Mischkultur im Garten neu gedacht: Warum sollten Nutzpflanzen und Zierpflanzen getrennt wachsen? Wenn du wenig Platz im Garten hast oder einfach ein wunderschönes, pflegeleichtes Beet möchtest, das gleichzeitig deinen Kühlschrank füllt, solltest du dir ein essbares Staudenbeet anlegen.

Essbares Staudenbeet: Warum du Gemüse und Blumen kombinieren musst!

Blumenbeete, die man einfach aufessen kann? In diesem Video zeige ich dir, wie du ein essbares Staudenbeet anlegst und Gemüse mit wunderschönen, blühenden Stauden genial kombinierst:

Ein essbares Blumenbeet?

Warum denn nicht! Wer sagt denn, dass Gemüse nur ins Gemüsebeet und Blumen ins Staudenbeet gehören? Warum nicht einfach beides zusammen pflanzen? Eine Oase für Insekten, Blumen für die Vase und eine gut gefüllte Speisekammer für dich.

In meinem Garten gibt es ein etwa 10 m² großes Beet in dem letztes Jahr meine Dahlien gewachsen sind. Eigentlich sollten sie auch in diesem Jahr wieder hier wachsen. Ich habe sie im Winter nicht rausgenommen, das funktioniert hier in Köln meistens ganz gut, aber der letzte Winter war dann doch ein wenig zu kalt oder zu nass. Nur ein Teil der Dahlien ist wiedergekommen und dadurch ist im Beet viel Platz frei.

Dahlien im essbaren Staudenbeet

Dahlien sind übrigens auch essbar, sowohl die Blüten als auch die Knollen. Allerdings würde ich hier sagen, nicht alles was man essen kann, muss man auch essen 🙂 es gibt wirklich köstlichere Alternativen. Aber wenn sie schon mal da und auch noch essbar sind, was liegt da näher, als die Lücken mit einer Mischung aus Blumen und Gemüse zu füllen?

Essbares Beet vorbereiten

Mein erster Schritt, dieses Beet aufräumen und dann gucken, was geht. Die Dahlien, die überlebt haben, dürfen natürlich bleiben. Disteln, Brennnesseln und andere Beikräuter jäte ich. Beim Jäten zahlt es sich übrigens aus, wenn man weiß, wie Jungpflanzen aussehen. Einjährige Sommerblumen, die sich selbst versamt haben, wie Gretel im Grünen, puscheliger Mohn und blühender Fingerhut, dürfen bleiben.

Falls sich jemand fragt, was in allen Teilen giftiger Fingerhut in einem essbaren Staudenbeet zu suchen hat, keine Sorge, die Pflanze gibt ihr Gift weder an die Erde, noch an benachbarte Pflanzen ab.

essbares Staudenbeet vorbereiten, Erde leicht auflockern

Die Erde zwischen den verbleibenden Pflanzen locker ich nur leicht auf und verteile dann eine ordentliche Portion Kompost im gesamten Beet. Die Kompostschicht soll am Ende fünf bis zehn Zentimeter hoch sein. Kompost wirkt als organischer Bodenverbesserer, er kurbelt das Bodenleben an. Gleichzeitig dient er mir als Mulchschicht und er gibt natürlich auch Nährstoffe an den Boden ab. Das reicht für ein gutes Staudenwachstum und auch für viele Gemüse. Die Starkzehrer, die ins Beet einziehen, versorge ich zusätzlich gezielt mit etwas organischem Bio-Dünger bei der Pflanzung. Durch die gezielte Düngung sorge ich dafür, dass die genügsamen Stauden nicht überdüngt werden und mein hungriges Gemüse trotzdem gut mit Nährstoffen versorgt wird.

Die Stauden und Gemüse-Auswahl für mein essbares Staudenbeet

Ich habe mir verschiedene blühende Stauden und natürlich auch ein paar Gemüsepflanzen für mein essbares Staudenbeet gekauft.

Staudenauswahl für mein essbares Beet

Gemüseauswahl für mein essbares Staudenbeet

Meine Gemüse und Stauden Auswahl für mein essbares Staudenbeet

Essbares Blumenbeet bepflanzen

Bevor du jetzt alles wild durcheinander pflanzt, mach dir lieber ein paar Gedanken über den Beetaufbau deines essbaren Blumenbeetes. Woher kommt die Sonne? Wie ist der Verlauf? Gibt es schattige und sonnige Bereiche? Wie hoch werden die Pflanzen?

