Das heißt, eine Tomatensorte mit unbegrenztem Wachstum. Das hört sich für das Pflanzen im Topf jetzt erstmal nicht so gut an. Tatsächlich wächst sie und wächst und wächst und wächst. Wenn die gute Bedingungen hat, dann wird sie auch drei Meter hoch und bildet dabei immer neue Hängel mit köstlichen Tomaten. Klar, dass sie dabei einen vernünftig stabilen und langen Stützstab braucht.

Im Topf schafft die das allerdings nur, wenn sie wirklich genügend Nährstoffe hat. Knipse sie einfach mit einer Gartenschere ab, wenn sie die Länge hat, die für dich passt.

Wichtig, interdeterminierend wachsende Tomatensorten musst du ausgeizen. Wenn du nicht weißt, wie das geht, schau dir dazu gerne dieses Video an: Tomaten ausgeizen – mehr Ertrag, gesündere Pflanzen.

Richtig gute frühe Topf-Tomate: Himbeerrose

Im Gegensatz dazu gibt es auch determinierend wachsende Tomaten. Du findest sie unter der Bezeichnung Busch- oder Balkontomaten im Gartencenter. Buschtomaten wie die Himbeerrose musst du nicht ausgeizen und meine Sortenempfehlung hat noch weitere Vorteile. Sie braucht keinen Stützstab, sie lässt sich nämlich gerne hängen, es ist eine Hängetomate. Außerdem ist es eine der frühesten Sorten, die ich kenne, das heißt für dich deine Erntesaison fängt früh an und dauert lange, da die Himbeerrose unzählige kleine Früchte produziert.

Himbeerrose, gute frühe Sorte für den Anbau von Tomaten im Topf

Tomaten tiefer pflanzen auch im Topf

Tomaten bilden am Stiel Wurzeln, je mehr Wurzeln eine Pflanze hat, desto mehr Nährstoffe und Wasser kann sie aufnehmen. Das ist der Grund warum du deine Tomate tiefer pflanzen solltest.

Tomatensetzling mit Wurzeln am Stiel

Tauche deine Tomatenpflanze zuerst in einen Eimer mit Wasser, damit der Wurzelballen gut durchfeutet ist und lockere die Wurzeln vorm Einpflanzen ein bisschen auf, damit sie besser in die neue Erde einwachsen können. Entferne auf jeden Fall auch die unteren Blätter, wenn du die Pflanze tiefer einpflanzt. Falls du Urgesteinsmehl verwendest, bestäube den Stiel damit. Das Urgesteinsmehl verschließt die Wunden, die duch die abgerissenen Blätter entstanden sind und verhindert so, dass Pilze eindringen. Wobei ich auch ohne diese Maßnahme noch Probleme damit hatte, aber sicher ist sicher.

Tomaten brauchen einen stabilen Pflanzstab

Die Zuckertraube wird relativ hoch und sie braucht unbedingt einen stabilen Stab. Es gibt diese gedrehten Tomatenstäbe, die sind super im Beet, aber im Topf bieten die einfach aufgrund der geringen Tiefe nicht genug Halt.

Ich nehme für Tomaten Pflanzen im Topf gerne drei bis fünf Bambusstäbe und ordne sie pyramidenförmig rund um die Pflanze an. Wenn die Pflanze wächst und Hängel bildet befestige ich sie mit papierumantelten Drahtbindern an den Stäben. Die Stabpyramide gibt richtig guten Halt, es brechen keine Hängel ab und die Tomate kippt nicht um.

auch im Topf brauchen Tomaten Pflanzen einen stabilen Stützstab

Gute Partner für deine Tomaten Pflanze im Topf

Den Begriff Mischkultur kennst du bestimmt durch den Anbau von Gemüse im Beet. Es gibt gute Partner und schlechte Partner für die verschiedenen Gemüsesorten. Im Topf ist das nicht anders. Nur der Platz ist etwas begrenzter. Deshalb musst du dir hier Partner aussuchen, die sich auch im Topf wohl fühlen.

