Du freust dich auf die Ernte, und plötzlich das: Deine wunderschönen Tomaten platzen kurz vor der Reife auf, ihre Haut bekommt längliche oder konzentrische Risse. Das sieht nicht nur unschön aus, es verkürzt auch die Haltbarkeit der Früchte. Essbar sind sie natürlich noch, aber unbeschädigte Tomaten wären dir doch lieber? Dann lass uns mal zusammen schauen, was du dagegen tun kannst.
Video: Tomaten platzen auf – das ist der Grund und so verhinderst du es!
Deine Tomaten platzen auf kurz vor der Ernte? In diesem Video erfährst du, warum das passiert und was du dagegen tun kannst.
Die Ursachen: Warum platzen Tomaten überhaupt auf?
Es gibt verschiedene Ursachen, die dazu führen können, dass deine Tomaten platzen. Einige kannst du gut beeinflussen, andere hast du weniger in der Hand.
Unregelmäßiges Gießen
Der Wechsel zwischen langen Trockenheitsphasen und darauf folgendem Wasserüberschuss bekommt deinen Tomaten nicht gut. Das Innere der Tomate reagiert auf das plötzlich verfügbare Wasser mit starkem Wachstum. Die Haut der Tomate kann so schnell nicht mitwachsen, die Tomate platzt auf.

Du kannst an der Art wie deine Tomate aufgerissen ist, Rückschlüsse auf die Ursache ziehen. Längliche Risse, wie im Bild oben, deuten auf plötzlich verfügbares Wasser nach Trockenheit hin.
Tomaten platzen nach starkem Sommerregen
Falls du deine Tomaten im Freiland ohne Dach über dem Kopf anbaust, kann auch ein heftiges Sommergewitter der Grund dafür sein, dass deine Tomaten platzen.

Es muss also nicht unbedingt an deinen Gießgewohnheiten liegen. Manchmal kannst du auch einfach Petrus die Schuld an den aufgeplatzten Tomaten geben.
Temperaturschwankungen
Gegen Ende des Sommers wird der Unterschied zwischen Tag- und Nachtemperatur immer größer. Die Tage sind oft noch sehr heiß, die Nächte schon empfindlich kalt. Bei Tomaten führt das leider dazu, dass die Haut platzt. Im Gegensatz zu den unregelmäßigen Wassergaben führen große Temperaturschwankungen aber eher zu konzentrischen Rissen rund um den Stielansatz der Früchte.

Zu viel Dünger
Ein Überangebot an Nährstoffen kann dazu führen, dass das Innere der Tomate schneller wächst als die Haut. Wasser- und Nährstoffüberschuss hängen mitunter auch zusammen, denn die Nährstoffe gelangen zusammen mit dem überschüssigen Wasser in die Früchte. Dazu kommt, dass Tomaten bei großer Hitze, die es ja bei Trockenheit meistens gibt, eine besonders harte Schale bekommen. Die schützt sie vor der UV-Strahlung, ist dann aber nicht elastisch genug, um auf das Wachstum durch Wasser und Nährstoffe zu reagieren.

Sortenwahl
Einige Tomatensorten haben von Natur aus eine sehr dünne Haut. Das ist zum Beispiel bei einer meiner Lieblingssorten, der ‚Schlesischen Himbeere‘ der Fall. Ich mag sie unter anderem genau deswegen. Aber eine dünne Haut ist leider auch empfindlicher als eine dickere.

Tomaten platzen: Tipps zur Vorbeugung
Aus den Gründen warum deine Tomaten platzen, ergeben sich glücklicherweise auch Möglichkeiten zur Vorsorge. Lass uns mal zusammen schauen, was du tun kannst, um aufgeplatzte Früchte zu vermeiden.
Gleichmäßig gießen
Beim Gießen von Tomaten gibt es zwei unterschiedliche Strategien. Du kannst deine Pflanzen an eine Tröpfchenbewässerung anschließen, dann musst du dir um die Versorgung mit Wasser keine Gedanken mehr machen. Blöd wird’s dann nur, wenn die Bewässerung mal ausfällt. Ist bei mir schon passiert, weil eine Maus den Bewässerungsschlauch irgendwie lecker fand. Aber solange das nicht gerade passiert, wenn du mehrere Wochen in Urlaub bist, ist auch das kein Problem. Lässt sich ja leicht beheben.