Die meisten Gemüse mögen sonnige Standorte. Du musst also darauf achten, dass die Stauden nicht zu viel Schatten auf das Gemüse werfen. Das spricht dafür, das Gemüse eher am Rand zu pflanzen. Du willst ja auch zum Ernten bequem dran kommen. Es muss also zumindest ein paar Trittplatten geben, wenn du Obst oder Gemüse in die Beetmitte pflanzt.

Ein essbarer Beetrand

Bei mir besteht die Randbepflanzung in diesem Jahr aus den verschiedenen Salatsorten. Als ich dieses Beet zum ersten Mal angelegt habe, habe ich den Rand mit Erdbeeren und Knoblauch im Wechsel bepflanzt.

Randbepflanzung essbares Staudenbeet: Knoblauch schützt Erdbeeren vor Pilzkrankheiten

Das sah hübsch aus und hat sehr gut funktioniert. Da Erdbeeren aber nur drei Jahre lang gut tragen, werden sie jetzt von Salat abgelöst. Ich kombiniere dabei roten Eichblattsalat, von dem man als Pflücksalat immeer die äußeren Blätter ernten kann und der dadurch länger stehen bleibt, mit grünem Romana Salat. Wir haben jetzt Juni, es wird immer wärmer, normaler Salat neigt bei steigenden Temperaturen zum Schießen. Romana Salat ist stabiler und auch eine schöne farbliche Abwechslung. Der dritte im Bunde ist Radicchio, ein Herbst- und Wintersalat. Der hält die Stellung, wenn die anderen beiden Salatsorten längst abgeerntet sind.

Randbepflanzung aus verschiedenen Salaten

Ernte-Lücken im essbaren Staudenbeet mitdenken

Hinter den Salaten pflanze ich versetzt Tagetes, Duftsteinrich, Spanische Gänseblümchen oder Kapuzinerkresse. Wenn der Salat geerntet ist übernehmen sie seinen Platz und es entsteht keine unschöne Lücke in meinem Rand. Das ist ein ganz wichtiger Teil, wenn du ein essbares Staudenbeet anlegen möchtest. Du musst die Ernte-Lücken mitdenken.

In einem reinen Gemüsebeet stört es nicht, wenn eine Reihe abgeerntet ist. Der Platz im Beet ist bleibt leer und irgendwann wird etwas neues gesät.

Im essbaren Blumenbeet kannst du unschöne Lücken durch eine geschickte Planung vermeiden. Dafür pflanzt du am Rand immer etwas in die zweite Reihe, das den leeren Platz dann übernehmen kann.

Duftsteinrich und Kapuzinerkresse füllen Erntelücken

Gemüse und Stauden für die Beetmitte

Nachdem der Rand bepflanzt ist, arbeiten wir uns weiter vor zur Beetmitte. Hier darf es etwas höher werden. Zu meiner Gemüse-Auswahl gehören Paprikapflanzen. Ich habe mich für eine Sorte mit kleineren Früchten entschieden, eine sogenannte Snackpaprika. Sie bildet den ganzen Sommer über immer wieder Früchte aus und ich kann öfter davon ernten als von einer Sorte mit großen Früchten. Paprika gehört zu den Starkzehrern, deshalb versorge ich sie beim Pflanzen mit etwas organischem Bio-Dünger. Zusätzlich bekommen die Pflanzen einen Stützstab. Im essbaren Staudenbeet darf der gerne etwas hübscher sein, wie zum Beispiel dieser hier:

Paprika brauchen viel Sonne, darauf musst du beim Pflanzen achten. Bei mir kommt sie deshalb auch relativ in den Vordergrund des Beetes. So komme ich auch gut an die Früchte ran ohne, dass ich ins Beet trampeln muss.

Als nächstes pflanze ich meine Flower Sprouts, das ist eine Art Rosenkohl mit offenen Röschen. Sehr dekorativ und sehr hungrig. Deshalb versorge ich sie auch mit organischem Bio-Dünger.

Flower Sprouts im essbaren Staudenbeet

Alternativ zu den Flower Sprouts kann ich den Palmkohl ‚Nero di Toscana‘ sehr empfehlen oder auch den roten Grünkohl ‚Redbor‘. Alle drei werden sehr hoch und müssen gestützt werden. Ernte ist im Herbst und Winter. Sie gehören definitiv zu meinen liebsten Wintergemüsen und zu der Art von Gemüse, das man super gut in ein essbares Staudenbeet integrieren kann.

Sie schenken dir nämlich nicht nur eine Ernte im ersten Jahr. Wenn du sie stehen lässt, gehen sie im zweiten Jahr früh in Blüte. Sie blühen gelb, bilden eine riesige gelbe Wolke, die von Bienen sehr geliebt wird.

blühender Palmkohl, ein Insektenmagnet

Kein Gemüse, aber eben auch essbar, ist das Strauchbasilikum. Das pflanze ich gerne in die Nähe von Kohl. Durch seinen intensiven Geruch verwirrt es die weiße Fliege und mit etwas Glück lässt sie dann meine Pflanzen in Ruhe.