Basilikum und Tomate, ein Traumpaar

Basilikum und Tomate auf dem Teller ein Traumpaar und im Topf sieht es nicht anders aus. Jetzt müsste man nur noch Mozzarella anbauen können und dann wäre das Abendessen schon fertig.

Kräuter brauchen ja nicht so viele Nährstoffe, Basilikum aber schon und Basilikum kommt auch mit ein bisschen Schatten klar. Das ist ganz praktisch, denn die Tomate wirft natürlich ein bisschen Schatten, wenn sie größer wird. Damit das Basilikum trotzdem genug Licht bekommt, solltest du die unteren Blätter an deiner Tomate wenn sie wächst entfernen. Die braucht sie nicht mehr unbedingt und dann hat das Basilikum ein bisschen mehr Platz zum Wachsen.

Basilikum und Tomaten Pflanze im Topf

Zum Thema Basilikum gibt es von uns übrigens schon jede Menge Texte und Videos.

Der richtige Standort für deine Topf-Tomate

Tomaten schmecken nicht nur nach Sommer, sie sind auch richtige Sonnenkinder. Sie brauchen also einen sehr sonnigen Standort mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag.

Suche also den sonnigsten Platz aus, den du auf deiner Terrasse oder auf deinem Balkon hast. Je sonniger, desto mehr und desto aromatischere Früchte wirst du bekommen.

Brauchen Tomaten im Topf eine Überdachung?

Ein Dach über dem Kopf ist bei Tomaten Pflanzen im Topf nicht so wichtig wie im Beet. Der Erreger der gefürchteten Braunfäule verbreitet sich hauptsächlich durch Erde, die von Regentropfen auf Tomatenblätter gespritzt wird. In gekaufter Erde dürfte der Erreger nicht so stark verbreitet sein, aber du kannst zusätzlich etwas zum Schutz deiner Topf-Tomaten unternehmen.

Tomate im Fass mit Regenschirm-Überdachung

Eine Sache habe ich dir ja bereits empfohlen, die Unterpflanzung mit Basilikum. So ist weniger freie Erde vorhanden, die bei Regen auf die Blätter gelangen kann. Zusätzlich kannst du die freie Erde mit Mulch bedecken.

Brennnesseln sind dafür bestens geeignet. Sie enthalten viel Stickstoff, das heißt, die wirken auch noch zusätzlich düngend für deine Tomaten, wenn sie verwelken, geben sie die Nährstoffe langsam in die Erde ab. Das gleiche gilt für Rasenschnitt, den solltest du nur zuerst etwas antrocknen lassen.

Mein liebstes Mulchmaterial für Gemüse im Topf ist übrigens Schafwolle. Es gibt nichts besseres um die Erde feucht zu halten.

Düngen nicht vergessen!

Damit deine Tomaten Pflanze im Topf genügend Tomaten erzeugen kann, braucht sie eine Menge Nährstoffe. Die Erde im Topf ist vom Hersteller für drei bis sechs Wochen vorgedüngt. Tomaten sind Starkzehrer, da würde ich eher von drei Wochen ausgehen.

Bei den Tomaten in meinen Beeten verwende ich einen festen organischen Bio-Dünger. Im Topf funktioniert der leider nicht so gut. Er braucht ein aktives Bodenleben, damit die Nährstoffe für die Tomate verfügbar werden. Das ist im Topf nur begrenzt gegeben.

Ein biologischer Flüssigdünger ist für Tomaten Pflanzen im Topf besser geeignet. Die darin enthaltenen Nährstoffe sind sofort für die Pflanzen verfügbar. Du kannst ihn alle 14 Tage übers Gießwasser verabreichen.

Tomaten mit Bio-Flüssigdünger im Gießwasser düngen

Da Flüssigdünger teurer ist als Düngepellets noch ein kleiner Lifehack bzw. Gartenhack. Du kannst die Pellets über Nacht in Gießwasser auflösen, dann lösen sich die Inhaltsstoffe und sind schneller verfügbar. Funktioniert auch und ist günstiger.

Neben Tomaten kann man natürlich noch jede Menge andere Gemüse in Töpfen oder sogar in Balkonkästen anbauen. Lass mich doch in den Kommentaren wissen, welches Gemüse du gerne im Topf anbauen würdest.

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