Wer schreibt bleibt! Aber wie wird man gefunden in der wilden weiten Welt? Versucht es mal so: SEO für Gartenblogger, 5 Tipps für den grünen Suchmaschienen-Daumen
Blogparaden

SEO für Gartenblogger: 5 Tipps für den grünen Suchmaschinen-Daumen

Heute mal was ganz anderes: die liebe Katja Flinzner hat im Rahmen einer Blogwichtel-Aktion einen Gastartikel über SEO für Gartenblogger für mich geschrieben. Sehr spannend. Sind doch bestimmt ein paar Gartenblogger unter Euch, die das auch interessieren könnte 🙂

Im Netzwerk Texttreff gibt es jedes Jahr wieder eine schon liebgewordene Tradition: Das Blogwichteln. Darin beschenken sich die Netzwerkmitglieder gegenseitig mit Gastbeiträgen für ein jeweils anderes Blog. Und so manches Mal ist der Schreck groß, wenn man dabei einem Blog zugewichtelt wird, mit dem sich auf den ersten Blick nicht viele Gemeinsamkeiten finden lassen. So auch dieses Mal: Ein Gartenblog? Ich habe alles, nur keinen grünen Daumen. Und trotz jährlich wiederkehrender anderslautender Vorsätze komme ich beim Gärtnern auch über ein kleines Kräuterbeet kaum hinaus.

Aber wie so oft lohnt sich auch beim Blogwichteln der zweite und dritte Blick. Und bei dem stellt man fest: Gemeinsamkeiten gibt es überall. Schließlich brauchen Gartenblogs ja genau wie alle anderen Blogs auch eine vernünftige Suchmaschinenoptimierung, wenn sie von den richtigen Lesern gefunden werden wollen. Sowas wie SEO für Gartenblogger. Damit wiederum kenne ich mich aus. Deutlich besser als mit TomatengewächshäusernRasenpflege oder Wurmfarmen. Genau wie Anja trinke ich übrigens auch am allerliebsten richtig guten Grüntee. Aber als Blogthema eignet sich diese Gemeinsamkeit nur bedingt.

Upcycling-Projekt: Tomatenhaus aus alten Fenstern. Detailierte Bauanleitung mit Materialliste, Kostenaufstellung, vielen schönen Bildern. Einfach Nachbauen.
Rasenpflege im Herbst

SEO für Gartenblogger

Was also sollte man als Gartenblogger tun, um seine Wunsch-Leser anzulocken? Hier kommen 5 Tipps, mit denen Ihr den Boden für erfolgreiches Suchmaschinenwachstum bereiten könnt.

1. Die richtigen Keywords finden

Wann entscheidet Ihr, für welches Keyword Ihr den aktuellen Blogartikel optimieren möchtet. In dem Moment, in dem das Suchmaschinen-Plugin Eurer Wahl Euch bittet, eins einzugeben? Keine Angst, damit seid Ihr nicht alleine – der richtige Moment ist das trotzdem nicht. Sich über die richtigen Keywords rechtzeitig Gedanken zu machen, lohnt sich aber, denn fast alles, was ihr in den folgenden Schritten tut, baut darauf auf.

Die folgenden Grundregeln helfen dabei, das richtige Keyword zu finden:

  • Entscheidend ist nicht, wozu es möglichst viele Google-Treffer gibt, sondern wonach Eure Leser tatsächlich suchen. Das findet Ihr über entsprechende Tools wie kwfinder.com oder den MOZ Keyword Explorer heraus.
  • Lasst Euch aber von den Zahlen nicht allzu sehr gängeln. Ein hohes Suchvolumen ist hilfreich, aber nicht alles. Spezifischere (sogenannte Midtail- oder Longtail-)Keywords, die aus mehreren Wörtern bestehen, haben zwar ein geringeres Suchvolumen als Ein-Wort-Begriffe (Shorttail-Keywords), bringen dafür aber mit höherer Wahrscheinlichkeit genau die Besucher mit, die Ihr auch haben wollt.