Zwischen den Gemüsepflanzen verteile ich meine Stauden. Dabei bitte auch immer auf die Wuchshöhe achten und vor allem auch auf ausreichend Abstand zu den Gemüsepflanzen. Noch ist alles sehr klein, aber alle Pflanzen brauchen ausreichend Platz zum wachsen.

In der Beetmitte platziere ich gerne einen etwas höheren Blickfang. In meinem aktuellen Beet sind das Stangenbohnen, die an dekorativen Cortenstahlstangen hochranken dürfen. Alternativ kann das eine Artischocke sein, deren Knospen du ernten und essen oder den Bienen überlassen kannst. Auch ein Obst-Hochstamm, zum Beispiel schwarze Johannisbeeren, ist dafür gut geeignet. Wichtig ist nur, dass du zur Erntezeit über einen Weg oder Trittplatten gut an die Pflanze ran kommst.

Johannisbeer-Hochstamm für die Beetmitte

Der Zaun im essbaren Staudenbeet

Wenn dein Beet an einen Zaun angrenzt, kannst du den auch mit einbeziehen. Ich habe meinen Zaun mit Himbeeren bepflanzt. Die werden sehr hoch, bilden im Sommer einen leichten Sichtschutz und ich kann jede Menge Beeren ernten.

Himbeeren am essbaren Zaun

Denke bei Himbeeren daran eine Wurzelsperre anzubringen, damit sie dir nicht ins Beet hineinwachsen. Alternativ kannst du einen Zaun auch mit einer dornenlosen Brombeersorte bepflanzen.

Essbare Blüten für dein essbares Blumenbeet

Nicht alle Blumen, die ich für das Beet ausgesucht habe sind essbar, aber doch die meisten. Agastachen-Blüten schmecken je nach Sorte lecker minzig. Die ganze Pflanze ist essbar und kann getrocknet für Teeaufgüsse verwendet werden.

Agastache 'Tangerine Dream'

Die Schoko-Kosmee riecht zwar lecker nach Schokolade, ihre Blüten schmecken aber neutral, man könnte auch sagen nach nichts 😉 Sie werden eher zu dekorativen Zwecken verwendet. Wobei so ein Schoko-Dessert mit Schoko-Kosmeenblüte macht schon was her. Das Auge isst ja mit.

Schoko-Kosmee

Löwenmäulchen gehören in die gleiche Kategorie, sie sind essbar, schmecken aber nach wenig, sind aber dafür sehr dekorativ. In mienem essbaren Staudenbeet pflanze ich sie überall dazwischen und hoffe darauf, dass sie sich im nächsten Jahr selbst versamen.

weißes Löwenmäulchen

Das Dahlien essbar sind hatte ich ja bereits erwähnt. Sie schmecken so wie sie riechen, mir ist das zu intensiv. Daher verwende ich sie nur sehr sparsam und am liebsten als Topping von würziger Kürbis- oder Kartoffelsuppe. Einige Dahliensorten werden sehr hoch, darauf musst du bei der Platzierung im Beet unbedingt achten. Die höheren Sorten brauchen auch unbedingt eine Staudenstütze.

Tagetes gibt es viele verschiedene Sorten. Die Blüten sind alle essbar, lecker sind aber nur die ungefüllten Blüten der Gewürztagetes, zum Beispiel der Sorte ‚Orange Gem‘. Die bringen einen guten leicht zitrusartigen Eigengeschmack mit, den man gut zum aromatisieren von Getränken nutzen kann.

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Taglilien habe ich in diesem Beet nicht gepflanzt. Sie stehen schon im Beet direkt gegenüber. Ich muss sie hier aber unbedingt erwähnen, denn ihre Blüten schmecken wirklich richtig gut, würzig und sehr aromatisch. Ich esse sie total gerne. Also auch eine wunderbare Staude, die man ein essbares Staudenbeet integrieren kann.

Taglilien-Blüte im essbaren Blumenbeet

/Katzenminze überlasse ich meiner Katze und den Bienen. Die lieben sie beide sehr. Mir sind die Blüten zu herb. Für mein essbares Blumenbeet habe ich eine niedrige Katzenminze ausgewählt, die sehr gut zwischen den Paprikapflanzen wachsen kann.

niedrige Katzenminze als Begleitpflanze im essbaren Staudenbeet
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