Die andere Strategie zielt auf das Ausbilden von tiefen Wurzeln bei deinen Pflanzen ab. Dafür gießt man von Anfang an selten, aber gründlich. Die Wurzeln wachsen dann auf der Suche nach Wasser tief in die Erde und so tief unten trocknet die Erde eigentlich nie aus. Unterstützen kannst du das tiefe Wurzelwachstum indem du einen Topf neben deiner Pflanze eingräbst und darüber gießt. Das Wasser dringt dann direkt mal 20 bis 30 Zentimeter tiefer in die Erde ein. Wichtig: du musst das von Anfang an so machen, solange die Pflanze noch klein und im Wachstum ist.

Tomaten mulchen
Eine Mulchschicht sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit in der Erde nicht so schnell verdunstet. Ich war mal bei einer Tomatenpflanzung in Spanien dabei. Dort wurde direkt nach dem Pflanzen eine richtig dicke Schicht Stroh auf dem gesamten Tomatenfeld aufgebracht. Die Tomaten haben kaum daraus hervorgeschaut. Ich mulche gerne mit Schafwolle, die bekomme ich von einem befreundeten Bio-Bauern. Sie speichert eine große Menge Wasser und versorgt die Tomaten darüberhinaus auch noch langsam mit Nährstoffen.

Zum Mulchen kannst du im Prinzip jedes organische Material verwenden: Stroh, Rasenschnitt, Schafwolle, Miscantus. Hier gibt es einen Artikel über die Anwendungsgebiete der verschiedenen Materialien: Richtig mulchen im Garten.
Tomaten unter Dach anbauen
Wetterkapriolen wie starken Sommergewittern kannst du mit dem Anbau unter einem Dach den Stinkefinger zeigen. Das hilft im Übrigen auch gegen die in verregneten Sommern schnell vorkommende Braunfäule. Ich bin ein großer Fan von diesen Tomatendächern:
- EFFEKTIVER SCHUTZ VOR KRAUT- & BRAUNFÄULE: Dieses offene Schutzdach ist die Alternative zum geschlossenen Gewächshaus. Es hält Ihre Tomaten, Gurken und Paprika zuverlässig trocken, während die ständige Belüftung die Gefahr von Pilzbefall minimiert
Ich habe sie seit vielen Jahren im Einsatz. Sie sind super stabil und schützen meine Pflanzen sehr zuverlässig. Inzwischen hat sich die Ausgabe dafür mehr als gelohnt. Falls du gerne selbst etwas bauen möchtest, schau dir meine Bauanleitung für ein Tomatenhaus an: DIY Tomatenhaus.

Robuste Sorten wählen
Da nicht alle Tomatensorten im gleichen Maße zum Platzen neigen, kannst du natürlich auf platzfeste Sorten aufweichen. Bei mir steht bei der Sortenwahl allerdings der Geschmack und meine Vorliebe für Fleischtomaten im Vordergrund. Die neigen leider alleine aufgrund der großen Früchte eher zum Platzen. Ich lebe damit 🙂

Mein Vorschlag für eine relativ platzfeste Sorte: ‚Zuckertraube‘ trägt viele zuckersüße Früchte und neigt nicht zum Platzen.
Was tun mit geplatzten Tomaten?
Schnell verarbeiten: Solange sie nicht schimmeln, sind sie essbar. Sie eignen sich super für Soßen, Suppen oder zum Kochen, halten sich aber nicht mehr beim Lagern.
Sofort ernten: Offene Risse sind eine Eintrittspforte für Schimmel, Pilze und Insekten.