Das Keyword „Gewächshaus“ beispielsweise hat zweifelsfrei ein deutlich höheres Suchvolumen als „Gewächshaus Bauanleitung“. Dafür kommen aber bei letzterem auch nur die Besucher auf eure Seite, die ihr Gewächshaus tatsächlich selber bauen und nicht fertig kaufen möchten.

Einfache Bauanleitung für ein günstiges und schönes Gewächshaus aus alten Fachwerk-Fenstern. Wichtigste Zutat: Geduld! Ergebnis: ein Schmuckstück :)
  • Im obigen Beispiel hilft die Konkretisierung auch dabei, die Suchintention klarer zu erfassen. Sich ein paar Gedanken darüber zu machen, mit welcher Absicht ein Leser eigentlich auf Eure Seite kommt – oder kommen soll –, ist ein entscheidender Schritt bei der Keywordrecherche.
  • Und zu guter Letzt: Jede Seite / jeder Blogartikel sollte ein eigenes Keyword haben. Mehrere Seiten zum selben Thema machen sich Konkurrenz und graben sich gegenseitig das Wasser ab. Das gilt auch für Synonyme. Einen Artikel über Blaubeeren und noch einen über Heidelbeeren zu verfassen, ist deshalb wenig sinnvoll.

Einer von den beiden muss leider gehen ...

SEO für Gartenblogger jedes Keyword nur einmal verwenden

2. Texte strukturieren

Kein Mensch liest gerne endlose Texte ohne Punkt und Komma. Und auch Suchmaschinen bevorzugen strukturierte Texte, weil ihnen die Struktur wichtige Zusatzinformationen zum Inhalt gibt. Ein gut aufgelockerter Text ist deshalb deutlich fruchtbarer als eine festgetretene, bewegungslose Textwüste.

Früher musste man sich für die Auszeichnung von Textstrukturen zumindest ein wenig mit HTML auskennen – heute nehmen die meisten Editoren uns diese Arbeit ab und bieten die Möglichkeit, Hervorhebungen, Aufzählungen und hierarchisch strukturierte Überschriften mit einem Mausklick zu formatieren.

Sowohl im Sinne der Übersichtlichkeit als auch aus Suchmaschinensicht empfiehlt es sich…

eine Hauptüberschrift(als HTML-Tag <h1>Überschrift</h1>) zu verwenden, in der nach Möglichkeit des Keyword vorkommt.

… den Text zu untergliedern und die Absätze mit Zwischenüberschriften(<h2> etc.) zu versehen. Wenn in den Zwischenüberschriften ebenfalls immer mal wieder das Keyword vorkommt, ist auch das hilfreich – aber bitte nicht mit der Brechstange. Die Lesbarkeit sollte auch bei der Betitelung von Überschriften immer im Vordergrund stehen.

… die zentralen Arbeitsschritte, Materialien oder Erkenntnisse in Aufzählungen zu packen. Die lockern den Textfluss auf, sorgen für Übersicht und zeigen, was wirklich wichtig ist.

… wichtige Schritte und zentrale Begriffe fett zu markieren. Das hilft Mensch und Maschine gleichermaßen dabei, das Wichtigste auf den ersten Blick zu erkennen. Auf das Unterstreichen als Hervorhebung dagegen solltet Ihr besser verzichten, darunter erwarten zu viele Leser nach wie vor einen Link zu einer anderen Seite.

3. Bilder pflegen

Das letzte I-Tüpfelchen für aufgelockerte Texte sind zweifellos die passenden Bilder. Nach einer längeren Textstrecke ziehen sie die Blicke von ganz alleine auf sich, bieten den Augen einen Moment der Entspannung und verknüpfen verschiedene Eindrücke miteinander. Gerade aus der Welt der Gartenblogger sind hochwertige Fotos kaum noch wegzudenken – schließlich sind grüne Blätter, bunte Blüten, farbenfrohe Blütenwiesen und appetitanregendes Gemüse die perfekten Fotomotive.

Was kommt dabei heraus wenn zehn Garten-Blogger ein Erntedank-Fest feiern? Üppige Blumendeko, köstliche Gemüsegerichte und sehr glückliche Menschen.

