Heidelbeeren Obst

Heidelbeeren im Garten pflanzen

In meinem Garten gibt es jede Menge Beeren: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren in rot, weiß und schwarz, Stachelbeeren, Holunderbeeren und Brombeeren. Nur Heidelbeeren habe ich noch keine. Das liegt daran, dass mir bislang nicht so klar war wie ich es den blauen Waldbewohnern, die auf den lateinischen Namen Vaccinicum myrtillus hören,  in meinem Garten gemütlich machen kann. Heidelbeeren wachsen eigentlich im Wald oder auf der Heide. Sie mögen sauren humosen Boden. Kalk und frischer Dünger sind den blauen Beeren ein Gräuel. Aber nur um mein Beeren-Repertoire zu vervollständigen, will ich nicht gleich die Erde in meinem Garten austauschen. Auch nicht in einer kleinen Ecke. Dabei hätte ich durchaus ein paar freie Plätze im lichten Schatten zu bieten.

Saure Erde und lichter Schatten – das mögen Heidelbeeren

Der hintere Grenzbereich wird zwar von der Abendsonne lange beleuchtet, während des Tages liegt er aber immer mal wieder im Schatten. Der kommt von den großen Obstbäumen, die je nach Sonnenstand einen langen, aber leichten Schatten werfen. Hier würden sich die Heidelbeeren sicher wohl fühlen. Erde ausgraben will ich trotzdem nicht. Und ein Torfsubstrat kaufen auch nicht. Schließlich wird in meinem Garten Torffrei gegärtnert. Aber ich überlege ob ich mir ein paar große rechteckige Speiskübel anschaffe und die dann mit einer Mischung von Rindenhumus und Laubkompost fülle. Eichenlaub soll super geeignet sein für Heidelbeeren. Nicht weit von meinem Garten entfernt wachsen sogar welche. Birkenlaub geht auch. Davon wachsen sogar noch mehr im Park. Statt der Speiskübel könnte ich auch ein flaches langgetrecktes Hochbeet bauen und bepflanzen. Heidelbeeren sind Flachwurzler, ein 30 Zentimeter hohes Beet mit saurer Erde sollte also genügen. Aus kostenlosem Palettenholz ist das schnell zusammen gezimmert. Mit Baudielen wird es ein bisschen teurer, aber dafür dauert es länger bis sie verrotten. Ein Beet mit Erdanbindung muss man nicht so oft gießen wie Kübel, das ist ein echter Vorteil.

Ich stell mir das ganz hübsch vor an der hinteren Gartengrenze. Ganz links steht ein kleiner Fliederbaum. Darunter liegt ein Haufen mit Totholz und Steinen als Unterschlupf für Igel, Kröten und anderes Getier. Rechts kommt irgendwann der Kompost und eine Ecke mit Brennnesseln (für Jauche und zum mulchen). Dazwischen wäre Platz für ein Beet mit Heidelbeeren.

Heidelbeere

Die Kulturheidelbeere Vaccinicum corymbosum

Die Heidelbeeren, die man im Gartencenter kaufen kann, stammen nicht von der europäischen Heidelbeere Vaccinicum myrtillus ab. Sie sind durch Kreuzungen der amerikanischen Heidelbeere Vaccinicum corymbosum entstanden. Ihr Fruchtfleisch ist heller, sie sind nicht ganz so aromatisch wie ihre wilden Schwestern, aber dafür haben sie große saftige Früchte. Außerdem werden die Büsche 1,20 bis 2,00 Meter hoch und lassen sich bequem im Stehen beernten. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als Kind stundenlang auf Knien durch den Wald gerobbt bin auf der Suche nach den süßen Beeren. Das macht mein Rücken heute nicht mehr mit. Ein Grund mehr für die gezähmte Kulturvariante.

Wie ich bei Garten-Schlüter gesehen habe gibt es jede Menge verschiedener Heidelbeersorten. Die unterschieden sich allerdings vor allem in der Erntezeit. Kombiniert man die Sorten „Duke“, „Bluecrop“ und „Ozark Blue“ kann man von Mitte Juli bis Ende August durchernten. Ein verlockender Gedanke. Allerdings wollen diese Sorten mehr Sonne als Schatten. Die Gartenheidelbeere „Blauer Bär“ dagegen verträgt mehr Schatten. Ich glaub mit der werde ich es einmal versuchen. Beste Pflanzzeit ist im Spätsommer nach der Ernte. Dann haben die Pflanzen noch lange genug Zeit neue Wurzeln zu bilden und man kann schon im nächsten Jahr auf eine reiche Ernte hoffen. Wäre doch super, wenn ich im nächsten Jahr Heidelbeerpfannkuchen mit Heidelbeeren aus dem eigenen Garten backen könnte. Bis dahin schmecken Pfannkuchen mit Brombeeren und Sahne aber auch nicht schlecht.

  1. Andreas Lauermann

    Na, dann freu ich mich ja auf die nächsten Pfannkuchen ;-))

  2. täglich gibts welche zum naschen!
    meine Kultur Heidelbeeren stehen auch nicht so sonnig hinter den Johannisbeeren am Apfelbaum.

    ich mulche viel mit Eichenlaub, Stroh und Rasenschnitt, damit der Boden feucht bleibt,
    gieße auch viel . Sie sind eingepflanzt in Moor Da kaufe ich mal ausnahmsweise billige Gartenerde aus dem Hochmoor.
    und sie tragen sie sehr gut . Mein kaufte ich direkt in der Baumschule zum Frühling oder besser Erntezeit so kann man auch den Fruchtansatz sehen.
    nur brauchen sie auch Dünger wie Hornspäne
    liebe Grüße von Frauke

    • Die Gaertnerin

      Also ich werde mir in den nächsten Wochen auf jeden Fall ein, zwei Büsche kaufen. Zum Pflanzen werde ich torffreie Rhododendronerde verwenden, in leicht erhöhten Beeten. Den Aushub kann ich gut an anderer Stelle im Garten gebrauchen. Und sobald das Eichenlaub fällt schnapp ich es mir zum mulchen.

  3. Wir haben auch eine solche Staude Kulturheidelbeeren im Garten. Welche Sorte kann ich leider nicht genau sagen. Mittlerweile sind die Beeren auch schon reif. Sie sind wie du geschrieben hast, um einiges größer als die Heidelbeeren aus dem Wald. Das Aroma und den Geschmack finde ich aber recht angenehm. Ich war heuer auch im Wald Heidelbeeren pflücken. Da ist mir erst wieder aufgefallen, wie praktisch diese Heidelbeeren aus dem Garten sind. Das Pflücken gestaltet sich aufgrund der Größe viel schneller als bei den kleinen Beeren aus dem Wald – ich glaube dafür habe ich einfach zu wenig Geduld!

    • Die Gaertnerin

      Ja, ich denke auch, die bequeme Pflückhöhe ist ein entscheidender Vorteil.

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