Viele Blogger machen aber immer noch den Fehler, ihre Fotos direkt von der Kamera ins Blog hochzuladen. Das geht zwar schnell, sollte man aber vermeiden. Genauso wie empfindsame Pflanzen brauchen auch Fotos ein kleines bisschen Pflege, damit sie zum Gedeihen der Website beitragen können.

Die Fotos für Euer Gartenblog solltet ihr deshalb:

  • vor dem Hochladen umbenennen.

IMG0123456.jpg ist kein aussagekräftiger Name, bauanleitung-kraeuterspirale.jpg schon. ACHTUNG: Unterstriche („_“) betrachtet Google nicht als Wort-Trenner, deshalb solltet Ihr lieber Gedankenstriche verwenden.

  • vor dem Hochladen verkleinern.

Selbst Handyfotos haben heute in der Regel eine Auflösung, die für die Webnutzung viel zu groß ist. Keine Website braucht Bilder mit 4000 oder gar 6000px Breite. Eine Breite von 1920px sollte selbst dann ausreichen, wenn Ihr damit die gesamte Bildschirmbreite ausfüllen möchtet. Bilder nur in der Größe hochzuladen, in der sie benötigt werden, spart Ladezeit – und die wiederum ist heute ein entscheidender Rankingfaktor vor allem bei der mobilen Suche.

  • mit Zusatzinformationen versehen.

Euer Content Management System ermöglicht es Euch, den hochgeladenen Bildern Alternativ- und Beschreibungstexte mitzugeben? Dann solltet Ihr das auch unbedingt tun. Die sogenannten Alt- und Title-Tags sind nicht nur im Sinne eines barrierefreien Webdesigns bzw. einer besseren Benutzerfreundlichkeit der Seite sinnvoll, sondern liefern auch den Suchmaschinen Informationen über Eure Bilder, die sie sonst nicht erfassen können.

Sinnvolle Alt- und Titel-Tags vergeben

SEO für Gartenblogger Bilder mit Alt- und Titel-Tags versehen

4. Suchergebnisse optimieren

Wenn Ihr die Seite als solche strukturiert und optimiert habt, solltet Ihr noch ein wenig Hirnschmalz in die sogenannten Meta-Informationen stecken. Damit sind in erster Linie der Seitentitel und die sogenannte „Description“ gemeint. Zusammen mit der URL und ggf. weiteren sogenannten „Rich Snippet“-Daten (Bewertungssterne bspw.) bilden diese das Suchergebnis, das sogenannte SERP (Search Engine Result Page).

Das Ziel Eurer SERP-Optimierung sollte immer ein Ergebnis sein, das die richtigen Leute dazu bewegt, auf Euren Eintrag zu klicken.

Denn wenn Ihr zwar jede Menge Klicks generiert, die Leser von der tatsächlichen Seite aber enttäuscht sind, sofort wieder zurückkommen und weitersuchen, merkt sich Google auch das. Also besser nichts versprechen, was Eure Seite nicht halten kann.

Sehr hilfreich sind Tools zum Ausprobieren der richtigen SERPs, zum Beispiel um zu lange oder zu kurze Titel und Descriptions zu vermeiden. Inzwischen sind ähnliche Anzeigen aber auch häufig bereits in die gängigen SEO-Plugins etwa für WordPress integriert.

SERP optimieren

SEO für Gartenblogger richtige Länge für Serp Snippets

5. Vernetzen

Alles optimiert, alles fertig? Nein, leider nicht. Denn auch außerhalb Eurer Website geht die Suchmaschinenoptimierung weiter. Die sogenannten Backlinks, also Links, die von anderen Websites auf Eure Website verlinken, sind zwar heute lange nicht mehr so entscheidend für den Suchmaschinenerfolg, wie sie es mal waren, tragen aber immer noch zu einem guten Ranking bei. Deshalb gehört ein organischer Linkaufbau zu jeder ganzheitlichen Suchmaschinenoptimierung dazu. Am einfachsten könnt Ihr das erreichen, indem Ihr Euch mit Gleichgesinnten vernetzt und Kontakte aufbaut. Geht zum Beispiel zu Barcamps, Gartenschauen oder Bloggertreffen, knüpft Kontakte zu anderen Garten- oder Foodbloggern, macht mit bei Blogparaden, tretet passenden Gruppen in den verschiedenen Sozialen Netzwerken bei oder gründet im Zweifel selber welche. Ich bin sicher, Euch fallen noch viel mehr Möglichkeiten für Eure individuelle Nische ein.

Egal ob ihr klassische Netzwerke wie Facebook oder Instagram nutzt oder Euch im echten Leben auf Netzwerkveranstaltungen herumtreibt: Netzwerken ist keine Einbahnstraße, sondern basiert auf dem Motto „Erst geben, dann nehmen.“ Selber auf andere zuzugehen, andere Inhalte zu teilen, zu liken, zu kommentieren und zu verlinken, sollte für Euch genauso selbstverständlich sein wie das Wässern Eures Gartens im Sommer.

Vernetzen beim Gartenblogger Erntedankfest

Was kommt dabei heraus wenn zehn Garten-Blogger ein Erntedank-Fest feiern? Üppige Blumendeko, köstliche Gemüsegerichte und sehr glückliche Menschen.

SEO für Gartenblogger ist keine Raketenwissenschaft

Ihr merkt es schon, zu erfolgreicher Suchmaschinenoptimierung gehört heute hauptsächlich eines: Ein Blick für die Wünsche und Interessen Eurer Leser. Wenn Ihr die kennt, bei der Arbeit ein paar Grundregeln beherzigt und vor allem wertvolle Inhalte liefert, die man nicht nur gerne liest, sondern am liebsten auch direkt weiterempfiehlt, steht Eurem Erfolg als Gartenblogger nichts mehr im Weg. Außer vielleicht zu viel Arbeit im Garten.

Über die Autorin

Dr. Katja Flinzner ist Fachautorin, Corporate Bloggerin und Referentin für digitale Themen. Sie bringt unter anderem Freiberuflern und Redakteuren bei, wie man Texte für SEO pimpt, taucht mit Begeisterung in immer neue Themen ein und lässt sich weder von komplexen Technologie- noch von verzwickten Rechtsfragen ins Bockshorn jagen. In ihrem eigenen Garten macht sie es sich am liebsten im Schatten mit einem Buch bequem. Im vergangenen Sommer hat sie aber immerhin drei eigene Äpfel geerntet.

Autorin Katja Flinzner

  1. Avatar for ClaudiaBerlin

    Es wäre toll, wenn du auch einen Button für Twitter zu den Socials stellen könntest!

  2. Pingback: SEO-Tipps für Gartenblogs: Ein Besuch im Kleinen Horrorgarten | contentIQ

  3. Avatar for Cordula

    Danke für die Zusammenstellung, liebe Katja und liebe Anja. Vor allem bei den Bildern muss ich mich immer an die Nase fassen – ich bin halt eine Frau des Wortes und nicht des Fotos. Aber ich arbeite an mir …
    Viele Grüße
    Cordula

    • Avatar for Die Gaertnerin
      Die Gaertnerin

      Liebe Cordula,

      ich habe es mir da leicht gemacht und einfach einen Fotografen geheiratet 🙂

      Liebe Grüße
      Anja

  4. Avatar for Karen Heyer (Allegrias Landhaus)

    Hallo Anja, Hallo Katja,
    bis vor einigen Monaten war mir SEO relativ egal. Dann habe ich mich mal näher damit befasst. So schwer ist das doch gar nicht und ich bemühe mich jetzt deutlich mehr, die Ampel “grün” zu kriegen. Wobei das alleine noch längst kein Indiz für richtig tolles SEO ist. Danke schön für diesen wertvollen Beitrag, den ich mir auf meinem diesbezüglichen Board gepinnt habe.,
    Liebe Grüße
    Karen

    • Avatar for Die Gaertnerin
      Die Gaertnerin

      Hallo Karen,

      danke fürs pinnen 🙂 Ich finde auch, das es, wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt, gar nicht soo schwer ist.

      Liebe Grüße
      Anja

  5. Avatar for Lars

    Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. SEO sollte man auf keinen Fall, in keiner Branche vernachlässigen. Auch im Themengebiet Garten und Natur schläft die Konkurrenz nicht.
    Mit besten Grüßen,
    Lars

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.